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Lange hat die EZB die Augen vor den Folgen ihrer Geldpolitik verschlossen. Heute lässt sich ihr Scheitern erneut nicht mehr leugnen. Mit einer Inflationsrate von 8,1 % befindet sich die Teuerung in der Eurozone im schlimmen Bereich. Anleger zögern nicht lange und steigen aus ihren Aktien aus. Mit den nun geschaffenen Fakten hat die EZB keine Ausrede mehr, die Leitzinsen nicht anzuheben. Sie wird handeln müssen. Den Börsen wird eine Leitzinsanhebung nicht gefallen.

Inflation fällt nicht vom Himmel. Die Kernproblematik ist ganz einfach. Wenn es von einem Gut zu viel vorhanden ist, dann fällt der Preis. Haben sie z.B. zu viele Erdbeeren angebaut, die keiner haben will, dann sinkt der Preis. Erschafft die EZB viele Euros, um Staaten und Märkte zu stützen, dann sinkt der Wert des Euros. Bürger und Unternehmen müssen mehr von den Euros aufbringen, um das gleiche Gut zu kaufen. Die Teuerung ist da. Inflation ist selbstgemacht, auch wenn die EZB auf andere Gründe verweisen will.

DAX, Tageschart, Stand 14.377 punkte

Die Marktteilnehmer haben mit einer Inflationsrate von 7,6 % gerechnet. Herausgekommen ist eine Inflationsrate von 8,1 % in der Eurozone für den Monat Mai. Das ist bitter, zeigt sie doch, wie falsch die EZB-Geldpolitik verläuft. Es ist ihre Aufgabe für einen stabilen Euro zu sorgen. Damit ist gemeint, dass die Bürger die Kaufkraft ihres Geldes behalten. Die EZB ist gescheitert.

Der DAX hatte es sich am Vormittag über 14.500 Punkte gemütlich gemacht und drängte im Rahmen einer Korrekturbewegung nach Norden. Mit der Bekanntgabe der Inflationszahlen aus der Eurozone ging es abwärts. Anleger erkennen nun, dass Inflation ein dauerhaftes Problem ist. Sie bringt Konsumenten und Unternehmen in Schwierigkeiten. Die einen geben in einer inflationären Phase weniger Geld aus. Die andern verdienen weniger und das mögen die Investoren gar nicht. Also verkaufen sie ihre Aktien.

Die unausgesprochene Sorge unter den Marktteilnehmern ist die Höhe einer Leitzinsanhebung durch die EZB. Zwar wurde bisher für die nächste Sitzung eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte kommuniziert, doch das reicht bei weitem nicht. Unter den gegebenen Umständen müsste die EZB mit 0,75 Prozentpunkten reagieren, was sie sich nicht trauen wird. Wie auch immer, den Märkten werden höhere Zinsen missfallen, da die Zinswende Realität wird.

Zwar gibt der DAX heute nach, doch noch ist kein Porzellan zerschlagen. Solange der Unterstützungsbereich bei 14.310 Punkten verteidigt werden kann, ist ein finaler Aufwärtsimpuls möglich. Das Kursziel lautet weiterhin 14.850 Punkte. Kann die angesprochene Unterstützungslinie nicht verteidigt werden, dann trübt sich das Bild ein und der Index würde bis in den Bereich bei 14.090 Punkte nachgeben.

Anleger sehen ihre Hoffnungen davonfliegen. Die Inflation hat die Börsen im Griff. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Preisdruck die Margen der Unternehmen auffrisst. Die EZB hat bisher nicht gehandelt und die Inflation bekämpft. Die Quittung hat sie jetzt (die Bürger auch). Hoffentlich erfolgt bald ein Umdenken, die Inflation galoppiert nämlich bereits und muss unbedingt gebremst werden.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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