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Aktien sind derzeit nicht mehr erste Wahl, was sich an dem trägen DAX zeigt, der gar nicht mehr an seine alte Stärke anknüpfen will. Solange die Zinsen nahe bei Null Prozent notierten, wurde am Markt die Abkürzung TINA (There is no Alternative) herumgereicht, dass die Marktteilnehmer unbedingt in Aktien investieren müssten, da es ja woanders keine Rendite gab. Seitdem die Zinswende eingesetzt hat und die Anleger für ihr Geld nun auch Zinsen erhalten, hat sich die Lage verändert.

Das neue herumgereichte Thema am Finanzmarkt ist die Zahl 4, denn wer 4 Prozent mit Anleihen oder Festgeld verdienen kann, warum sollte er sich mit Aktien herumschlagen? Vor allem auch vor dem Hintergrund, dass sich die wirtschaftliche Lage abkühlt und die Unternehmen ihr bisheriges (Gewinn) Tempo nicht mehr fortführen können werden. Wer diese Zusammenhänge als zutreffend erachtet, der wechselt von Aktien zu Anleihen, an die Seitenlinie oder eben zu Festgeld und hat seine Ruhe.

DAX, Tageschart, Stand 15.840 Punkte

Es hat ein Wandel an der Börse stattgefunden. In der Vergangenheit wurde z.B. ein schwacher DAX gekauft. Anleger suchten und fanden Einstiegsmöglichkeiten, um ihr Geld anzulegen. Diese Zeit ist seit dem ersten Halbjahr 2023 vorüber. Nun sieht man sehr deutlich, wie der DAX verkauft wird, sobald der Index höhere Kursebenen erreicht. An den Wochenkerzen der letzten Zeit kann man diese Entwicklung gut verfolgen. Sie haben alle Dochte. Die Wochenhochs können von den Käufern nicht verteidigt werden, sodass der Index bis zum Ende der Woche wieder nachgibt. Das Interesse der Investoren am Aktienmarkt lässt nach.

Mit der Entwicklung der letzten Handelswoche ist ein Abprall des DAX an der wichtigen Schlüsselmarke bei 16.000 Punkten offensichtlich. Anleger trennen sich von ihren Wertpapieren, nachdem eine Gegenreaktion erfolgt ist. Auch die schwachen Arbeitsmarktdaten aus den USA haben die Anleger nicht mehr zum Aktienkauf animieren können. Dabei war das der Treiber der letzten Monate, nämlich die Annahme, dass schwache Konjunkturdaten der US-Notenbank FED Freiraum für Leitzinssenkungen ermöglichen würden. Der Käufermarkt hat sich zu einem Verkäufermarkt gewandelt.

Der DAX hat die blaue Trendlinie unterschritten, wie im obigen Chartbild zu erkennen ist. Jetzt richten sich die Blicke wieder auf die rote Linie bei 15.666 Punkten. Dort ergibt sich die letzte Gelegenheit den DAX in seiner aktuellen Seitwärtsphase festzuhalten, die sich im Bereich des hellgrauen Rechtecks ausmachen lässt. Fällt der Index unter 15.666 Punkte, dann ist die angesprochene Seitwärtsbewegung beendet und die ursprüngliche Abwärtsbewegung sollte sich daraufhin verstärken. Das mittelfristige Ziel liegt weiterhin bei ca. 15.030 Punkten.

Short Signal ID 3571

Auch wenn es manche Börsenteilnehmer noch nicht wahrhaben wollen, die Börsenblase ist geplatzt. Die viel zu lange Zeit, in der die Aktienkurse außergewöhnlich stark gestiegen sind (Null-Zins-Phase), ist vorüber. Anleger haben nun Alternativen und müssen ihr Geld nicht in den Aktienmarkt tragen. Anleihen sind wieder ein guter Renditegeber. Gold ist wieder in den Fokus der Investoren gerutscht, steht knapp unter der 2.000 USD-Marke, und bereitet seinen Ausbruch vor. Der Kryptomarkt macht sich bereit für den nächsten Bullenzyklus. Startschuss wird eine ETF-Zulassung der US-Börsenaufsicht SEC sein. Und wer überhaupt nicht investieren möchte, der kann sein Geld auch auf der Bank liegen lassen, was ebenfalls Zinsen einbringt.

Unternehmen müssen sich einer konjunkturellen Abkühlung stellen. In dieser Zeit ist das Festhalten an Aktien riskant, da diese üblicherweise im Kurs nachgeben, da Umsatz und Gewinn in solch einer Phase ebenfalls zurückgehen sollten. Erst nachdem die Bewertungen auf ein normales Niveau zurückgekehrt sind, sollten Aktien wieder als Anlagemöglichkeit an Attraktivität hinzugewinnen.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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