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An der Börse gibt es ein untrügliches Zeichen für ein Ende einer Haussephase, dann nämlich, wenn das normale Volk sich für die Aktienanlage begeistert. Diese ist in der herkömmlichen Leseart nämlich meist zu spät an der Börse investiert. Gefühlt führt derzeit jeder neue Tag zu Kursgewinnen beim DAX. Anleger sind daher berauscht und wollen immer mehr. Viele erachten ein Aktieninvestment gar als sichere Geldanlage, was es nicht ist. Und dennoch klettern die Kurse weiter.

Im Moment braucht sich der Anleger keine Gedanken um die Zukunft des DAX zu machen. Warum? Denn er steigt sowieso. Egal wie man es dreht und wendet. Am Ende des Tages folgt auf einen Rekordstand ein neuer. Das ist zwar nicht üblich an der Börse, wo die Kurse sich zwischen steigenden und sinkenden Phasen abwechseln sollten, doch in kuriosen Zeiten sind Übertreibungen nicht fern.

Vor allem haben sich die Zeiten verändert. Früher waren die menschlichen Anleger an der Börse dominierend. Sie haben Kurse eingeschätzt, manchmal verkauft und haben abgewogen, wann ein Kauf noch Sinn macht. Heute ist das anders. Die Handelscomputer haben das Sagen und diese folgen dem Trend. Sie machen sich aus teuren Aktien nichts, denn aus denen werden noch teurere Aktien (eben durch die elektronische Nachfrage). Solange der Profit stimmt, solange ein Kursplus die eigene Handlung bestätigt, solange ist die elektronische Welt in Ordnung.

Auch der Boom bei der ETF-Anlage (Exchange…) ist hier ein Faktor, der die Kurse klettern lässt. Anleger haben eine neue Form der Aktienanlage entdeckt, nämlich die Indexfonds. Diese kommen ohne Fondsmanager aus und bilden allein den Markt ab. Sie erfreuen sich reger Beliebtheit. Daher fließt mehr Geld in solche Fonds, welche entsprechende Aktien am Markt kaufen. Dies führt zu neuer Nachfrage und das hat derzeit steigende Kurse zur Folge. Neue Hochs lassen die Medien über Höchststände an den Börsen berichten, Anleger werden neugierig, kaufen erst jetzt oder erneut ETF-Anteile und damit befeuern sie die Fortsetzung des Anstiegs. Auch in diesem Fall ist der Anleger der Meinung, dass dieses Investment risikolos ist, was es natürlich nicht ist.

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Zudem haben sich die Unternehmen an das billige Geld der Zentralbanken gewöhnt. Das Zinsniveau ist unnatürlich niedrig. Sie leihen es sich, um u. a. damit eigene Aktien zurückzukaufen. Erst kürzlich hat IBM drei Milliarden Dollar für den weiteren Erwerb eigener Wertpapiere lockergemacht. Bei Apple sind es fünf Milliarden. Seit dem Jahr 2012 kaufte Apple bereits für 160 Milliarden Dollar eigene Wertpapiere zurück. Das fördert natürlich die Nachfrage nach Apple Aktien enorm und lässt die US-Indizes Dow-Jones und Nasdaq munter klettern.

Im Moment eint die Sicherheit die Marktteilnehmer. Sie sind sich ihrer Sache so sicher, dass die Hausse sich selbst nährt. In Erwartung steigender Kurse wird gehandelt, was tatsächlich zu hören Notierungen führt und dies wiederum zieht neue Käufer an. Ohne einen externen Stimmungskiller kann solch eine Phase eine Zeit lang andauern.

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass auch bald die Medien ihre Sendungen unterbrechen und über die schwindelerregenden Höhen an der Börsentafel berichten. Schon bald wird sich auch das normale Volk, vom Arbeiter über den Taxifahrer bis zur Zahnarzthelferin, für die (scheinbar) sichere Anlageform Aktie interessieren. Dann sollte das finale Hoch seine Form annehmen, doch auf welchem Niveau das sein mag, ist derzeit nicht zu benennen.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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