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Da sind sie wieder, die Superlative wie „rekordverdächtig“ oder „so hoch wie“, nachdem für den Oktober 2022 in der Eurozone eine Inflationsrate von 10,7 % gemeldet wurde. Sie ist höher als von Fachleuten erwartet. Wieder einmal zeigen sich die EU und die EZB wegen der starken Teuerung überrascht. Dabei hat man jahrelang noch Öl ins Feuer gegossen und viel zu lange nichts unternommen. Die EZB ist selbst schuld an der hohen Teuerung in der Eurozone.

Man kann es kaum glauben, die Europäische Zentralbank (EZB), deren Hauptaufgabe die Wahrung der Geldwertstabilität ist (mehr erfahren), hat noch im Jahre 2021 die Bürger und die Wirtschaft mit den Worten beruhigt, man solle sich keine Sorgen um die Inflation machen. Diese, damals notierte sie noch um die 3 %, würde sich bald wieder beruhigen. Es handele sich nur um einen vorübergehenden Effekt. Diese fatale Einschätzung wird vermutlich in die Geschichtsbücher eingehen.

DAX; Wochenchart, Stand 13.273 Punkte

Dabei fällt die Inflation nicht vom Himmel (mehr erfahren). Die EZB, die sich nun überrascht zeigt, sie ist der wesentliche Grund, warum die Eurozone jetzt mit einer zweistelligen Inflationsrate zu kämpfen hat. Sie hat zuerst viel zu lange viel zu viel Geld gedruckt. Dieses übermäßige Angebot an Geld bleibt jedoch niemals ohne Folgen. Das führt regelmäßig zur Geldentwertung. Es gibt daher keinen Grund, sich wegen der Wucht der Teuerung überrascht zu zeigen.

Anleger an den Börsen zeigen sich wenig beeindruckt. Je höher die Inflation ist, umso wertloser ist der Euroschein. Möglicherweise machen sich Marktteilnehmer Hoffnungen, dass auf diese Art mehr für eine Aktie hingeblättert werden muss. Manch einer deckt sich vermutlich rechtzeitig mit Wertpapieren ein. Obwohl der Oktober sehr stark für die großen Börsenindizes verlief, ist Vorsicht an der Börse nie verkehrt. Der derzeitige Anstieg steht auf wackligen Füßen, wie in dem Artikel „DAX-Ausblick: Die Zweifel sind berechtigt“ beschrieben wurde.

Inflation ist ja nicht nur in der Eurozone ein Problem. Überall, wo die Zentralbanken die Geldschleusen weit geöffnet haben, steigt die Inflationsrate stark an. Umso mehr müssen die Zentralbanken nun auf die Bremse treten, indem sie die Leitzinsen anheben. Diese Woche ist die US-Notenbank FED dran, die am Mittwoch Abend die Zinsen anheben sollte. Erwartet wird eine Anhebung um 0,75 Prozentpunkte.

Es gibt keinen Grund, warum sich Medien, die Behörden in Brüssel, oder sonst jemand überrascht geben muss. Solange die EZB nicht entschieden handelt, solange wird sich an der Teuerungstendenz wenig ändern. Hier zeigt sich der Geburtsfehler des Euros. Die EZB nimmt zu sehr Rücksicht auf die Schuldenlage der Mitgliedsländer und kann das Ruder nicht so herumreißen, wie sie eigentlich müsste. Ihre Aufgabe ist jedoch klar geregelt. Sie muss die Geldwertstabilität des Euros sicherstellen und das macht sie leider nicht.

Wir verfolgen den Verlauf der Inflation und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Welche Eigenschaften muss Geld haben? (mehr erfahren)

 

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