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Die Anleger sind nervös. Das zeigt sich besonders an den starken Schwankungen des DAX, der viele Hundert Punkte in die eine und in die andere Richtung läuft. Nach den heftigen Kursverlusten der letzten Tage sind die Anleger nun in großer Not. Was sollen sie mit ihren Aktien machen? Und da ist noch der Lockdown Light, dessen Auswirkungen nicht abschätzbar sind. Wieder einmal richten sich die Blicke nach Frankfurt zur EZB. Sie soll die Kohlen aus dem Feuer holen. Ob sich die Anleger überzeugen lassen?

Die Beschränkungsmaßnahmen sind im Rahmen der Coronakrise verkündet worden. In der morgendlichen Börseneröffnung kam es deshalb zunächst zu steigenden Kursen. Manche Marktteilnehmer glaubten etwas Unsicherheit sei aus der derzeitigen Situation entwichen. Dabei könnte solch eine Annahme verfrüht sein, denn bisher kann niemand ansatzweise abschätzen, welche Auswirkungen solch ein Lockdown Light für Unternehmen und auch den Staat haben wird, der jetzt noch mehr Geld in die Hand nehmen muss, um an allen Ecken zu stützen: Gleichzeitig brechen Steuereinnahmen weg. Bisher schafft es der Finanzmister Scholz eine Aura aufrechtzuerhalten, dass Geld kein Problem sei (mehr erfahren).

DAX, Stundenchart, Stand 11.587 Punkte

Wo Unsicherheit wegen Corona herrscht, da ist die Hoffnung auf die Hilfe der Zentralbank nicht weit. Und wie das Schicksal es will, heute ist Donnerstag und es fand ein Treffen des EZB-Rates statt. Anleger waren gespannt, welchen Zauber die Währungshüter einsetzen werden, damit die Stimmung an den Börsen sich wieder bessert.

Zwar hat die EZB nichts Konkretes beschlossen (der DAX fiel sofort um 100 Punkte), sie hat aber signalisiert, dass sie zum Handeln bereit sei (der DAX stieg satte 250 Punkte). Anleger sind zuversichtlich, dass wieder einmal frisches Geld alle Sorgen davonwischen wird. Zudem war der Aktienmarkt überverkauft und eine Gegenbewegung stand in den Startlöchern. In solchen Momenten wollen plötzlich alle Anleger zeitgleich Aktien erwerben, was den genannten Anstieg extrem stark ausfallen ließ.

Der Ausbruch über den Widerstandsbereich bei 11.655 Punkten hielt jedoch nicht lange an. Im Bereich bei 11.700 Punkten kam wieder Verkaufsdruck auf. Solch eine Reaktion ist in einer Korrekturbewegung häufig anzutreffen, da in die steigenden Notierungen hinein, Marktteilnehmer ihre Aktien veräußern. In der aktuellen Lage haben es steigende Kurse schwer. Eine echte Anstiegsbewegung würde sich erst oberhalb von 11.750 Punkten herauskristallisieren und über 11.950 Punkten stabilisieren. Davon ist derzeit nicht auszugehen.

Short Signal ID 2818

Die entscheidende Frage lautet nun, ob die EZB die Anleger zum Wertpapierkauf ermutigen kann oder aber, ob die Angst vor einer Pleitewelle die Anleger aus ihren Positionen drängt. Es ist schwer vorstellbar, dass unter den aktuellen Bedingungen Investoren größere Positionen eingehen werden. Denn entgegen früherer Maßnahmen hat der Grenznutzen der Geldschöpfung nachgelassen. Wie sehr sich die EZB auch müht, egal wie viel Geld sie druckt, die Krisen werden nicht weniger. Eine Schuldenkrise für Unternehmen und Staaten kündigt sich bereits an. Die Corona Krisenpolitik (mehr erfahren) gibt es selbstverständlich nicht umsonst.

Der DAX ist im Stundenchart weit aus seinem Trendkanal herausgefallen. Im Moment besteht die Gefahr, dass der Index direkt weiter abverkauft wird. Aus dem Tageschart ist der Bereich bei 11.560 Punkten wichtig. Wird dieser Bereich unterschritten, dann kommt es sofort zum Test des bisherigen Verlaufstiefs bei 11.457 Punkten. Ein Bruch dieser Unterstützungszone aktiviert das nächste Kursziel bei 11.250 Punkten.

Im weiteren Verlauf der Woche veröffentlichen wir laufend DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Blicken Sie auf die letzten Tradingsignale (mehr erfahren)

 

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