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Das aktuelle Börsenumfeld ist gespickt mit Fallen für die Anleger. Notenbank-Chefs sprechen ihnen nach dem Mund. Unternehmen locken sie mit Aktienrückkaufprogrammen. Die Hoffnung auf gute Börsenzeiten wird so aufrechterhalten, obwohl sich die Konjunktur weiter abkühlt. Dem DAX fällt es zunehmend schwer, die 18.040 Punkte Marke zurückzuerobern. Je weiter dieser Zustand anhält, umso riskanter die Marktreaktion der Anleger.

Manche Sachen gibt’s wohl nur an der Börse, wo ein Minus plötzlich ein Plus sein kann. Da ist ein Unternehmen, dass außer seinem Bestseller seit Jahren kein anderes Produkt derselben Stärke aufbringen kann und trotzdem gefeiert wird. Die Rede ist natürlich von Apple, die nach Bekanntgabe von Quartalszahlen die Stimmung an der Börse verbessern konnte (die Aktie +6 %), obwohl die Quartalszahlen schlecht und der Ausblick schwach waren. Und obwohl die Aussichten trüb sind, gelang es dem Unternehmen, eine Nebelkerze zu zünden und den Fokus der Marktteilnehmer auf ein Aktienrückkauf-Programm in Höhe von unglaublichen 110 Milliarden USD zu lenken. Anleger machten den Fehler und interpretierten diese Ankündigung als positive Nachricht und kauften Aktien.

DAX, Tageschart, Stand 18.001 Punkte

Die Spekulation auf US-Zinssenkungen ist fehlgeschlagen. Bisher ist von Leitzinssenkungen in den USA nichts zu sehen, obwohl die Rallye an den Börsen schon seit Oktober 2023 läuft. Und damit Anleger dies nicht zugeben müssen, klammern sie sich an jeden Strohhalm, und machen damit den nächsten Fehler.

Anleger hoffen nun vermehrt, dass die US-Wirtschaft schlecht läuft. Schwache US-Arbeitsmarktdaten wurden am Freitag verkündet. Je schlechter die US-Wirtschaft, umso leichter kann die US-Notenbank FED die Zinsen senken und damit Kapital günstiger machen, so der Gedankengang der Anleger, die ihre Freude sofort in steigenden Aktienkursen zeigten.

Tiefe Zinsen fördern die Verschuldung von Unternehmen und Verbrauchern, die dann über Kredite weiter shoppen können. Hier verfallen die Anleger einem Trugschluss. Nur wer einen guten Arbeitsplatz hat, bekommt auch Geld geliehen. Nur wer ein solides Geschäftsmodell hat (bei Unternehmen), bekommt Geld für neue Investitionen. Wenn die Wirtschaft nicht läuft, dann helfen auch niedrige Zinsen nicht. Aber so weit wollen die Anleger nicht denken.

Der DAX kämpft an der 18.040 Punkte Marke (rote Linie). Dieser Widerstand ist hartnäckig. Der deutsche Leitindex hat die orange Trendlinie in der Bildmitte verlassen. Seitdem ist der ursprüngliche Aufwärtstrend Geschichte. Auch das übersehen die Anleger, die sich eine Börsenrallye zurückwünschen. Nach dem Erreichen des Preisbereiches bei 17.650 Punkten kommt es aktuell zu einer Aufwärtskorrektur, die bald wieder von nachgebenden Kursen abgelöst werden sollte. Nicht alle Marktteilnehmer lassen sich von den Nebelkerzen der Unternehmen und den Lippenbekenntnissen aus dem Umkreis der Notenbanken hinters Licht führen.

Auf der Oberseite ist sowohl der Preisbereich bei 18.100 Punkten (fallende Trendlinie) und die Widerstandslinie bei 18.040 Punkten ein Hindernis, an dem der Index nicht leicht vorankommen sollte. Die Gegenwehr der Verkäufer ist deutlich zu erkennen. Nur ein Tagesschlusskurs über 18.100 Punkten würde das Chartbild erhellen und sinkende Kurse zunächst unwahrscheinlich machen.

Short Signal ID 3720

Ohne solch einen Erfolg sollte die Korrekturphase der letzten Tage schon bald zu Ende gehen. Notierungen unterhalb von 18.040 Punkten sind mit Vorsicht zu genießen. Fällt der DAX auch unter 17.875 Punkte, dann ist höchste Alarmbereitschaft angesagt, da dann die nächste Verkaufswelle bereits am Laufen ist und ein neues Verlaufstief den Trend-Charakter der Abwärtsbewegung verstärkt. Auf der Unterseite lauten die nächsten Kursziele 17.645 Punkte und später auch 17.400 Punkte.

Anleger haben es sich gemütlich gemacht und wollen den veränderten Tatsachen nicht ins Auge blicken. Unternehmen machen schlechtere Geschäfte und können meist nur niedrige Erwartungen übertreffen, was dann medial positiv begleitet wird. Tech Unternehmen fällt außer KI nicht viel mehr ein. Das Elektroauto verliert schneller an Interesse als die Autobatterie im Winter an Strom. Und die US-Leitzinsen sinken einfach nicht. Anleger machen einen Fehler, diese Entwicklung zu ignorieren.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S.: Trading-Gewinne: So funktioniert das Signal-Trading (mehr erfahren)

 

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