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Wie in Zeitlupe fährt der Aktienmarkt gerade an die Wand. Noch kann der DAX ein Rekordhoch markieren, noch füllt sich die Börsenblase und Anleger liegen sich in den Armen und feiern ein neues Allzeithoch. Doch Wirklichkeit und Wunsch klaffen immer weiter auseinander. Anleger sollten solch eine Entwicklung nicht ignorieren. Die Konjunkturaussichten trüben sich ein und gleichzeitig verpufft die Zinssenkungsfantasie. Die Rallye passt nicht mehr in die Wirklichkeit.

Am Aktienmarkt dominiert weiterhin die KI-Blase. Nvidia und Super Micro Computer liefern sich ein Rennen, welche Aktie in noch höhere Sphären ansteigen kann. Neue Analysen von Finanzunternehmen verkünden höhere Kursziele und beschleunigen damit das Tempo des Anstiegs. Da in solch einer elektrisierten Atmosphäre die Aktienkurse kaum sinken und neue Käufer schnell Gewinne erzielen, springen immer mehr Anleger auf den fahrenden Zug. Dass es diese KI-Blase gibt, ist den Anlegern bekannt. Wenn sie irgendwann platzt, dann werden sich die Anleger fragen, wie Wertpapierkäufer für eine Nvidia Aktie über 700 USD bezahlen konnten. Bei Super Micro Computer ist die Übertreibung noch deutlicher. Hier kostete eine Aktie am Freitag kurzzeitig 1.000 USD. Dieselbe Aktie hat zu Jahresbeginn noch 280 USD gekostet. Die Anleger haben jegliche Kontrolle verloren.

DAX, Tageschart, Stand 17.177 Punkte

Die wichtigste Nachricht in der letzten Handelswoche kam von der EU-Kommission. Die Konjunktur in der Eurozone kühlt sich weiter ab. Besonders schlecht schneidet dabei Deutschland ab. Mit einer Regierung, die sich in wirtschaftlichen Zusammenhängen (mehr erfahren) wenig auszukennen scheint, fährt sie die drittgrößte Volkswirtschaft in der EU gerade an die Wand.

Anleger wissen, dass eine lahmende Wirtschaftstätigkeit nachlassende Geschäfte bedeutet und in der Folge auch niedrige Gewinne mit sich bringen wird. Dennoch ist die Gier am Aktienmarkt noch ungebrochen, obwohl Wunsch und Wirklichkeit auseinanderdriften. Ebenfalls offensichtlich ist das Platzen der Zinssenkungshoffnungen. Hat die Börsenrallye seit dem Ende des letzten Jahres hauptsächlich auf solch einen Schritt gefußt, so schwinden diese jetzt von Woche zu Woche. Ursprünglich wurden sieben Zinssenkungen (der US-Notenbank FED) vom Markt antizipiert, sind es jetzt nur noch 2-3 und auch diese sind nicht sicher. Während sich also der Rallye-Grund in Luft auflöst, markieren Nasdaq, DAX und Co Höchststände. Die Börsenblase vernebelt den Anlegern den Blick für diese Entwicklung.

In der neuen Woche geht es an der Börse wieder um Wunsch und Wirklichkeit. Wie der Blick auf das obige Chartbild zeigt, kam es beim DAX am Freitag zu einem unerwarteten Ausbruch über die steigende Begrenzungslinie im Bereich von 17.100 Punkten. Dies passt nicht so recht in das Bild, in dem der Index solch einen Kraftakt eigentlich nicht aufbringen sollte. Die Tageskerze zeigt folgerichtig diese Unsicherheit an, indem sie die Form eines „Shootingstars“ hat. Nach einem starken Start in den Tag konnten die Gewinne nicht gehalten werden und der Index fiel auf das Eröffnungsniveau zurück.

Gleich zu Wochenbeginn kommt es daher auf eine Bestätigung dieses Ausbruches an. Der DAX muss sich unbedingt über 17.100 Punkten halten, um nicht unter Verkaufsdruck zu kommen. Gelingt dieses Vorhaben, dann kann die Rallye einfach so weitergehen. Gerechtfertigt hin oder her. Wahrscheinlich ist jedoch, dass der Ausbruch am Freitag nicht von Dauer sein wird und der Index gleich am Montag zur Schwäche neigen wird. An den US-Börsen findet an diesem Tag aufgrund eines Feiertags kein Handel statt.

Sobald der DAX das Ausbruchsniveau nicht verteidigen kann, rücken die bisherigen Parameter wieder in den Fokus. Der Index sollte sich dann wieder der 17.040-Punkte-Marke nähern, die lange Zeit ein Widerstand war und diese dann unterschreiten. Daraufhin ist auch das Absinken unter die runde Marke bei 17.000 Punkten nur eine naheliegende Folge. Erneut geht es dann wieder um die Schlüsselmarke bei 16.821 Punkten. Diese ist weiterhin entscheidend, ab wann eine größere Korrektur ihren Anfang nehmen wird. An dieser Marke kann auch das Platzen der Börsenblase ausgemacht werden. Man wird erst auf tieferen Niveaus erkennen, dass dieses Ereignis stattgefunden hat.

Short Signal ID 3676

Die Kursbewegungen bei KI-Aktien haben den Boden unter den Füßen verloren. Die Frage bleibt, wann die Anleger bereit sein werden, ihre Aktien zu verkaufen, um dann eine Verkaufslawine zu entfesseln. Anleger wissen, dass die aktuellen Bewertungsniveaus keinesfalls gerechtfertigt sind. Rationale Aspekte geraten bei einer Börsenblase in den Hintergrund. Es geht nur noch um schnelle Kursgewinne.

Der Highflyer dieser Börsenblase ist der Wert Nvidia, der durch seine Hardware die Kraft/Technik für die vielen neuen KI-Prozesse liefert. Für einen kurzen Moment wollen viele Unternehmen genau diese Komponenten kaufen und das zu jedem Preis, um im Wettbewerb mit der Konkurrenz nicht ins Hintertreffen zu geraten. Das lässt die Geschäfte enorm gut laufen, doch wie lange? Am Mittwoch meldet Nvidia Zahlen.

Trotz Konjunkturschwäche in Europa, in China und in Japan, die Anleger schwören weiter auf Aktien und treiben die Kurse vor sich her. Anleger machen in solch einer Situation meist das, was sie in der Vergangenheit getan haben. Sie kaufen Aktien, besonders die der Highflyer. Deren Marktdominanz nimmt dadurch zu und lässt die Indizes klettern, obwohl ein großer Rest der Aktienunternehmen dieses Tempo nicht mitgehen kann. Die Börsenblase füllt sich, bis sie dann platzt.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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