Buchtipp

Die Deutsche Bank will aufräumen. Endlich, so die Meinung der Marktteilnehmer. Lange Zeit hat man nämlich große Veränderungen gemieden, hat sich an alten Zielen orientiert und dabei einen Neuanfang hinausgezögert. Doch nun ist der Paukenschlag gelungen. Das Investmentbanking wird verkleinert. Vor allem jedoch werden damit Kräfte für andere Bereiche frei. Anleger reagieren positiv und haben bereits ein starkes Kursziel ausgemacht.

Es ist dieser befreiende Moment, wenn man einen Klotz am Bein loswird. Genau dieser ist an diesem Wochenende bei der Deutschen Bank durchlebt worden, als man den Rückzug aus dem Aktiengeschäft verkündet hat. Das ist für die Investoren eine tolle Nachricht, denn man hatte in dieser Disziplin kaum eine Chance an die Führenden aufschließen. Besser ist es daher, eben diesen Klotz loszuwerden. Dieser Schritt wird 18.000 Stellen Kosten und den Aktionären die Dividende. Aber langfristig kann sich diese Maßnahme als richtig herausstellen.

Deutsche Bank, Tageschart, Stand 7,34 Euro

Beobachter sind nun auf die Reaktion der Anleger gespannt und wollen wissen, wie es mit dem Aktienkurs weitergehen könnte. Wie bei jeder Spekulation ist auch an dieser Stelle ein hohes Risiko mit hohen Chancen verbunden.

Das Risiko besteht darin, dass dieser Strukturwandel misslingt. Man hat hier Großes vor, doch sollte man scheitern, dann werden noch mehr Kosten auf die Bank, und das bei geringeren Einnahmen, zukommen. Solch eine Situation würde unweigerlich zu einer Kapitalmaßnahme führen und dies wiederum würde die Anleger enttäuschen. Daher ist eine Befreiung für den Aktienkurs noch nicht so sicher.

Die Chance ergibt sich aus der Hoffnung, dass der Rückzug aus dem Investmentbereich, die Kraft der Bank auf neue und bestehende Themenfelder lenken kann. Man kann sich auf die Stärken konzentrieren, löst sich vom starken Wettbewerb und hat vor allem mehr Geld, um in Innovation und Technik zu investieren. Am Ende könnte eine neue Deutsche Bank entstehen.

Für den Aktienkurs ist die Ausgangslage nun wie folgt. Zunächst ist ohne ein Überschreiten des Kursbereiches bei 8,34 Euro (grüne Linie), noch nicht viel gewonnen. Ohne solch einen Erfolg kommt es zu einem Abprall nach Süden, wie in der Analyse „Deutsche Bank: Käufer müssen aufpassen“ beschrieben wurde. Erst ein Ausbruch würde ein starkes Kursziel aktivieren und die Verkäufer aus dem Markt drängen. In diesem Fall wären die nächsten Kursziele zunächst 10 Euro und später sogar 13,70 Euro, was glatt einer Kursverdopplung entspräche.

Der Wandel, über den die Deutsche Bank viel zu lange gesprochen hat, ist nun mit einem großen Schritt angegangen worden. Für die Anleger könnte das, bei entsprechend hohem Risiko, eine große Chance für eine satte Kurserholung sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Was Sie schon immer über Geld und Wirtschaft (hier) wissen wollten.

 

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