Wie am Wochenende bereits beschrieben, ist der Aktienmarkt in keiner guten Verfassung. Der DAX zeigt sich, außer ein paar Zuckungen, leblos. Es geht mit dem Aktienindex abwärts. Die Gründe sind allseits bekannt, allen voran der hohe Ölpreis, und dennoch wollten die Anleger nicht die Finger von den Wertpapieren lassen. In den nächsten Tagen sollte sich an dieser schwierigen Ausgangslage nichts ändern.
Der Hauptgrund für den völlig unnatürlichen Anstieg der Kurse in den letzten Wochen war das falsche Spiel von US-Präsident Trump. Immer wieder wusste er, wie man die Anleger bei Laune hält, fachte die Friedenshoffnung im Iran-Krieg an und animierte sie zum Aktienkauf.
Dabei spielt natürlich wieder die Gier der Anleger eine Rolle. Manche wollten zu den Ersten gehören, die bereits investiert sind, wenn die erhoffte Nachricht (erfolgreiche Iran-Verhandlungen, Friedensplan) die Runde macht. Andere sahen ihre Chance, auch am Aktienmarkt zu spekulieren, nachdem die Kurse etwas nachgegeben hatten. Nur die Risiken im derzeitigen Umfeld wurden nicht ausreichend bedacht.
DAX, Tageschart, Stand 24.051 Punkte
Es ist ruhig geworden um US-Präsident Trump. Keine Ankündigungen mehr über bevorstehende Einigungen mit dem Iran, keine wütenden Posts, wenn die Iraner nicht spuren. Nur der Ölpreis zeigt sich altbekannt, nämlich teuer.
Heute Nachmittag wurden US-Inflationszahlen für den Monat April gemeldet. Mit 3,8 % hoch (März: 3,3 %). Ein Preistreiber sind natürlich die Energiepreise, wie soll es anders sein. Anleger wussten über diese Entwicklung Bescheid. Sie wussten auch, dass die US-Notenbank unter diesen Umständen nicht die Leitzinsen senken wird. Sollte der baldige neue Fed-Chef Warsh dennoch diesen Fehler machen wollen (z.B. Druck von der US-Regierung), dann führt das direkt in die Wirtschaftskrise.
So oder so sind beide Wege schlecht für das Aktieninvestment. Werden die Leitzinsen erhöht, um die Inflation zu bekämpfen, dann wird dem Markt Kapital entzogen, Kredite werden teurer und das mögen die Börsen nicht. Sollte die Inflation davongaloppieren und die USA in die Krise rutschen, dann ist das ebenfalls schlecht für die Unternehmen und die Aktienkurse.
Der DAX sollte in dieser Woche nachgeben, wie in der Analyse „DAX-Ausblick: Der Anstieg ist nicht echt“ beschrieben wurde. Heute erreicht der Index den Preisbereich bei 24.000 Punkten. Diese Marke wird den Aktienmarkt nicht aufhalten können. Der Grund ist naheliegend. Anleger realisieren ihren Fehler und sind geneigt, Gewinne mitzunehmen bzw. Verluste zu realisieren, um die Börse zu verlassen.
Schnell sollte es jetzt bis 23.900 Punkte abwärts gehen. Die Chance für eine Pause in der Zone 23.900–24.100 Punkte, so wie ursprünglich angenommen, verblasst gerade. Sollte sich der DAX bei 23.900 Punkten nicht fangen können, dann geht die Talfahrt direkt bis zum Kursziel bei 23.360 Punkten weiter. Diese Marke kann zügig erreicht werden. Wir begleiten diese DAX-Bewegung mit Trading-Signalen (mehr erfahren).
Den Anlegern schwimmen die Felle weg. Alle hoffnungsvollen Argumente, die sie sich zurechtgelegt hatten – z.B. sinkende Leitzinsen, Handelsabkommen, Iran-Frieden – verblassen gerade. Zurück bleibt die triste Lage, dass man zu teuer Aktien gekauft hat und dass die Börsen nicht so gut dastehen, wie das ein hoher Indexstand vorspielen möchte.
Der Aktienmarkt stieg die letzten Wochen unter falschen Annahmen. Wenige Firmen profitieren aus der aktuellen Lage, doch in der Gesamtwirtschaft gibt es weder Boom noch Wachstum. Die Aktien könnten daher für eine längere Zeit auf Talfahrt gehen.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
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