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In der letzten Handelswoche konnte der DAX stark zulegen. Danach sah es zu Wochenbeginn gar nicht aus, doch der Konter der Käufer verlief überraschend und stark. Rückläufige Inflationserwartungen und gute Gewinnzahlen von US-Banken heben die Stimmung unter den Anlegern, die sich nun mehr erhoffen. In der neuen Woche soll die Erholungsbewegung an den Börsen weitergehen. Dies wird vornehmlich von Konjunktur- und Quartalszahlen abhängen.

An den Aktienmärkten ist die Überraschung nicht fern. Das liegt in der Natur der Sache, da die Absicht der Handelnden unbekannt ist. So funktioniert die Börse (mehr erfahren). Obwohl der DAX die Vorwoche bei 15.603 Punkten beendete und die Aussichten eher düster waren, kam es zur Überraschung der Marktteilnehmer zu einem viertätigen Kursanstieg, der nur am Freitag von leichten Gewinnmitnahmen getrübt wurde. Entscheidend ist dabei nicht, ob eine Kursbewegung Sinn macht, sondern ob mehr Geld an die Börse fließt als entzogen wird.

DAX, Wochenchart, Stand 16.105 Punkte

In der neuen Woche geht es um die Frage, ob der laufende dynamische Anstieg fortgeführt werden kann. Eine Vielzahl der Marktteilnehmer erwartet bereits einen Ansturm auf neue Rekordhochs. Die Käufer gehen besonders von folgenden Annahmen aus, nämlich dass nun ein Zinsgipfel erreicht sein könnte und dass die US-Notenbank nur noch einmal den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anheben wird und dann nicht mehr. So lautet zumindest die Hoffnung der Marktteilnehmer.

Hinzu kommt, dass die Anleger positive Erwartungen an die laufende Berichtssaison hegen. Sie sehen erste starke Zahlen der US-Banken und wünschen sich deshalb eine Fortsetzung auch für andere Unternehmen. Diese Erwartungshaltung ist riskant, da es sich um vergangene Monate handelt, die sich nicht so leicht in der Zukunft fortschreiben lassen sollten. Zudem lässt sich die Geschäftsentwicklung der Banken nicht auf andere Branchen umlegen, da die Banken vornehmlich von den Leitzinserhöhungen profitiert haben, ohne dabei ihre Kerngeschäfte ausgebaut zu haben. Die Marge stieg, ohne dass die Banken etwas tun mussten, da Kreditzinsen teurer wurden und den Kunden nur verzögert höhere Zinsen geboten wurden.

Der DAX hat sich durch den heftigen Konter der Bullen erst einmal aus seiner Notlage befreien können. Solange die orange Unterstützungslinie bei 16.011 Punkten aus dem Wochenchart verteidigt werden kann, dürfen sich die Käufer weiter Hoffnungen machen. Auf der Oberseite befindet sich der nächste Widerstand bei 16.300 Punkten, sodass von einem Stillstand auf hohem Niveau ausgegangen werden sollte. Der DAX sollte zwischen diesen beiden Marken pendeln. Erst ein Ausbruch über diesen Widerstand oder ein Bruch der Unterstützungslinie bei 16.011 Punkten wird für neue Bewegung am Aktienmarkt sorgen.

Entsprechend dem Überraschungscharakter an der Börse, so wie in der letzten Woche erlebt, könnte der DAX seine Erholungsbewegung abrupt abbrechen und wieder nach Süden abdrehen. Dann würde die Kursentwicklung der vergangenen Woche nur mit umgekehrten Vorzeichen abgespult werden. Anleger versuchen sich gerade an punktuellen Ereignissen wie einzelnen Berichtszahlen zum Aktienkauf zu animieren und verlieren möglicherweise das große Bild aus den Augen. Dieses lautet, dass die USA auf eine Rezession zusteuern, unabhängig davon, wie die aktuellen Quartalszahlen ausfallen werden.

Ob der Anstieg beim DAX weitergehen wird, hängt maßgeblich an der Verteidigung der Schlüsselmarke bei 16.011 Punkten ab. Diese wird richtungsentscheidend wirken.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S.: Wie den DAX-Trend erkennen? (mehr erfahren)

 

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