Buch

Mit großer Spannung wurden die aktuellen Zahlen von Nvidia erwartet. Diese konnten die Anleger bei weitem überzeugen, worauf der DAX heute früh auf ein Rekordhoch ansteigt. Die KI-Euphorie geht weiter. Dabei ist die Fokussierung des Marktes auf einen einzelnen Wert, der die Richtung für den Gesamtmarkt vorgeben soll, nicht ohne Risiken. Wie schon in der Vergangenheit bei Nokia oder Cisco erlebt wurde, können die Zugpferde dieses Tempo irgendwann nicht mehr halten.

Nun sind sie raus die Nvidia-Zahlen. Besser, viel besser, als sich das die Anleger vorstellen konnten. Im vierten Quartal 2023 konnten 22.1 Mrd. USD umgesetzt werden. Erwartet wurden 20.4 Mrd. USD. Und im nächsten Quartal soll es so weitergehen, da sind schon ca. 24 Mrd. genannt worden. Das ist die Art von Nachrichten, die sich die Anleger wünschen. Es kann nur besser werden, es kann nur noch höher hinausgehen und der Aktienkurs soll am besten endlos weiter ansteigen.

DAX, Tageschart, Stand 17.339 Punkte

Wenn gefühlt alle Anleger nur auf eine Aktie, nämlich Nvidia, blicken, dann entwickelt sich selbstverständlich ein Tunnelblick. Es geht dann gar nicht mehr so sehr um den Gesamtmarkt, nicht um die Börse mit all ihren Werten (und Problemen), sondern allein um die Vorgaben eines einzelnen Unternehmens. Nvidia versucht dann diese Erwartungen des Marktes zu entsprechende oder die Ziele über zu erfüllen. Also schaukelt sich das Niveau der Übertreibung rauf. Analysten reagieren auf die besseren Zahlen und heben Kursziele an, was wiederum neues Potenzial generiert und Käufer auf den Plan ruft.

Jetzt stehen DAX, Nasdaq und Co auf schwindelerregenden Rekordständen, obwohl der Gesamtmarkt nicht mitspielen will. Daher spricht man am Aktienmarkt häufig von den „Magnificent 7“, also die herausragenden Sieben (die bekannten US-Konzerne), die den Aktienmarkt ziehen. Sogar der lahme Nikkei-Index kann einen Rekordstand markieren. Nicht weil der japanische Aktienmarkt dort stark ist, sondern weil der Yen immer weniger wert ist. Die Käufer von Wertpapieren müssen immer mehr Geld aufbringen. Der Schein des Unbesiegbaren an der Börse trügt. Der Nvidia-Moment könnte für erste Kratzer an der Fassade sorgen.

Nach einer starken Handelseröffnung, als Reaktion auf die Nvidia Zahlen bei dem Computer und menschliche Käufer um die Wette kauften, markiert der DAX ein neues Allzeithoch bei 17.386 Punkten. Das ist ein enormer Punktestand, wenn Deutschland gerade an einer Rezession schrammt, die Wirtschaft abzuwandern droht und ein Investitionsstau das Land lahmt.

Short Signal ID 3679

Der Nvidia-Moment, der gefühlt beste Moment an der Börse, an dem die Anleger aus dem Häuschen sind, könnte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Hierfür muss der weiteren Kursverlauf beim DAX im Auge zu behalten werden. Nach dem frühen Hoch stehen Gewinnmitnahmen an. Diese haben den Preisbereich bei 17.120 Punkten als Ziel.

Solange der DAX oberhalb der steigenden Trendlinie (17.120) notiert, ist jederzeit ein neues Allzeithoch möglich. Doch der Nvidia-Moment lässt die Kraft der Anleger schwinden. Die Käufer haben gekauft und damit ihr Pulver verschossen. Viele Erwartungen sind bereits eingepreist, ob da noch mehr kommen kann, ist zweifelhaft.

Erst wenn der DAX wieder unter die genannte Trendlinie fällt, wird es spannend. Dann würde sich die heutige Eröffnung als Erschöpfungslücke herausstellen. In so einem Fall würde der Nvidia-Moment für ein finales Hoch stehen, der die Käufer zu hohen Preisen in den Markt zog, und dann die Rallye plötzlich endet.

Wir verfolgen die weitere Entwicklung und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S.: Sehen Sie den aktuellen DAX-Trend (mehr erfahren)

 

Share This