Signale

An den Börsen steigen die Kurse und wollen so Stärke demonstrieren. Der DAX kann die 25.000-Punkte-Marke erreichen. Obwohl mit dem Iran-Krieg wesentliche Teile der Wirtschaft in Not sind, wollen die Aktienkurse diese Krise ausblenden. Je höher die Kurse, umso besser die Stimmung. Dennoch ist der Anstieg nicht echt. Es würde nicht verwundern, wenn sich jetzt Gewinnmitnahmen einfinden und den Index auf Talfahrt schicken.

Den Vogel schießt der Nasdaq100-Index ab. Dieser steigt seit sechs Wochen unaufhörlich. Völlig verrückt! In einer Mischung aus Goldgräberstimmung und Ekstase steigen besonders Aktien aus der Chip- und Speicherbranche in immer neue Höhen und ziehen so den Index mit nach oben. Anleger lassen die bekannten Dollarzeichen in den Augen aufblitzen.

Gleichzeitig jedoch bahnt sich eine Energiekrise an. Mit der Verteuerung von Öl, Strom und Gas ist solch eine Entwicklung längst kein Geheimnis mehr. Zudem sieht es danach aus, dass der Iran die Oberhand in den Verhandlungen mit den USA gewonnen hat. Er kann die Meerenge „Straße von Hormus“ so lange geschlossen halten, bis die USA Eingeständnisse machen. Je länger sich diese abwartende Phase hinzieht, umso schneller kommt die Energiekrise.

DAX, Tageschart, Stand 24.338 Punkte

DAX im Tageschart

Der deutsche Aktienmarkt hat sich in der letzten Woche von der US-Euphorie anstecken lassen und ist zwischenzeitlich bis 25.152 Punkte angestiegen. Für den DAX ein viel zu hoher Wert. Offenbar sind nicht alle Marktteilnehmer kopflos im Markt, denn einige begannen, dieses Niveau zu verkaufen, sodass der Index bis zum Wochenschluss auf 24.338 Punkte zurückfiel.

Im Wochenchart hat sich dadurch ein „Shooting Star“ gebildet, der den Wechsel der Kräfteverhältnisse anzeigt. Ein langer Docht und ein kleiner Kerzenkörper zeigen einen Wochenschluss fast auf dem Niveau, an dem die Handelswoche begonnen hatte. Der Index kam nicht voran.

DAX, Wochenchart, Stand 24.338 Punkte

DAX im Wochenchart

Der DAX hat seinen Anstieg über die Widerstandslinie des Seitwärtskanals nicht halten können, was auf Schwäche hindeutet. Bleibt der Index in der neuen Woche unterhalb von 24.000–24.550 Punkten, dann ist mit einer größeren roten Kerze zu rechnen.

Im obigen Tageschart ist die Kursprognose detaillierter eingezeichnet. Der DAX sollte seinen begonnenen Kursrückgang fortsetzen und den Preisbereich bei 23.900 Punkten erreichen. Nach einer kurzen Erholung, die schon bei 24.100 Punkten auf Widerstand trifft (siehe Hilfslinie), sollte es dann wieder stärker abwärts gehen. Das Kursziel, das schon kommende Woche erreichbar ist, lautet 23.360 Punkte. Wir begleiten diese DAX-Bewegung mit Trading-Signalen (mehr erfahren).

Der Iran-Krieg verblasst in den Augen der Anleger. Die steigenden Kurse verfehlen ihre Wirkung nicht – das weiß auch die US-Administration, die ein Auge auf einen positiven Aktienmarkt hat. In den Medien geht das Interesse an dem Iran-Krieg ebenfalls zurück. Dabei ist die Sperrung der „Straße von Hormus“ von großer Bedeutung, da ca. 25 % der Ölnachfrage in der Welt durch diese Meerenge gesteuert wird. Da Asien und insbesondere China von diesen Lieferungen betroffen sind, wird sich in der neuen Woche zeigen, wie das Treffen des US-Präsidenten mit Chinas Präsidenten Xi Jinping verlaufen wird.

Solange die Meerenge blockiert ist und Öl über 100 US-Dollar kostet (auch 80 US-Dollar wären viel – die runde Marke hat einen psychologischen Charakter), führt der Weg der Wirtschaft in die Rezession. Das gefällt den Anlegern sicherlich nicht, aber irgendwer muss die Kosten für die Preisexplosion bei Energie bezahlen. Und dieses Geld fehlt dann später für Ausgaben, die die Wirtschaft ankurbeln sollen (mehr erfahren).

Auch wenn die Aktienkurse hoch notieren – der Anstieg ist nicht echt. Anleger sollten dieses Marktrisiko im Hinterkopf behalten. Eine Energiekrise trifft alle, auch die von den Anlegern geliebte Chip- und Speicherbranche. Sie verteuert die Preise für alle Güter und dann wird Geld knapp werden. So sicher wie der Börsenanstieg auf dem Kurszettel aussehen mag, so stark ist er in Wirklichkeit nicht.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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