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Die Freude über das neue Allzeithoch beim DAX ist verhalten. Zwar gelang ein neues Rekordhoch, dieses war jedoch mit nur einem Punkt Zuwachs etwas mickrig. Darauf folgte ein kleiner Abverkauf, der die Machtverhältnisse an der Börse in das richtige Licht gerückt haben dürfte. Zinssenkungen werden nicht so schnell kommen, wie sich das die Anleger erhofft haben. Jetzt ist es Zeit, der Wahrheit ins Auge zu blicken, denn der Aktienmarkt ist keinesfalls so stark, wie das Allzeithoch ausdrücken möchte.

Am Freitag gelang dem DAX mit Mühe ein neues Rekordhoch. Der Index hat sich gerade so nach oben geschleppt, so die Deutung der müden Vorstellung in den letzten Wochen. Dieses Verhalten wurde in dem Artikel „DAX-Ausblick: Ein letztes Allzeithoch“ erwartet. Der DAX sollte kurz das alte Hoch überspringen, sich nicht oberhalb von 17.000 Punkten halten und dann wieder nachgeben. Die deutschen Anleger kommen spät auf die Allzeithoch-Party. Es geht jetzt an der Börse nur darum, den unerfahrenen Anlegern eine heile Welt vorzuspielen, damit diese, in der Hoffnung auf weiter steigende Kurse, teure Aktien erwerben.

DAX, Tageschart, Stand 16.918 Punkte

Eigentlich sollte die letzte Woche ganz im Fokus von Ernüchterung stehen, denn die Anleger haben klar eine Abfuhr bekommen, was zeitnahe Zinssenkungen angeht. Die US-Notenbank sagte, sie wollen noch abwarten, bis sich die Inflation auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Anleger waren bei der Rallye Ende 2023 jedoch von Zinssenkungen bereits im Februar 2024 ausgegangen. Nun geben sie klein bei und rechnen erst im Mai mit solch einem Schritt, obwohl auch das nicht sicher ist.

Erst am letzten Freitag wurden US-Arbeitsmarktdaten gemeldet, welche auf eine starke US-Wirtschaft hindeuten. In solch einem Umfeld sind Zinssenkungen schlicht unklug und daher unwahrscheinlich. Dennoch stehen die US-Indizes auf Rekordniveau. Hier herrscht eine klare Divergenz, die sich schon bald auflösen wird.

Am deutschen Aktienmarkt zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier zeigen die Konjunkturindikatoren seit Monaten klar nach Süden. Wo man hinsieht, sinken die Werte z.B. bei den Exporten, den Auftragseingängen oder der Produktion. Die Zahlen für den Dezember 2023 sprechen eine klare Sprache. Und dennoch, der DAX markiert ein neues Allzeithoch. Sie kennen bereits die Sache mit der Divergenz.

Anleger werden sich mit der Wahrheit auseinandersetzen müssen. Wenn die Börse die Zukunft handelt, dann wird diese nicht so rosig ausfallen, wie sich das die heutigen Käufer wünschen. Die Übertreibung ist bereits im Markt, die nur auf den Moment zu warten scheint, an der sie abgebaut wird.

Short Signal ID 3668

Wie das obige Chartbild zeigt, könnte das Allzeithoch vom Freitag eine längere Korrekturphase des DAX zur Folge haben. Dabei bietet sich ein Kursrückgang um 1.000 Punkte an. Ein Zwischenziel besteht dabei bei 16.345 Punkten (grüne Linie). Das Ziel der Korrektur kann mit 16.004 Punkten (lila Linie) angegeben werden. Es wird dann auf die Stimmung der Anleger ankommen, wie diese sinkenden Notierungen verkraftet werden. Zudem sollte sich im Jahresverlauf die Konjunktur so weit abkühlen, dass auch die Unternehmenszahlen diese Entwicklung abbilden werden. Die Euphorie sollte in dieser Zeit aus den Aktienkursen entweichen.

In der neuen Woche geht es beim DAX besonders um die Marke bei 16.821 Punkten. Sobald diese unterschritten wird, sollte sie als eine Bestätigung einer laufenden Korrektur interpretiert werden, worauf sich der Index weiter von der 17.000 Punkte Marke entfernen sollte. Ohne ein Unterschreiten dieser Marke kann der DAX jederzeit einen neuen Anstiegsversuch auf das bisherige Allzeithoch initiieren.

An den Börsen stapeln sich gerade die Meldungen über Allzeithochs, besonders bei den US-Indizes und jetzt verspätet auch beim DAX. Diese Börsenerfolge werden jedoch kaum neue Käufer anziehen können, da die Marktteilnehmer durch die Rallye zum Ende des letzten Jahres schon zu viel eingepreist haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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