Nachdem die Marktteilnehmer wochenlang darauf vorbereitet wurden, begann am Wochenende der Angriff der Verbündeten Israel/USA gegen den Iran. Am Samstagmorgen verlor der DAX ca. 250 Punkte zu seinem Schlusskurs vom Freitag. Jetzt gilt es abzuwägen, wie sich dieser militärische Konflikt auf die Börsenkurse im Allgemeinen auswirken wird. Was zunächst nach Unsicherheit aussieht, schreckt an der Börse kaum noch jemanden – oder ist diesmal alles anders?
Dafür, dass sich frühzeitig die Signale auf einen Kriegsbeginn an diesem Wochenende gehäuft haben, hielt sich der DAX im Freitagshandel deutlich besser, als man das bei solch einem Börsenumfeld erwarten würde. Warum? Anleger wollen nicht zu früh verkaufen, sie wollen investiert sein, da sie ständig auf Profite schielen. Risiken werden so lange ausgeblendet, bis sie sich deutlich auf die Börsenkurse auswirken und nicht mehr ignoriert werden können.
Am Montag werden die Börsen eine Etage tiefer eröffnen. Aktienkurse sollten mit einer Kurslücke nach Süden eröffnen (z. B. SAP-Aktie), und dann wird es darauf ankommen, wie die Anleger auf diesen ersten Kursrückgang reagieren werden.
DAX, Tageschart, Stand 25.284 Punkte
Anleger werden die börsentechnischen Auswirkungen wegen des Kriegs im Nahen Osten bewerten müssen, sobald am Montag die Börsenräume geöffnet werden. Es gilt zu handeln, aber wie?
In der nahen Vergangenheit kann man Beispiele verfolgen, in denen geopolitische Eskalationen zwar zu einer deutlich tieferen Börseneröffnung führten, doch dann im Tagesverlauf oder in den Folgetagen die Aktienkurse wieder stiegen. Das liegt besonders an großen Marktteilnehmern (z. B. Fonds), die hier ihre Chance sehen, durch die große Liquidität günstig an Standardwerte zu kommen. Während die Privatanleger medial angefacht in Sorge sind und eilig ihre Aktien verkaufen, halten die großen Marktteilnehmer die Hand auf. Dieses Szenario beinhaltet, dass der Iran sich nicht lange wehren kann und der militärische US-Einsatz bald schon beendet wird.
Anders hingegen, wenn am Markt tatsächlich Sorgen aufkommen, dass der Konflikt dauerhafte Auswirkungen zum Beispiel auf den Ölpreis hat. Da kennen die Investoren keinen Spaß, denn Öl ist in der Herstellung fast jedes Produktes nötig (zusätzlich zu den bekannten Kraftstoffen und Heizöl). Die Sorge vor einem Ölpreisschock würde sich dann durchsetzen, und das vermiest den Anlegern die Laune auf Aktien. Am Montag daher unbedingt auch den Ölpreis beobachten.
Wie immer im Leben kommt es auf die Zusammenhänge an. Steigt der Ölpreis stark, steigt auch die Inflation bzw. Inflationsangst, und das wird die Notenbanken davon abhalten, die Leitzinsen zu senken. Setzt sich diese Markthaltung durch, werden die Anleger Aktien meiden, und die Kurse bleiben unter Druck. Wir empfehlen das Buch „Verstehen Sie Geld?“ (hier), um den Blick auf das große Ganze zu behalten.
Der Montagmorgen verspricht bereits Spannung. Sofort wird es darum gehen, welche Unterstützungslinien im Chartbild gebrochen werden und wie die Beurteilung der Marktteilnehmer zum militärischen Konflikt ausfallen wird.
Verbleibt der DAX unterhalb von 25.010 Punkten, wird der Index verkauft werden. Der Ausbruch auf der Oberseite hat dann keinen Bestand mehr. Belastend zum Kriegsausbruch würde auch Verkaufsdruck aus dem Wochenchart hinzukommen, auf den wir häufiger hingewiesen haben. Der Index wäre in dem Fall an einer wichtigen Trendlinie gescheitert. Im Wochenchart scheint der Bereich bei 25.340 Punkten unüberwindbar. Auf der Unterseite eröffnet sich Abwärtspotenzial bis zur 24.550-Punkte-Marke.
Kann der DAX im Tagesverlauf die Marke von 25.010 Punkten überwinden, steigt der Index auch bis zur lila Trendlinie in der Bildmitte. Bei 25.200 Punkten muss dann eine Entscheidung fallen. Steigt der Index auch über diese Marke, ist der Krieg an der Börse bereits kein Thema mehr. Prallt der Index an der lila Linie ab, kommt es erneut zum Test der 25.010-Punkte-Marke. Behalten Sie den DAX-Trend im Auge, indem Sie das Indikatoren-Trading nutzen (hier).
Schon früh haben wir in diesem Blog auf die Ambitionen der USA hingewiesen. Was immer die Nordamerikaner machen, sie verfolgen wirtschaftliche Ziele (auch wenn sie das selbstverständlich anders kommunizieren). Das war in der Vergangenheit nie anders.
Erst im Januar 2026 wurde die Kontrolle in Venezuela übernommen. Es verwundert kaum, dass Venezuela über die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt verfügt. Wenn sich jemand noch an den Afghanistan-Krieg der USA im Jahre 2001 erinnert: Afghanistan war damals der weltweit größte Produzent von Opium (sind sie jetzt natürlich nicht mehr). Und auch beim Iran sind die Ambitionen ähnlich, denn Iran verfügt über die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt (nach Russland). In jedem Krieg werden bekanntlich Interessen verfolgt.
Am Aktienmarkt wurden die Anleger lange Zeit mit dem bevorstehenden Angriff auf den Iran vorbereitet, sodass die Überraschung weniger stark ausfallen sollte, als das zunächst den Anschein hat. Es wird viel mehr darauf hinauslaufen, ob Lieferketten (z.B. Straße von Hormus) in Mitleidenschaft gezogen werden.
Wir verfolgen die weitere Entwicklung und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
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