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An der Börse könnte die Stimmung nicht besser sein. Der DAX gewinnt in diesem Jahr ca. 25 Prozent. Und das trotz Handelsstreit und Brexit Gerede. All die vielen Abstimmungen, die Twitter Nachrichten und was noch die Anleger beschäftigt hat; nichts, aber auch gar nichts konnte den Kaufwillen der Anleger bremsen. Man kann an der Börse gar nicht verlieren, so die einhellige Meinung. Solch eine Haltung ist äußerst riskant, wie die kommenden Monate zeigen werden.

Wo immer eine Gesprächsrunde um das Thema Geld (mehr erfahren) aufkommt, dort sind Aktien nicht fern. Klar, seitdem es keine Zinsen mehr auf der Bank gibt, müsse man sehen, wo es noch Rendite gibt und da sind sich alle Anleger einig, das ginge nur an der Börse. Kommt das Thema auf das Sparen für die Kinder oder für das Alter, dann dominiert ebenfalls das Thema Aktien. ETFs (Exchange Traded Funds) sind das Lieblingsprodukt der Privatanleger geworden. Man müsse gar nichts tun, so die einhellige Meinung, und könnte trotzdem kinderleicht am Kursplus an den Börsen profitieren. Solch eine Haltung ist gefährlich, da sie zeigt, wie sehr die Anleger geblendet sind. Die Euphorie ist zum Greifen nahe und dennoch wird sie von den Anlegern ignoriert.

DAX, Wochenchart, Stand 13.337 Punkte

Wo die zuvor angesprochene imaginäre Gesprächsrunde recht hat, ist Folgendes: Die Aktienmarkt profitiert überproportional vom günstigen Zinsniveau. Wer kann, der drängt an die Börse. Wohlhabende kaufen Wertpapiere. Unternehmen kaufen Aktien zurück. Finanzunternehmen handeln mit billigem Geld. Pensionsfonds drängen sich ebenfalls mit viel Geld in die Börsensäle. Privatanleger sorgen mit ihrer Nachfrage nach ETFs für ein endloses Kursplus bei DAX und Co.

Geld fließt in die Aktienmärkte und weil das in der Vergangenheit zu Gewinnen geführt hat, sind sich die Marktteilnehmer sicher, dass solch eine Entscheidung, nämlich Wertpapiere zu kaufen, alternativlos und richtig ist. Man lässt sich treiben und glaubt die positiven Zukunftsaussichten, die von den Medien immerzu an die Anleger herangetragen werden.

An der Börse jedoch gibt es kein risikoloses Investment. Es gibt nur außergewöhnliche Zeiten, in denen die Kurse zu Extremen neigen. So wie in den vergangenen Jahren, wo das billige Geld der Zentralbanken den Weg an die Finanzmärkte gefunden hat. Dabei war der ursprüngliche Plan gewesen, dass das billige Geld den Weg in die Realwirtschaft findet und dort für Investitionen und Konsum genutzt wird. Dieser Plan ist schiefgegangen.

Short Signal ID 2512

Anleger tun gut daran, sich den Realitäten zu widmen. Dieser Aspekt fällt ihnen aktuell schwer, solange die Kurse weiter klettern. Warum sich mit Problemen herumschlagen, wenn das Depot eine ganz andere Sprache spricht. Also werden weiter Wertpapiere geordert, während man den Blick für die Risiken weiter verliert. An der Börse ist das Risiko jedoch ein ständiger Begleiter.

Im neuen Jahr 2020 werden die Karten neu gemischt werden. Die Politik der Zentralbanken wirkt nicht, wie sie soll. Die Konjunktur schwächelt und der Brexit wird Nachahmer auf den Plan rufen. Der protektionistische Weg der USA wird sich auch gegen Europa richten, worunter Deutschland besonders leiden sollte. Die Finanzkrise 2008 (lesen Sie mehr) wurde zur keiner Zeit gelöst. Die Staaten und Unternehmen leiden weiter an dem überhöhten Schuldenniveau, an Reformstaus und an globalem Stillstand. Das alles klingt nicht einladend, um mit Aktien Gewinne zu erwirtschaften.

Im Moment noch spielen alle dieses Spiel mit. Aktienkäufe führen zu Gewinnen und das wiederum animiert weitere Käufer das Gleiche zu tun. Alle müssen mitmachen, was zu einer Einigkeit unter den Investoren führt. Dieser Glaube an die Unfehlbarkeit des Marktes ist aber gefährlich. Sobald das Jahr 2019 in trockenen Tüchern ist, sollte im neuen Jahr, zur Überraschung vieler Marktteilnehmer, ein ganz anderer Wind wehen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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