Die Heidelberger-Druckmaschinen-Aktie kann den Handelstag stark beginnen und die Kursgewinne ausbauen. Glaubt man dem Markt, hat eine Nachricht die Kaufstimmung ausgelöst. Nun beeilen sich die Käufer. Die Aktie notiert ca. 20 % im Plus. Was auf den ersten Blick als ein Zeichen der Stärke gewertet wird – der Tagesgewinn –, kann sich leicht als nicht nachhaltig herausstellen.
Die Meldung, die heute herumgereicht wurde, ist der Besuch des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke an einem Standort des Unternehmens, wo Produkte für Drohnenabwehr und autonome Sicherheitssysteme hergestellt werden sollen. Heidelberger Druck ist hier in Kooperation mit zwei weiteren Unternehmen tätig.
Diese Nachricht soll die Anleger bewegt und manch einen Marktteilnehmer zum Aktienkauf animiert haben. Das wäre vielleicht der Fall, wenn der Inhalt neu wäre, doch in diesem Fall ist das Thema „Drohnenabwehr“ nicht neu.
Heidelberger-Druckmaschinen, Wochenchart, Stand 1,66 Euro
Das Kursplus am heutigen Tag hat wahrscheinlich andere Gründe. Sieht man sich die letzten Wochenkerzen an, sind das allesamt schwache. Dies bedeutet, die Heidelberger-Druckmaschinen-Aktie stand vor einer Abwärtsbewegung. Dies könnte Shortseller auf den Plan gerufen haben, die von einer Abwärtsbewegung profitieren wollten.
Shortseller wetten auf sinkende Kurse. Sie verkaufen das Wertpapier, das sie sich geliehen haben, zu einem höheren Preis und kaufen die Aktien zurück, wenn der Preis nachgegeben hat. Dann geben sie die Wertpapiere an den Verleiher zurück. So der Plan.
An der Börse ist bekanntlich die Überraschung nicht fern. Mit dem Anstieg in dieser Woche ist der Plan der Shortseller über den Haufen geworfen worden. Eine fast sichere Wette – sinkende Kurse bei dieser Aktie – ging schief, und der Preis stieg.
Die Meldung am heutigen Tag goss somit Öl ins Feuer. Sie führte zu Aufmerksamkeit bei der Heidelberger-Druckmaschinen-Aktie. Käufer kauften Aktien, und der Preis stieg. In solch einer Lage kommen zwei Faktoren zusammen. Die Nachfrage der Käufer löst steigende Kurse aus, was umgekehrt zu Verlusten bei den Shortsellern führt. Diese müssen dann zusehen, dass sie ihre Position schließen, um die Verluste nicht zu vergrößern. Sie kaufen dann ebenfalls die Heidelberger-Druckmaschinen-Aktie (zusammen mit den normalen Käufern) und lassen so den Preis noch stärker ansteigen. So kam das Tagesplus zustande. Die Nachricht an sich ist vernachlässigbar. Sie hat nur die Steine ins Rollen gebracht.
Im obigen Chartbild ist die aktuelle Lage gut zu erkennen. Das Kursplus hat eine große Wochenkerze ins Bild gezaubert. Diese Stärke ist vermutlich nur technisch bedingt. Die Marktzwänge – das Schließen der offenen Short-Positionen – haben zu dem Kursplus geführt. Fundamental hat sich an der Lage nichts verändert. Es ist anzunehmen, dass die Marktteilnehmer sich beruhigen werden und der Aktienkurs von Heidelberger Druckmaschinen anschließend wieder nachgeben wird. Nur ein Ausbruch aus dem fallenden Trendkanal würde die Aussichten verbessern.
Wir verfolgen die weitere Entwicklung und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
P.S.: Erhalten Sie mit DAX-Trading-Signale (mehr erfahren)



