Am Aktienmarkt geht es weiter vorsichtig aufwärts. Der DAX schwankt um die 25.000-Punkte-Marke mit Tendenz, diesen Bereich hinter sich zu lassen. Fundamentale oder geopolitische Risiken, wie ein US-Angriff auf den Iran, lassen die Anleger kalt. Fast schon hat man sich damit abgefunden, so wirkt es. Es scheint egal zu sein, welche Nachricht auf die Börsen eintrudelt – irgendwie steigen die Kurse trotzdem. So ist auch der Ausblick für die kommende Handelswoche entsprechend.
Die größte Bewegung gab es an der Börse am Freitag, als das höchste US-Gericht (Supreme Court) die reziproken Zölle von US-Präsident Trump gekippt hat. Das ist das berühmte Bild aus dem Frühjahr, auf dem der US-Präsident im Garten des Weißen Hauses die Zolltafel in die Kameras hielt.
Damit sind folgende Dinge klar: Der US-Präsident hat seine Befugnisse überschritten, und die bisherigen Einnahmen in Höhe von 175 Milliarden US-Dollar sind unrechtmäßig und müssen zurückgezahlt werden (darüber wird noch gestritten). Doch niemand weiß, wie das gehen soll. Wer soll das Geld bekommen, der Hersteller, der Importeur oder der Verbraucher? Sehr schwierige Frage.
DAX, Tageschart, Stand 25.245 Punkte
Die Börsen reagierten zunächst erleichtert auf die Entscheidung des Supreme Courts in der Hoffnung auf unbeschränkten Handel, doch die Freude war nicht überschwänglich, da die Frage der Rückabwicklung äußerst komplex ist. Vermutlich fließt auch nichts von den Milliarden zurück, denn wer Trump kennt, weiß, dass er sich diesem Urteil nicht fügen wird. Einen Anfang hat er Freitagabend schon gemacht und „andere“ Zölle (pauschal 10 %) auf den Weg gebracht. Nachdem er eine Nacht darüber geschlafen hat, erhöhte Trump diesen Basiszoll von 10 % auf 15 %. Das Zoll-Thema kocht gerade und ist im Kern nachteilig für die Börsen, da sich die Unternehmen Verlässlichkeit und Klarheit wünschen.
Ein weiteres Thema ist der mögliche Kriegsausbruch mit dem Iran. Die USA stehen bereit und scheinen nur auf einen günstigen Zeitpunkt zu warten. Nun dauert die Vorbereitung schon sehr lange, sodass ein Gewöhnungseffekt an den Börsen eingesetzt hat. Die Marktteilnehmer lassen sich durch den Militäraufmarsch nicht mehr aus der Ruhe bringen. Vermutlich wird die Börse einen US-Angriff feiern und dies als Ende der Phase der Unsicherheit interpretieren. Trotz des medialen Spannungsaufbaus – der Iran ist gegen die US-Militärmacht absolut chancenlos, sodass ein Angriff nur kurz andauern sollte.
In den letzten Wochen ist der DAX nicht zum Nachgeben bereit. Was auch immer in der Welt geschieht, egal welche Konjunkturdaten enttäuschen und unabhängig davon, ob Unternehmen vor Schwierigkeiten stehen – die Aktienkurse halten ihr Niveau oder legen etwas zu. In dieser Woche hat der DAX 1,3 % zugelegt, seit Jahresanfang sind es 3 %.
In der neuen Handelswoche sollte sich an diesem Umstand trotz der vorhandenen Unsicherheiten nichts ändern. Der DAX hat mit dem Ausbruch über die Schlüsselmarke bei 25.010 Punkten für eine Richtungsentscheidung gesorgt. Am Freitag wurde dieses Ausbruchsniveau erfolgreich getestet.
Solange der Index über dieser Marke verbleibt, zeigen die Trendpfeile nach Norden. Das ist unabhängig davon, welche Nachrichten eintrudeln. Der Grund liegt in der absoluten Überzeugtheit der Anleger, dass der Aktienmarkt sowieso steigen wird. Dieses Verhalten ist häufig anzutreffen im Endstadium einer langen Rallyephase. Der DAX befindet sich im großen Bild im Endstadium seiner Anstiegsphase, das maximale Anstiegspotenzial lautet 27.000 Punkte, bevor der Trend für eine längere Zeit kippt. Die spannende Frage ist, ob dieses Ziel wirklich ausgereizt wird.
Oberhalb von 25.010 Punkten lauten die nächsten Kursziele 25.370 Punkte, gefolgt vom bisherigen Allzeithoch bei 25.507 Punkten. Das Ziel dieser Aufwärtsbewegung ist der Bereich bei 25.670 Punkten. Im Zweifel geht es aufwärts.
Eine noch bestehende Hürde findet sich im Wochenchart, wo der Index bei 25.300 Punkten auf Widerstand trifft. Bisher hat der DAX diese Hürde nicht überwinden können. Anleger sollten das Verhalten des Index an dieser Stelle beobachten. Wir melden uns mit entsprechenden Trading-Signalen (mehr erfahren).
Der KI-Hype verblasst bereits (zu hohe Investitionen, die sich möglicherweise nicht rentieren und daher Geld kosten), Branchen geraten unter Druck, da KI ihre Produkte und Dienstleistungen obsolet macht. Und nicht zu vergessen: Eine Schuldenkrise wird nicht abzuwenden sein. Hierzu passt, dass die US-Regierung 175 Milliarden US-Dollar auftreiben muss – siehe Zollurteil oben –, um diese zurückzuerstatten. Der US-Schuldenberg wird steigen. Der Goldpreis signalisiert bereits, dass Investoren die Dollar-Verschuldung nicht (mehr) mittragen werden.
Sollte der Index im Wochenverlauf unter 25.010 Punkte sinken, heißt es aufpassen und schnell reagieren, da dann ein Abverkauf in der Luft liegt. Wer zögert, wird zu spät sein. Wir melden uns zügig mit einer aktuellen Einschätzung. Lassen Sie sich informieren (hier geht’s zum Newsletter).
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
P.S.: Erhalten Sie mit DAX-Trading-Signale (mehr erfahren)




