Seit Jahresbeginn hat der DAX knapp 9 % verloren. Das hässliche Gesicht der Börse zeigt sich den Anlegern, die noch Anfang 2026 nicht genug von Aktien haben konnten. Auch ohne den Ausbruch des Iran-Krieges waren Aktien hoch bewertet. Die aktuelle Lage beschleunigt nur, was nicht aufzuhalten war. Der Aktienmarkt befindet sich in einer größeren Korrektur. Das nächste Kursziel steht bevor.
Der Absturz am Aktienmarkt ist heftig. Es herrscht absoluter Käuferstreik in einem verunsicherten Marktumfeld, was sinkende Kurse beschleunigt. Der Iran-Krieg dauert weiter an, und niemand kann abschätzen, wie lange das der Fall sein wird. Klar ist nur: Die Meerenge „Straße von Hormus“ ist geschlossen, und es fehlt der Welt an Öl und Gas.
Es ist unter diesen Umständen absolut unverständlich, wieso die Weltgemeinschaft nicht Druck auf die USA ausübt. Israel hatte eine Rechnung mit dem Iran offen, und die USA wollten Stärke demonstrieren. Die beiden Länder begannen einen Krieg, der nicht hätte sein dürfen, und nun gibt es niemanden – auch keine Organisation wie z. B. die Vereinten Nationen (UN) –, der Israel und die USA bremsen kann.
DAX, Tageschart, Stand 22.300 Punkte
Die Folgen dieses Krieges trägt nun die Welt. Sie taumelt auf eine Wirtschaftskrise zu. Ohne Öl und Gas läuft nichts. In einigen asiatischen Ländern gibt es bereits Knappheit und Restriktionen. In Deutschland wird für Ende April mit Schwierigkeiten gerechnet, sofern sich zuvor kein Frieden einstellt.
Unter diesen Umständen schießt der Ölpreis nach oben, denn das Gut ist knapp. Die Preisbildung (mehr erfahren) erzwingt dieses Verhalten. Fälschlicherweise berichten einige Medien, dass Europa weniger betroffen sei als zum Beispiel Asien, da Deutschland Öl und Gas u. a. aus Norwegen und den USA bezieht – doch das ist ein Trugschluss. Alle Öl- oder Gasproduzenten verkaufen ihren Rohstoff zu Weltmarktpreisen, niemand hat etwas zu verschenken. Sobald die laufenden Verträge auslaufen, werden die Folgeverträge teuer, und das wird schon überall eingepreist. Die Lage ist kritisch.
Die Finanzmärkte reagieren sofort. Wertpapiere werden schnell verkauft, bevor die Kurse weiter nachgeben. Denn die Marktteilnehmer erkennen frühzeitig, dass die Aussichten trüb sind – Inflation, Rezession. Da ist keine Hoffnung auf Kursgewinne.
Seit Wochen werden die Marktteilnehmer von US-Präsident Trump an der Nase herumgeführt. Mal gibt es bald eine Einigung mit dem Iran, dann doch nicht. Mal werden Bodensoldaten in das Kriegsgebiet geschickt, während er gleichzeitig über gute Verhandlungen spricht. Da sich bisher all diese Äußerungen des US-Präsidenten als Luftnummer entpuppt haben, bleibt dem geschwächten Trump nichts anderes übrig, als erneut seine Frist für die Öffnung der Meerenge nach hinten zu verschieben. Das aktuelle Ultimatum läuft am 6. April um 20 Uhr Washingtoner Zeit ab.
Ohne eine neue Meldung bezüglich einer Einigung zwischen den USA und dem Iran sollten die Kurse weiter unter Druck bleiben. Das bisherige DAX-Tief befindet sich bei 21.863 Punkten. Darauf folgte der berühmte Tweet des US-Präsidenten Trump über Verhandlungsergebnisse mit dem Iran, woraufhin der DAX 1.200 Punkte zulegte. Das hatte sich ebenfalls als leere Nachricht herausgestellt. Der Kursanstieg beim DAX wurde wieder abverkauft. Die Märkte trauen Trump nicht, und sie erahnen bereits die negativen Folgen, die auf Unternehmen und Verbraucher zukommen.
Der DAX tendiert in der neuen Woche zunächst zum nächsten Verlaufstief bei 21.863 Punkten. Unter den aktuellen Umständen ist sogleich mit einer Aufgabe dieses Tiefs zu rechnen. Es sind kaum Käufer vorhanden, die Nachfrage nach Aktien erzeugen und so den Abverkauf bremsen können. Das anvisierte Kursziel lautet 21.400 Punkte.
Charttechnisch gibt es daraufhin einen ersten Hoffnungsschimmer, da beim Preisbereich von 21.400 Punkten eine lange Aufwärtstrendlinie (grün) verläuft, die im ersten Kontakt zu Käufen genutzt wird. An solchen wichtigen Kursmarken sind die Käufer mutiger, weil sie auf die Kraft der Unterstützungslinie setzen, und so in Überzahl kommen. Mehr Käufer als Verkäufer bedeutet steigende Kurse – zumindest kurzfristig.
Am Aktienmarkt befindet sich der DAX im freien Fall. Anleger blicken sorgenvoll auf den Ölpreis, der nicht aufhören will zu steigen. Entweder es kommt zu einer überraschenden Einigung im Iran-Krieg, oder der Abverkauf geht ungemindert weiter. Wir begleiten die Bewegung mit Trading-Signalen (mehr erfahren).
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
P.S.: Wohin tendiert der DAX?
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