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Anleger sind verwundert über den Aixtron-Aktienkurs. Hatten doch einige auf ein baldiges Ende der Korrektur gehofft. Andere sind von der vorangegangenen Rallye so sehr auf steigende Kurse gepolt, dass sie sich ein „zurück an die guten alten Zeiten“ wünschen. Es kommt anders. Der Aktienkurs gibt nach und durchbricht die nächste Unterstützungslinie. Damit müssen sich Anleger mit neuen Realtäten abfinden und den Blick auf tiefere Preise richten.

An der Börse muss der Anleger zwischen der Hoffnung auf eine Fortsetzung einer Aufwärtsbewegung und dem Zeitpunkt für Gewinnmitnahmen entscheiden. Diese beiden Faktoren liegen nahe beieinander, sodass es den meisten Privatanlegern die erfolgreiche Umsetzung nicht gelingen will. Ist die Rallye am Anfangsstadium, dann wird zu früh verkauft. Ist die Rallye weit fortgefahren, dann will man seine Papiere nicht hergeben und hofft auf eine Fortsetzung. Dabei wird dann der Ausstiegszeitpunkt verpasst.

Aixtron, Wochenchart, Stand 24,09 Euro

Aixtron ist ein Hersteller von Anlagen für die Halbleiterindustrie. Dieser Aspekt ist wichtig, da die Halbleiter-Industrie zyklisch ist. Es geht immer ein paar Jahre mit den Geschäften rauf, um dann wieder ein paar Jahre lang Trübsal zu blasen. In dieser Zeit, in der ersten Phase, geht es besonders um den Ausbau von Fertigungskapazitäten.

Nimmt die Nachfrage nach Halbleitern zu, dann sind die Produktionskapazitäten zunächst zu gering. Dann kommt es zu einem Ausbau der Kapazitäten, von dem besonders Aixtron profitiert. In den Jahren 2020-2023 ging es mit dem Aktienkurs dementsprechend rauf. Wichtig ist jedoch, dass dieser Ausbau von Kapazitäten ein Ende hat. Denn wenn die Aufträge sprudeln und immer mehr Halbleiter produziert werden können, wird das Angebot zu groß und das macht die Preise kaputt. Hier endet dann wieder ein Zyklus am Halbleitermarkt.

Anleger hätten schon Anfang 2024 die Reißleine bei der Aixtron-Aktie ziehen sollen. Die Jahresendrallye 2023 erscheint wie aus dem Bild gefallen, denn eigentlich hatte da die Verkaufswelle schon begonnen. Wer sich auf die technische Analyse konzentriert, hatte ein Signal zum Verkauf beim Bruch der Aufwärtstrendlinie erhalten. In dem Artikel „Aixtron: Kursziel nach Trendbruch“ wurde auf dieses Ereignis hingewiesen.

Aktuell geht es mit dem Abverkauf weiter. Wer sich nicht mit dem fundamentalen- und dem charttechnischen Umfeld beschäftigt hat, der wundert sich, warum die Aixtron-Aktie nachgibt. Die Aussichten sind jedoch trüb und da werden sich jetzt keine echten Käufer zeigen. Wer seine Gewinne realisieren will, der zögert nicht.

Nach dem Trendbruch (blaue Linie) steuert die Aixtron-Aktie auf das Kursziel bei 20 Euro zu. So tief sollte die Aktie im ersten Anlauf sinken. Doch das wird nicht alles sein. Die Weltwirtschaft steuert auf eine konjunkturelle Abkühlung zu, in der der Konsum nachgeben sollte und die Bürger weniger Produkte einkaufen werden, in denen Chips verbaut sind. Die Nachfrage nach Chips sollte daher sinken und damit auch die Nachfrage nach Anlagen.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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