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Nicht nur an der Börse dreht sich alles um das Thema Geld. Für einen Moment wäre der DAX am Freitag nach unten durchgereicht worden. Die wochenlange Seitwärtsphase schient beendet zu sein. In der Not jedoch erschienen helfende Hände, weißer Rauch stieg auf, und der DAX konnte völlig überraschend um viele Punkte ansteigen. Der Abverkauf wurde dadurch abgewendet, aber verhindern lässt er sich nicht.

Besonders auf die Stimmung schlug der Konflikt der beiden Großmächte USA und China. Die Amerikaner verbieten den Verkauf von leistungsstarken Chips an die Asiaten, die Chinesen kontern mit dem Verbot des Iphones bei staatlichen Stellen. Der Apple-Kurs ging daraufhin in die Knie und da sich diese Aktie fast in jedem Depot und in jedem Fonds befindet, schmälert das den Gewinn, was wiederum die Stimmung der Marktteilnehmer drückt.

DAX, Tageschart, Stand 15.740 Punkte

In Deutschland (und in Europa) ist die Inflation weiterhin zu hoch. Für Deutschland und den Monat August wurden 6,1% verkündet (Eurozone 5,3%). Das ist weiterhin weit weg vom Inflationsziel der Europäischen Zentralbank von ca. 2%. Damit scheinen die Würfel für die nächste EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag gefallen zu sein. Eine Zinserhöhung von 0,25 Prozentpunkten ist wahrscheinlich.

Anleger wollen jedoch weiterhin an eine Zinspause glauben. Sie klammern sich fast schon an dieses Narrativ. Wie eingangs dieses Artikels geschrieben, geht es um Geld. Höhere Zinsen verknappen das Geld. Unternehmen leihen sich dann weniger, investieren weniger und die Aktionäre verdienen weniger (mehr über die Zusammenhänge hier). Dennoch wollen die Anleger an die Hilfe der EZB glauben und drücken sich selbst die Daumen.

Der DAX hat die abgelaufene Woche schwach absolviert. Das gilt nicht nur für den Wochenverlust, sondern auch für die Tagesverläufe. Intraday begann der Tag meist positiv doch ab dem Nachmittag sanken die Kurse wieder. Viele Tageskerzen haben dadurch Dochte und das sind Schwächezeichen.

Daher verwundert es nicht, dass am Freitag die Nerven kurzzeitig blank lagen. Der DAX kam unter die Räder und fiel zwischenzeitlich unter die 15.666 Punkte Marke. Als der Index im freien Fall war, kam überraschend starke Hilfe. Mit viel Geld schafften unbekannte Käufer, Schlimmeres zu verhindern. Der DAX konnte bis zum Handelsschluss das Tagesminus eingrenzen und auch die Unterstützungsmarke bei 15.666 Punkten zurückgewinnen.

Die Erholungsbewegung vom Freitag verändert jedoch das negative Börsenumfeld nicht. Weiterhin werden schlechte Konjunkturdaten gemeldet. Hier liegt auch die Hoffnung der Marktteilnehmer. Sie glauben, dass die EZB eine Zinspause einlegen müsste, damit sie die Wirtschaft nicht mehr unter Druck bringt. Die EZB hat aber „nur“ ein Mandat, um für Geldwert-Stabilität zu sorgen. Wenn sie dieser Aufgabe nachkäme, dann müsste sie die Leizinsen weiter anheben.

Short Signal ID 3575

Der DAX befindet sich weiterhin in einer Seitwärtsphase. Nach unten sichert der Bereich bei 15.666 Punkten ab und nach oben ist der Bereich bei 16.004 Punkten die Grenze. In der neuen Woche gilt es weiterhin abzuwarten, welche Marke auf Tageschlussbasis gerissen werden wird.

Nach einem positiven Start in die neue Woche sollten die Anleger wieder Lethargie überkommen und sich der Index weiterhin im Bereich von 15.800 Punkten aufhalten. Erst ein Bruch der zuvor genannten Marken wird für Action am Aktienmarkt sorgen. Spätestens am Donnerstag Mittag wird dann mit einer Marktreaktion auf die EZB-Leitzinsentscheidung zu rechnen sein.

Übergeordnet befinden sich Gold und Bitcoin (Krypto) in den Startlöchern für eine Rallye. Der Aktienmarkt befindet sich vor einer größeren Abwärtsbewegung. Letztendlich geht es an der Börse allein um das Geld. Es profitiert immer das Marktsegment, in das das Geld fließt (bzw. verschoben wird) und da sieht es für den Aktienmarkt schlecht aus. Ein Abverkauf konnte gerade so verhindert werden, aber aufgehoben ist er dadurch nicht.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S.: Auch bei der Nationalmannschaft geht es um das Geld (mehr erfahren)

 

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