An der Börse ist die Normalität zurück. Das ist auch gut so, denn Börse ist nicht nur Wertpapiere kaufen und schlafen legen. Anleger sind gefordert, die Märkte einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen. Der Abverkauf ist somit auch eine Form des Weckrufs an die Marktteilnehmer, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Der DAX hat ein erstes Kursziel erreicht, doch das war noch nicht alles.
Die letzte Handelswoche begann suspekt, sie zeigt jedoch gut, wie es um den Gemütszustand der Marktteilnehmer steht. Was war geschehen? Obwohl der Ölpreis stabil oberhalb von 100 US-Dollar notierte, wollten die Anleger unbedingt Aktien kaufen. Es ist kaum zu glauben, dass der DAX am Mittwochvormittag noch ein Wochenhoch bei 23.917 Punkten markierte.
Die Schlussfolgerung ist einfach: Anleger haben den Knall noch nicht gehört. Sie versuchen weiter nach dem alten Muster, die Tiefs zu kaufen. Die Zeiten, in denen Aktien oder ETF gekauft wurden und sich dann wie von selbst verteuerten, sind vorüber.
DAX, Tageschart, Stand 22.380 Punkte
Der DAX vergrößert seinen Abstand zu seinem Rekordhoch bei 25.507 Punkten. Auf den ersten Kurseinbruch Anfang Februar 2026 folgte die altbekannte Reaktion des „buying the dip“. Der Index stieg daraufhin zwar, aber ein neues Hoch blieb aus.
Dann begann der Iran-Krieg, und Anleger mussten schnell handeln. Nicht alle konnten sich an die neue Börsensituation anpassen. Wie schon häufiger in diesem Blog erwähnt: Es gibt ganze Generationen von Börsenanlegern, die noch nie einen echten Abverkauf erlebt haben. Anleger waren überfordert mit der Crash-Situation und erstarrten in ihren Positionen.
Während im Februar noch die Möglichkeit bestand, dass die Börsen sich erholen könnten, war Anfang März 2026 das Bild ein anderes und deutlich klarer: Die Aktienmärkte standen vor einem Abverkauf. In dem Artikel „DAX: Börsenrallye ist zu Ende“ wurde auf diese neue Situation eingegangen. Anfang März wurde in dem Beitrag „DAX-Ausblick: Die Flucht aus dem Aktienmarkt“ das Kursziel bei 22.240 Punkten benannt, welches am Freitagabend erreicht wurde. Dass ein Abverkauf tief und schmerzhaft sein würde, wurde in der Analyse „DAX: Die Fallhöhe unbedingt beachten“ prognostiziert.
Beim DAX gibt es Konkretes zu berichten. Der lange Seitwärtstrend ist verlassen worden und somit Vergangenheit. Der Index hat die untere Begrenzungslinie bei 23.300 Punkten gebrochen und ist sofort unter Verkaufsdruck geraten. Der Ausbruch ist charttechnisch abgearbeitet worden (beide vertikalen blauen Linien). Der Index beendet die Handelswoche bei 22.380 Punkten – es ist ein Tages- und Wochentief.
In der neuen Woche ist mit einer Fortsetzung dieses Abverkaufs zu rechnen. Die spannende Frage wird sein, ob es direkt abwärts geht oder ob eine Zwischenkorrektur eingebunden wird. Solange der DAX oberhalb von 22.200 Punkten verbleiben kann, besteht die Chance für eine Gegenbewegung bis in den Bereich bei 22.900 Punkten.
Startet der DAX schwach, also unter 22.200 Punkten notierend, geht es sofort weiter abwärts. Unterhalb von 22.200 Punkten zeigen alle Trendpfeile nach Süden (mehr erfahren). Das nächste Kursziel für den Index lautet 21.400 Punkte. Unabhängig davon, welche Route der Index nimmt, wir begleiten die Kursbewegungen mit DAX-Trading-Signalen (mehr erfahren).
US-Präsident Trump hat am Wochenende dem Iran ein 48-stündiges Ultimatum gestellt. Der Iran soll die Meerenge „Straße von Hormus“ öffnen. Die Anleger werden gebannt auf die Entwicklung in diesem Krieg schauen. Jede Form der Entspannung sollte mit starken Käufen an den Börsen quittiert werden. Anleger sollten diesen Faktor nicht unterschätzen und ihr Handeln entsprechend anpassen.
Viele Anleger sind weiterhin überfordert. Gewohnte Regeln an der Börse funktionieren nicht mehr. Weder lässt sich das Tief kaufen, so wie manche Anleger das in der Vergangenheit getan haben, worauf sich die Kurse erholten, noch können sich die Marktteilnehmer auf die Zentralbanken verlassen, die jetzt den Kampf gegen die Inflation führen müssen und die Börsen nicht mehr mit niedrigen Zinsen unterstützen können. Was bleibt, ist der bange Blick auf den Ölpreis, der jetzt der Seismograf für die Marktbewertung geworden ist.
Die Börse fordert die Anleger heraus. Es ist eben nicht leicht, Geld zu verdienen (mehr erfahren). Umso mehr kommt es jetzt auf das richtige Handeln an. Anleger müssen sorgfältig Wertpapiere auswählen, Zeitpunkt und Volumen abschätzen und auch Gewinne mitnehmen, denn das ist die Normalität an der Börse.
Wir verfolgen die weitere Entwicklung und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
P.S.: Wohin tendiert der DAX? Mit dem Indikatoren-Trading (mehr erfahren) den Index im Blick behalten.




