Anleger hoffen meist an der Börse. Das ist bei der SAP-Aktie gerade nicht anders. Aktionäre haben nach einer langen Durststrecke eine positive Wochenkerze ins Chartbild zaubern können. Dieser Erfolg dient nun als Basis für den Anlegerglauben, dass das Schlimmste vorüber sein könnte und sich die Aktie von ihrem Verkaufsdruck befreien wird. Doch diese Annahme ist verfrüht.
Die Softwarebranche steht vor einer schwierigen Zeit. Die Künstliche Intelligenz hat jetzt auch diese Branche eingeholt. Die Sorge geht um, dass man die großen Konzerne künftig nicht mehr brauchen wird. Das passiert nicht über Nacht, aber die Investoren blicken nach vorne und sehen Schwierigkeiten auch auf SAP zukommen.
SAP, Wochenchart, Stand 152,12 Euro
Die große Wochenkerze ist ein Resultat eines sehr starken Gesamtmarktes. Viele Aktien sind gestiegen, und der DAX hat viel hinzugewinnen können. Entspannungssignale beim Iran-Krieg, die jedoch fingiert schienen, haben für eine Kaufwelle an den Aktienmärkten gesorgt.
In dieser Woche kühlt sich das Umfeld ab. Der DAX gibt nach, und auch die SAP-Aktie muss sich beweisen. Obwohl die Anleger auf steigende Kurse hoffen, ist es für eine Trendwende noch zu früh. Ganz umsonst ist die grüne Kerze der letzten Handelswoche dennoch nicht. Mit der Kerze der Vorwoche ergibt sich ein „Bullish Engulfing“-Muster, was positiv ist. Nur braucht es jetzt Anschlusskäufe, wenn sich der positive Impuls durchsetzen soll.
Kann der SAP-Aktienkurs über 161 Euro ansteigen, wären die Anstiegsbemühungen der Käufer konkreter, und die Anleger würden den Kurs bis 172 Euro und später 191 Euro schieben können. Dafür muss das Hindernis bei 161 Euro überwunden werden.
Doch die Abwärtsbewegung bei der SAP-Aktie ist noch unvollständig. Ein Kursziel bei 130 Euro steht aus. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit eines finalen Rutsches, der nicht auszuschließen ist. Besonders unterhalb von 161 Euro ist die charttechnische Lage noch fragil.
Anleger sollten die positive Wochenkerze nicht überbewerten. Die Sorgen des Marktes bestehen weiterhin, was die Zukunft der Softwarebranche angeht. Käufer werden sich nicht beeilen, sodass dem offenen Kursziel Beachtung geschenkt werden sollte.
Wir verfolgen die weitere Entwicklung und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
P.S.: Erhalten Sie mit DAX-Trading-Signale (mehr erfahren)



