Signale

Der DAX fällt stark. Völlig unbegreiflich, dass die Anleger den Index am Freitag noch auf 25.405 Punkte gedrängt haben. Zwei Handelstage später notiert der Index ca. 1.600 Punkte tiefer. Der Krieg im Iran dominiert die Themen. Wie lange wird er dauern, und welche Folgen wird ein hoher Ölpreis auf die Inflation haben? Unsicherheit lässt Anleger zögern. Die neue Marktreaktion, nicht mehr den Dip zu kaufen, ist ein klares Warnzeichen.

Die Frage aller Fragen scheint zu sein, wie lange der Iran-Krieg andauern wird. US-Präsident Trump warf vier Wochen in den Raum, um dann noch hinzuzufügen, es daure eben, solange es dauert. Dies hat die Unsicherheit an den Börsen verstärkt und gestern für Zurückhaltung bei möglichen Käufern geführt. Heute werden Aktien verkauft.

Eine Mehrzahl der Marktteilnehmer hatte mit einem kurzen Einsatz gerechnet und sich daher schon Chancen am Aktienmarkt ausgemalt. Üblicherweise waren militärische Einsätze in der Vergangenheit eine gute Gelegenheit, günstig an Aktien zu kommen, die dann von einer baldigen Entspannung profitierten.

DAX, Tageschart, Stand 23.683 Punkte

Genau um diese Mentalität der Marktteilnehmer geht es. Während in früheren Jahren „buying the dip“ – also das Kaufen des Kursrückgangs – als gesetzt galt, war das zu Wochenbeginn anders. Außer ein paar Mutigen zur Börseneröffnung, die sich in der Hoffnung auf schnelles Geld ins Getümmel warfen, stiegen weder DAX noch Dow nachhaltig.

Diese Zurückhaltung am Markt kann als ein Warnzeichen gewertet werden. Die Risiken eines Aktienengagements werden als höher gewertet als die Chancen auf Kursgewinne. Das ist ein signifikanter Wandel zu früheren Haltungen.

Besonders die Sorge vor einer Zunahme der Inflation schreckt Anleger ab. Anleger haben fest mit US-Leitzinssenkungen gerechnet und diese in den Kursen eingepreist. All dies stellt sich nun als unerreichbar heraus. Schon früh wurde in diesem Blog auf dieses Risiko am Aktienmarkt hingewiesen.

Hinzu kommt, dass auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) nun in Bedrängnis kommt. Bei höheren Zinsen wird die Finanzierung teurer. Zudem kommen auch Sorgen wegen steigender Energiepreise hinzu. All die geplanten und laufenden Rechenzentren brauchen Strom, und das kostet in der Zukunft vermutlich deutlich mehr, was manches Projekt unwirtschaftlich werden lässt.

DAX im Wochenchart

Der DAX stürzt ab. 25.000 Punkte wurden gestern unterschritten. Heute wird die 24.000-Punkte-Marke gerissen. Aktuell ist der Index nicht fern von der nächsten runden Marke. Es geht schnell, wenn Anleger aus dem Markt fliehen. Der deutsche Leitindex hat nun alle Hoffnungen auf der Oberseite verpulvert. Damit kann die lange Börsenrallye als beendet angesehen werden.

Der DAX ist zurück in seinem ursprünglichen Seitwärtskanal. Damit ergibt sich ein Kursziel bei 23.350 Punkten, auf das der Index jetzt zusteuert. Derzeit trifft der Markt auf starke, auch automatisierte Verkäufer, die unbedingt ihre Wertpapiere verkaufen wollen oder müssen. Was auf dem Weg nach oben super klingt, z. B. gehebelt zu agieren oder auf Kredit zu spekulieren, wird auf dem Weg nach unten schmerzhaft.

Sie können den DAX-Trend mit dem Indikatoren-Trading verfolgen (mehr erfahren).

Behalten Sie weiterhin den Wochenchart im Auge (kleines Bild). Der Abprall an der steigende Trendlinie in der Bildmitte ist offensichtlich. Wenn der Preisbereich bei 23.300 Punkten nicht verteidigt werden kann – die genaue Schlüsselmarke lautet 22.943 Punkte –, eröffnen sich ganz neue, noch tiefere Kursziele für den DAX. Noch ist es nicht so weit, aber es hilft, bestimmte Szenarien im Hinterkopf zu behalten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S.: Erhalten Sie mit DAX-Trading-Signale (mehr erfahren)