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Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite, zumindest wenn es um die Interessen der Investoren geht. Sie möchte die Zinsen so lange wie nötig bei Null Prozent belassen und dabei bei ihren Anleihekäufen weiter Milliarden in den Markt pumpen. Der große Fehler der EZB ist jedoch, dass sie ihr tatsächliches Ziel aus den Augen verloren hat. Wer will sich schon auf einen Euro verlassen, dessen Wert so stark zerrüttet wird.

Die EZB sitzt an der Geldquelle. Das macht sie so mächtig, denn wer das Geld hat, der entscheidet über die Musik, nach der alle tanzen müssen. Wer solch ein starkes Mittel zur Hand hat, der wird jedes Problem mit Geld bekämpfen wollen, ob es Sinn macht oder nicht. Daher verwundert es nicht, dass die großen Zentralbanken seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 (mehr erfahren)  Vollgas geben, um Staaten und Unternehmen zu stützen. Sie machen das immer mit dem Hinweis, dass sie Gutes tun wollen.

DAX, Monatschart, Stand 15.525 Punkte

Es ist keinesfalls positiv, was zunächst als positiv betitelt wird. Wenn die EZB monatlich Milliarden in den Markt pumpt, dann setzt sie Marktmechanismen außer Kraft. Die Börse funktioniert schon seit Jahren nicht mehr als Marktplatz, wo Aktienkurse steigen und sinken können. Es gibt nur steigende Kurse, weil Anleger auf die Kraft der EZB vertrauen, nämlich dass sie jede Krise mit noch mehr Geld überdecken wird. Unternehmenspleiten bleiben aus, niemand kommt mehr in Schieflage. Also wird das Risiko der Aktienanlege ausgeblendet und Wertpapiere gekauft. Die EZB ist schuld, wenn sich eine Börsenblase unbekannten Ausmaßes aufbläht.

Es ist auch die EZB, die die Zinsen viel zu lange auf Null behält. Sie will unter allen Umständen diese begonnene Niedrigzinspolitik fortführen, koste es, was es wolle. Diese Geldpolitik geht natürlich auf Kosten der Sparer, die ihr Geld mühsam zusammenhalten. Gleichzeitig werden die Banken gezwungen, ihr Geld zu verleihen. Wer das nicht macht, der muss Minuszinsen an die EZB bezahlen. In der Folge geben die Banken diese sogenannten Strafzinsen an ihre Kunden weiter. Heute werden schon auf Guthaben von 50.000 Euro Minuszinsen berechnet, was zu Beginn der Niedrigzinspolitik als unmöglich kommuniziert wurde. Die EZB ist schuld, wenn sie die Sparer benachteiligt.

Gleichzeitig befeuert die zuvor genannte Politik der Strafzinsen den Anstieg der Börsenkurse, denn nun sind die Leute geneigt, in alternative Anlageformen zu wechseln, nämlich vornehmlich in Aktien. Jeder kennt die Abkürzung TINA auswendig, die für „There is no Alternative“ steht. Jeder, der irgendwie Geld zur Hand hat, der trägt es an die Börse. Eine ähnlich riskante Spekulationswelle findet sich im Immobilienmarkt, wo verrückte Preise für Wohnungen und Häuser gezahlt werden.

Die EZB macht Vieles, was der Währung Euro langfristig schadet. Das ist verrückt, denn ihre Aufgabe lautet, die Währungsstabilität zu wahren. Sie soll für Sicherheit und Kaufkraft ihrer Währung sorgen. Die EZB macht das Gegenteil und schwächt ihre Währung und das zum Schaden des Ersparten ihrer Bürger. Aber auch die Unternehmen und die Staaten nehmen Schaden. Dies ist erst im zweiten Blick ersichtlich, denn beide verschulden sich viel mehr als sie stemmen können. Beide nehmen keine strukturellen Veränderungen vor und versuchen mit noch mehr Krediten über die Runden zu kommen. Die EZB fügt der Wirtschaft langfristig mehr Schaden zu, als sie heute angeblich rettet.

Endlich den Durchblick in Gelddingen erhalten!

Erste Risse in der Fassade sind bereits entstanden. Inflation wird zum Problem. Alle können es sehen. Die Statistikbehörden liefern die Fakten. Die Preissteigerungen sind in der Realwirtschaft angekommen und haben einen teuflischen Kreislauf in Gang gesetzt. Die EZB kann die Inflation bremsen, indem sie die Zinsen erhöht. Das muss sie sogar, wenn sie das Vertrauen in ihre Arbeit nicht selbst untergraben will. Was macht sie? Sie sagt, die Inflation wird schon von selbst verschwinden, wir machen weiter mit der Niedrigzinspolitik, geben weiter Vollgas, und werden weiter Anleihen von Staaten und Unternehmen erwerben. Sie kennen das, wer unbegrenzt Geldmittel zur Verfügung hat, der versucht auch jedes Problem mit Geld zu lösen.

Die EZB hat viel zu lange versucht, eine heile Welt zu simulieren, die sich an Börsenrekord, Immobilienpreisen und niedrigen Anleihezinsen orientiert (mehr erfahren). Doch wo viel Geld ohne Gegenwert erschaffen wird, da nimmt der Wert der Währung ab. So ist es nur eine Frage der Zeit bis immer mehr Menschen verstehen werden, dass die EZB in den letzten Jahren viel Vertrauen verspielt hat.

Es kommt nicht von ungefähr, dass sich immer mehr Menschen (aber auch Unternehmen) für die Kryptowährung Bitcoin und das Edelmetall Gold interessieren. Vorausschauende Marktakteure sehen die riesige Unwucht und versuchen ihr Geld in alternativen Anlegemöglichkeiten unterzubringen. In solchen nämlich, in denen die EZB nicht herumspielen kann.

Wir verfolgen den Verlauf und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Tradingsignale auf den DAX (mehr erfahren)

 

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