Am Aktienmarkt ist die Zuversicht weiterhin hoch, obwohl der Ölpreis bei 112 US-Dollar notiert. Das passt nicht zusammen, da die Wirtschaft bei hohen Rohölpreisen in Mitleidenschaft gezogen wird. Zusätzlich wird die Inflation anspringen. Dieser Zusammenhang ist wichtig. Börsenteilnehmer jedoch zeigen sich (noch) unbeeindruckt, was das aktuelle Risiko im Markt unterstreicht. Der Aktienmarkt wird diese Kluft schließen.
Wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug schneller fahren, dann kostet das mehr Treibstoff. Das ist naheliegend und logisch. Es passiert etwas jetzt und die Folgen spüren Sie später. Das Benzin ist schneller alle und es muss früher getankt werden, was zu höheren Kosten führt. Niemand würde Ihnen bei diesem Zusammenhang widersprechen.
Der aktuelle Ölpreis kommt dem „schneller fahren“ aus dem vorherigen Beispiel gleich. Hier lautet der Zusammenhang, dass Transport und Produkte teurer werden. Unternehmen, die direkt betroffen sind, leiden am meisten (Logistik, Chemie, Reisebranche). Aber auch alle anderen Unternehmen kommen in Mitleidenschaft, weil auch ihre Waren transportiert werden müssen, was dann mehr kostet, und weil generell Energie (auch Gas) für die Herstellung teurer wird. Endprodukte werden im Preis zulegen, was folglich die Inflation anfachen wird.
DAX, Tageschart, Stand 24.011 Punkte
Der oben geschilderte Ausblick ist naheliegend und bei einem Ölpreis von 112 US-Dollar offensichtlich. Und dennoch spielt der Aktienmarkt „heile Welt“. Der DAX versucht noch immer die 24.000-Punkte-Marke zu verteidigen und die US-Indizes notieren an oder in der Nähe ihrer Rekordhochs.
Die Marktteilnehmer wollen nichts über den geschilderten Zusammenhang hören. Sie konzentrieren sich auf das, was in der Vergangenheit funktioniert hat, nämlich den Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Der Iran-Krieg ist medial schon in Vergessenheit geraten, was fatal ist, da die Auswirkungen erst noch auf die Unternehmen und die Verbraucher zukommen.
Der Konsumklimaindex für den Monat Mai zeigt bereits, wohin die Reise geht. Mit -33,3 Punkten ist das der niedrigste Stand seit Februar 2023. Die hohen Energiepreise und die schwache Konjunktur verunsichern die Verbraucher, die jetzt weniger ausgeben. Dieses Verhalten wird sich auf die Bilanzen der Unternehmen auswirken – unabhängig davon, wo der DAX gerade notiert.
Der deutsche Aktienindex ist dabei, die Zwischenrallye im April 2026 zu verarbeiten. Trotz aller geopolitischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sind die Börsenkurse gestiegen. Wie das obige Chartbild zeigt, ist der Index nach dem Ausflug zu 24.700 Punkten wieder zurück in seinem Seitwärtskanal. Sofern nicht eine überraschende Meldung „Deal mit dem Iran“ die Runde macht, ist der Index auf dem Weg zu 23.500 Punkten. Die untere Begrenzungslinie des Seitwärtskanals befindet sich bei 23.300 Punkten.
Im Moment klaffen die Erwartungen der Börsenteilnehmer und die Erwartungen der Unternehmen und der Verbraucher weit auseinander. Es sollte nicht verwundern, wenn in der kommenden Zeit das Wort „Inflation“ (mehr erfahren) die Runde machen wird. Stück für Stück sollte die Teuerung in allen Belangen des Lebens zulegen und so auch an der Börse realisiert werden.
Dass Anleger das Thema Inflation ignorieren, liegt wie beschrieben an der Hoffnung, dass das KI-Thema die Stimmung hochhalten kann. Heute nach US-Börsenschluss werden Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta ihre Zahlen veröffentlichen. Anleger werden ganz genau hinsehen. Besonders der Ausblick wird zeigen, wohin die Reise geht.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
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