Signale

An der Börse freuen sich die Anleger über rasant steigende Kurse. In einem finalen Anstieg konnte der DAX gar den Preisbereich bei 24.700 Punkten erreichen (Anfang April notierte der Index noch bei 22.578 Punkten). In einem unsicheren Umfeld aus Kriegszustand, Entspannung und Drohungen, aus Öl-Knappheit und Handelsbeschränkungen scheinen die Börsen in Ekstase geraten zu sein. Irgendetwas stimmt an diesem Bild nicht.

Es vergeht kein Tag in Deutschland, ohne dass auf eine Mangellage bei Öl, Gas und mittlerweile auch bei Kerosin hingewiesen wird. Die Lage ist kritisch, und dennoch steuern die Börsen auf Rekordstände zu.

Obwohl die Anleger in der Vergangenheit sehr häufig durch die Aussagen von US-Präsident Trump enttäuscht wurden, ist es diesmal anders. Diesmal pusht der US-Präsident die Börsenkurse, lässt keine Chance aus, um die Hoffnung auf das Ende des Iran-Krieges zu erhöhen – und das nehmen ihm die Marktteilnehmer ab.

DAX, Tageschart, Stand 24.702 Punkte

DAX-Chartanalyse

Auffallend ist, dass nur die USA allein bestimmen, was in den Medien verbreitet wird. Man hört kaum etwas von der iranischen Seite. Der Stand der Verhandlungen bleibt im Dunkeln. Wenn zwei Länder verhandeln und sich in Punkten einig sind, müsste es auch ein gemeinsames Statement geben. Irgendetwas stimmt hier nicht.

So verwundert es nicht, dass US-Präsident Trump in den letzten Wochen immer stärker medial auf ein Ende des Iran-Krieges hingearbeitet hat. Ob es stimmte, wusste zwar keiner, aber die Börsen haben reagiert. Jeder Tweet wurde als Aufforderung zum Aktienkauf gesehen. Der Aktienmarkt konnte nicht anders als steigen.

Der finale Akt dieses Schauspiels wurde am Freitagmittag unserer Zeit aufgeführt, als vor der US-Börseneröffnung die Meldung über die Öffnung der Meerenge „Straße von Hormus“ über die Ticker ging. Wie so häufig in solchen Momenten haben es die menschlichen Anleger schwer. Die Handelscomputer machten sofort Nägel mit Köpfen.

Der Zeitpunkt der Meldung ist suspekt. Er ist einfach zu gut, um wahr zu sein – ein Elfmeter ohne Torwart, wie man beim Fußball sagen würde. Obwohl Teheran siebeneinhalb Stunden vor New Yorker Zeit liegt und der Iran den ganzen Tag seine Nachricht hätte kommunizieren können, hat man offenbar auf die Nordamerikaner gewartet. Irgendetwas stimmt hier nicht.

Kurz vor Börseneröffnung ist deshalb ideal, weil das Handelsvolumen gering ist und die Meldung über die Öffnung der Meerenge die größte Auswirkung auf die Börsen gehabt hätte. Es macht den Eindruck, als sei ganz bewusst auf diese Börsenreaktion hingearbeitet worden.

US-Präsident Trump und sein Umfeld stehen schon seit geraumer Zeit in einem negativen Licht. Die auffällig eingegangenen Geschäfte auf den S&P und auf Öl, die kurz vor den Ankündigungen des Präsidenten eröffnet wurden, haben Millionen in die Kassen der Eingeweihten gespült. Auch am Freitag, so verkünden bereits einige Quellen, gab es Auffälligkeiten. Vor der Nachricht über die Öffnung der Meerenge wurden große Positionen auf fallende Ölpreise eingegangen. Die Manipulation ist auffällig.

Trendsignale auf den DAX

Die letzte Handelswoche verlief surreal. Die neue Handelswoche wird für mehr Klarheit sorgen. Es scheint, als hätten die Insider ihre Geschäfte abgeschlossen. Am Wochenende meldete sich die iranische Seite und schloss die Meerenge wieder. Warum wundert den Beobachter solch eine Kehrtwende nicht?

Der DAX scheint alle seine Widerstände aus dem Weg geräumt zu haben. Ohne die politische Lage zu betrachten, ist alles sehr positiv, wie der Blick auf das Chartbild zeigt. Solange der Index über 24.550 Punkten verbleibt, sollte es bis 25.200 Punkte weiter hinaufgehen. Wäre da nicht der Iran-Krieg, der Rohstoffmangel und die wieder geschlossene Straße von Hormus.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Börsen in der neuen Woche kraftlos wieder nach Süden fallen werden. Zu einseitig war der Kursanstieg, als dass er jetzt weitergeführt werden wird. Es ist möglich, dass der DAX bis 23.460 Punkte nachgibt.

Irgendetwas an der Börse scheint falsch zu sein. Zwar freuen sich die Anleger über die Kursgewinne, aber richtig ist es dennoch nicht. Der Iran-Krieg ist real, die Folgen sind noch zu verdauen, und dennoch tut die Börse so, als hätte es den Iran-Krieg nicht gegeben.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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