US-Präsident Trump hat den Iran-Krieg verloren. Mit ihm zusammen auch die Anleger, die sich lange Zeit seiner Rhetorik hingegeben und seinen Posts geglaubt haben. Jetzt fällt der Schleier. Mit dem erfolglosen Treffen in China ist nun auch den Börsen klar, dass sie einem Irrtum aufgesessen sind. Käufer haben einen Fehler gemacht, sie haben zu teuer gekauft, und diese Übertreibung wird nun korrigiert.
Die absolute Übertreibung an den Aktienmärkten können die Anleger am Anstieg des Nasdaq100-Index in den letzten Wochen beobachten. Das Wort „Euphorie“ beschreibt die Kursentwicklung nicht annähernd. Eine starke Gier, zusammen mit dem Glauben der Unfehlbarkeit, hat Aktien und den Index beispiellos in die Höhe getrieben.
Börsenteilnehmer sind nicht wählerisch, was die Kurse steigen lässt, Hauptsache sie legen zu. Also wieder das Thema Künstliche Intelligenz (KI) prominent platzieren und dann folgen schon die Technologie-Aktien. So einfach ist Börse manchmal, besonders in der finalen Phase von Übertreibungen.
DAX, Tageschart, Stand 23.950 Punkte
Das Schlüsselereignis, das zu einem Umdenken bei den Anlegern geführt hat, ist das erfolglose Treffen von Trump mit dem chinesischen Präsidenten Jinping gewesen. Die US-Delegation musste mit leeren Händen zurückreisen. Am Freitag reagierten die Märkte sofort und gaben deutlich nach.
Trump hat sich durch den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu in einen Krieg hineinziehen lassen, den er überhaupt nicht führen wollte. Und jetzt weiß er nicht, wie er die Sache beenden soll. Die Folgen sind enorm.
In der letzten Woche sind US-Verbraucherpreise für den Monat April (3,8 %) gemeldet worden, deutlich zu hoch. Als wäre der Kummer der Anleger nicht schon groß genug, folgten dann auch die US-Erzeugerpreise (ebenfalls zu hoch). Erzeugerpreise sind Vorläufer und ein Indiz dafür, dass sich die Endprodukte weiter verteuern werden. Es ist mit einer Zunahme der Inflation in den USA zu rechnen.
Das hat zur Folge, dass die US-Notenbank gegen diese Teuerung ankämpfen muss, indem sie die Leitzinsen anhebt. Dabei haben die Anleger genau das Gegenteil, nämlich Leitzinssenkungen, bereits in den Kursen eingepreist. Ein Fehler! Jetzt geht die Zinsangst um. Die US-Notenbank Fed muss schnell handeln. Macht sie das nicht, dann verfestigt sich die Inflation und dann wird es schwer, diese wieder wegzubekommen. Für die Börsen sind die Zeichen klar: Leitzinsen sinken nicht und Geld wird teurer (mehr erfahren).
Der DAX hat sich eine Zeitlang durch die überbordende Stimmung an den US-Börsen mitziehen lassen. Dadurch waren kurzzeitig Notierungen über 25.000 Punkte möglich. Die Ernüchterung hat bereits letzte Woche eingesetzt, wie in der Wochenendanalyse „DAX-Ausblick: Der Anstieg ist nicht echt“ beschrieben wurde. Jetzt läuft die Abwärtsbewegung. Der Kursrückgang ließ den Index auch unter die 24.000-Punkte-Marke zurückfallen.
In der neuen Handelswoche sollte der Verkaufsdruck andauern. Ein klares Indiz ist ein hoher Ölpreis, der all das zuvor Geschilderte (Inflation, Leitzinsen) befeuert. Der DAX sollte ab jetzt Mühe haben, 24.050 Punkte zurückzuerobern. Unterhalb dieser Marke geht es direkt abwärts. Das Kursziel lautet 23.360 Punkte. Wir begleiten die Abwärtsbewegung mit Trading-Signalen (mehr erfahren).
Anleger haben auf US-Präsident Trump gesetzt und mit ihm verloren. Was auch immer Trump jetzt unternimmt, es ist schlecht. Greift er an, dann kostet der Krieg viel Geld und die US-Schulden türmen sich. Nichts tun bedeutet, der Ölpreis bleibt hoch, dann ist Benzin in den USA teuer und das gefällt den US-Bürgern gar nicht, die im Herbst zu den Midterm-Wahlen aufgerufen sind. Trump muss also zwischen schlechten Optionen wählen.
Anleger realisieren reichlich spät, dass die Knappheit bei Chips und bei Speicherprodukten zwar kurzzeitig zu enormen Gewinnen bei den herstellenden Unternehmen führt, dass das mittelfristig jedoch zu Nachteilen in der Wirtschaft führen wird. Müssen Waren sehr teuer eingekauft werden, dann lohnen sich Investitionen vielleicht nicht mehr. Traut sich jemand doch und investiert, dann muss das Endprodukt bzw. die Dienstleistung teurer als der Marktpreis verkauft werden, und das kann sich dann auch nicht rechnen. Zeit für etwas Ernüchterung.
Die USA leben in einer eigenen Börsenwelt. Für einen Teil der US-Bürger sind Börsenkurse die einzige Wahrheit, auf die es ankommt, und so handeln sie auch. Die US-Administration lässt keine Chance aus, um auf die hohen Indexstände hinzuweisen. Dabei ist der Ausblick trüb. Die USA steuern auf eine Rezession zu und dann erkennen Anleger – reichlich spät –, dass die heutigen Bewertungen nicht der Realität entsprechen. Trump und Anleger haben verloren.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
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