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Eine volatile Woche liegt hinter den Marktteilnehmern. Der DAX notiert wieder in der Nähe seines Allzeithochs. Was vordergründig positiv erscheinen mag, ist im Hintergrund riskant. Die Kursentwicklung an den Börsen zeigt nämlich, dass der Finanzmarkt ohne ein Anschieben der Zentralbanken nicht mehr funktioniert. Dies ist ein klares Warnzeichen für die Anleger. Jetzt sind mehrere Parteien gefordert zu handeln, doch die Lage ist verzwickt.

Um das Funktionieren der Börsen zu verstehen (mehr erfahren) muss zunächst das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren betrachtet werden, welche derzeit am meisten Einfluss auf das Kursgeschehen haben. Da sind die Zentralbanken, die durch ihr ständig neu erschaffenes Geld die Aktienkurse treiben und gleichzeitig Inflation hervorrufen. Da ist die Wirtschaft, die das Geld der Zentralbanken gerne annimmt. Entweder direkt als konjunkturelle Hilfe oder indirekt, indem ihre Unternehmensanleihen gekauft werden, wodurch die Wirtschaft (respektive Unternehmen) frisches Kapital erhalten. Da sind die Anleger, die an dem durch billiges Geld entfachten Wirtschaftswachstum profitieren. Die Unternehmensgewinne steigen und kommen über Dividendenzahlungen und Kursgewinne der Aktien wiederum den Anlegern zugute. Dieses Zusammenspiel können Sie ausführlicher in unserem Buchtipp „Verstehen Sie Geld?“ nachlesen (mehr erfahren).

DAX, Stundenchart, Start 15.399 Punkte

Die Lage an den Börsen ist deshalb als explosiv zu werten, weil ein „weiter so“ zu schweren Problemen führen würde. Eine Veränderung des derzeitigen Zustandes würde jedoch das Kartenhaus zusammenfallen lassen. Das ist auch der Grund, warum sich trotz besseren Wissens niemand rührt.

Sortieren wir mal. Die Zentralbanken haben mit ihrer Unterstützung zu sehr übertrieben. Sie hätten schon viel früher auf die geldpolitische Bremse treten müssen. Zinsen hätten erhöht und Anleihekäufe hätten zurückgefahren werden müssen. Jetzt ist die Wirtschaft (hier USA) heiß gelaufen und droht zu überhitzen. Nun muss die FED handeln. Das traut sie sich jedoch nicht, weil dann die wirtschaftliche Tätigkeit abkühlt und die Börsenkurse fallen werden. Besonders in den USA sind die Aktienkurse heilig.

In der abgelaufenen Woche kam es daher zu einem Test. Die US-Finanzministerin Yellen, ehemals auch die Chefin der US-Notenbank FED, versuchte auszuloten, was man den Anlegern zutrauen kann. In einem Interview hieß es daher, dass man zu kleineren Zinserhöhungen greifen müsste, um eine wirtschaftliche Überhitzung zu vermeiden. Sofort rauschten die Aktienkurse in den Keller. Die Anleger kennen bei dem Thema Zinserhöhung keinen Spaß. Sofort beeilte sich Frau Yellen zu versichern, dass das Gesagte gar nicht so gemeint war, die Börsenkurse erholten sich. Die Anleger waren beruhigt.

Dennoch gibt dieser „Test“ den erfahrenen Anlegern einen wichtigen Hinweis auf den Zustand des Aktienmarktes. Ohne geldpolitische Stimulationen geht an der Börse gar nichts mehr. Es gibt kein Fundament, das auch ohne billiges Geld auskommen würde. Trotz der Nähe der Indizes zu ihren Allzeithochs, die Lage ist brisant.

Shortsignal ID 2969

Im kurzfristigen Bild erscheint der DAX gefestigt. Oberhalb von 15.370 Punkten, der Index würde dann oberhalb des steigenden Trendkanals notieren, stehen die Chancen für einen Angriff auf das vorherige Allzeithoch gut. Dieser Ausbruch kam jedoch nur durch die verbalen Beruhigungen der US-Finanzministerin zustande. Fundamental hat der Markt die extrem schwachen US-Arbeitsmarktzahlen ignoriert. In der neuen Woche könnte dies sofort ein Thema werden, wenn sich die Gedanken der Anleger übers Wochenende sortiert haben.

Sobald der Index unter 15.370 Punkte rutscht, kommt die Börsenwelt wieder durcheinander. Anleger stehen dann vor der Frage, ob sie schnell Gewinne realisieren sollten, bevor der DAX weiter absinkt. Innerhalb des steigenden Trendkanals sollte es zu einem Abrutschen bis zur Marke bei 14.850 Punkten kommen.

Auch wenn der Indexstand des DAX es nicht vermuten lässt, die Nerven am Markt liegen blank. So wie es ist, geht es nicht weiter. Da die Zentralbanken den Karren in den Graben gelenkt haben, müssen diese nun sehen, wie sie sich aus der Miesere entwinden werden. Was auch immer sie machen, den Finanzmärkten wird es nicht gefallen.

Wir verfolgen die weitere Entwicklung und melden uns mit neuen DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. So funktioniert das Signal-Trading (mehr erfahren)

 

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