Signale

An der Börse ist das Beste bereits eingepreist. Anleger sind wieder voll investiert und hoffen auf ein Ende des Iran-Krieges. Nun sollen die Nachrichten den vorausgeeilten Aktienkursen folgen. In dieser Woche haben die Zentralbanken den Marktteilnehmern wenig Gegenwind beschert, sodass der Optimismus weiter Bestand hat. Doch irgendwer muss die Kosten des Iran-Krieges schultern und da wird es dann doch schwierig.

Unsicherheit war früher einmal ein wichtiger Faktor an der Börse. Anleger hielten sich in solchen Zeiten mit Wertpapierkäufen zurück. Davon ist schon lange nichts mehr zu sehen. Der Wandel zu vermehrt elektronischen Marktteilnehmern, die ohne Empfindungen handeln, die konzentrierte Verstärkung auf kurzfristigen Handel und die Kapitalmacht der ETF-Anleger haben diesen Faktor verblassen lassen.

Der ursprüngliche Gedanke war, das eigene Kapital in unsicheren Zeiten zu sichern. Geld war schützenswert (mehr erfahren). Heute hat sich die Situation verändert. Kriege und andere Belastungen werden als Chance interpretiert und Geld ist zur Massenware geworden.

DAX, Tageschart, Stand 24.292 Punkte

DAX mit Chart und Wochenanalyse

Der Nasdaq100 ist nicht zu bremsen. In einem Monat hat er 15 % hinzugewonnen (DAX in der gleichen Zeit 4,8 %) – und das bei all den wilden Nachrichten zum Iran-Krieg, einem Ölpreis über 100 US-Dollar und Zentralbanken, die sich immer weiter von Leitzinssenkungen entfernen, obwohl Anleger dies im Jahr 2025 bereits eingepreist haben.

Die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) haben in dieser Woche ihre Sorgen über die zunehmende Inflation geäußert. Zum Wohlwollen der Anleger jedoch wurde eine zurückhaltende Tonart gewählt: Man wolle abwarten – sehe aber die Risiken.

An den Börsen sind Risiken weiterhin kein Thema. Der Nasdaq100 eilt davon, da die US-Konzerne weiter gut verdienen. Der DAX gewinnt ebenfalls. Imposant war die Kursbewegung am letzten Donnerstag, als der Index den Handelstag bei ca. 23.600 Punkten begann und zum Handelsschluss bei ca. 24.300 Punkten notierte. Mehr Optimismus geht nicht.

In der neuen Handelswoche muss sich nun zeigen, wie es um den DAX wirklich steht. Denn außer den stockenden Verhandlungen im Iran-Krieg kommt nun wieder die Zollkeule zurück. US-Präsident Trump will Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der Europäischen Union in die USA eingeführt werden, ab nächster Woche auf 25 % erhöhen (zuvor 15 %). Er zürnt, weil die EU sich nicht in den Iran-Krieg hineinziehen lässt.

Die Kursreaktion des DAX am Donnerstag wird als technisch bedingt betrachtet. Sofern Käufer ausreichend Kapital aufbringen, kann jede Aktie hochgekauft werden und bei ausreichender Breite wird ihre Wirkung auf den Index folgen. Dabei braucht es nicht nur Käufer, denn wie schon häufiger hier beschrieben, man muss nur die ersten Steine ins Rollen bringen. Kann man einen Shortsqueeze auslösen, dann steigt der Index von selbst und meist bis zum Handelsende. So geschehen am Donnerstag.

Ein Ölpreis über 100 US-Dollar sollte den Aktienkursen das Potenzial für einen echten Anstieg nehmen. Solange der DAX nicht über 23.390 Punkte hinauskommt, besser 24.550 Punkte, ist mit dem Hin und Her innerhalb des Seitwärtskanals zu rechnen. Über 24.550 Punkten sollte sich der DAX nicht mehr aufhalten lassen und ebenfalls sein ehemaliges Allzeithoch ansteuern. Aber so weit ist es noch nicht.

Short Signal ID 4179

Mit etwas Abstand zum Aktienmarkt werden die Anleger die neue Handelswoche vermutlich ruhiger angehen. Der Aktienmarkt sollte gleich am Montag schon unter Druck kommen. Die neue Zollankündigung des US-Präsidenten sollte ihre Wirkung auf die Börsen nicht verfehlen. Erneut nachgebende Kurse haben ein erstes Ziel bei 24.050 Punkten. Sinkt der Index auch unter diese Marke (Hilfslinie im obigen Chart), dann lautet ein weiteres Ziel 23.600 Punkte.

Wieder einmal zeigt sich an der Börse, dass „Buy the Dip“, also das Tief zu kaufen, die richtige Strategie zu sein scheint. Trotz aller Unwägbarkeiten haben sich die Kurse erholt. Das erklärt den Optimismus der Anleger. Doch während es in früheren Börsensituationen nur ein Schreck war, der schnell verdaut wurde, ist es diesmal anders. Denn mit einem hohen Ölpreis sind ernste Belastungen für die Börsen zu erwarten, da sich die Kosten in den Bilanzen zeigen werden. Durch die Zunahme der Inflation ist in naher Zukunft zudem nicht mit sinkenden Leitzinsen zu rechnen. Die helfende Hand der Zentralbanken ist diesmal fern. Es ist möglich, dass der Optimismus der Anleger nicht von Dauer sein wird.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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