Die Siemens Energy-Aktie war für eine lange Zeit der Liebling der Anleger. Besonders angetrieben von dem Hype-Thema Künstliche Intelligenz (KI) ging es mit dem Aktienkurs hoch und höher. Doch mit dem Iran-Krieg verändern sich die Parameter. Alte Einschätzungen müssen neu beurteilt werden. Anleger werden jetzt den Schreck über das Abkühlen der Rallye verarbeiten müssen, und dann entscheidet folgende Chartmarke über die weitere Zukunft.
Bei allen Assets (Aktie, Rohstoff, Krypto) gibt es Momente, in denen Anleger glauben, ein Kursanstieg gehe immer so weiter. Sie glauben an die ewige Rallye, weil es scheinbar immer neue Käufer gibt, die entsprechend Nachfrage erzeugen. Da dies für eine Zeitlang tatsächlich so war, ist die Überzeugung der Marktteilnehmer verständlich.
Ein Beispiel: Noch im Herbst 2025 notierte Bitcoin bei 120.000 US-Dollar. Medien und Analysten waren sich sicher, der Preis müsse weiter steigen. Käufer hatten ihre Argumente. Die Stimmung unter den Bitcoin-Investoren war zu der Zeit hervorragend. Doch dann kam die Überraschung: Der Bitcoin-Preis fiel deutlich und halbierte sich in wenigen Monaten.
Siemens Energy, Wochenchart, Stand 161,85 Euro
Jetzt ist die Siemens-Energy-Aktie nicht Bitcoin, sie ist weniger spekulativ usw., dennoch gibt es Parallelen. Es sind die Menschen, die handeln, und die lassen sich von Gier und Angst treiben. Jetzt dominiert die Gier, und daher können sich die Anleger sinkende Kurse bei der Siemens-Energy-Aktie heute nicht vorstellen.
Möglicherweise ist auch bei diesem Wert die Überraschung nicht fern, indem die Rallye plötzlich endet. Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs kommt auch diese Aktie zunächst unter Druck. Dies ist der erste Schreck, den es nun zu verarbeiten gilt.
Positiv eingestellte Anleger glauben an eine baldige Erholung und somit an die Wiederaufnahme der Rallye. Doch es könnte anders kommen. An der Börse gilt es auch, die Risiken nicht aus dem Blickfeld zu verlieren.
Es geht natürlich um die Folgen des Iran-Kriegs. Denn werden Öl und Gas teurer, steigen die Stromherstellungskosten, die Margen sinken, und das wird den Aktionären nicht gefallen. Davon wollen die Aktionäre derzeit nichts wissen, dennoch ist diese Entwicklung im Bereich des Möglichen.
Sollte wegen des Kriegs die allgemeine Inflation zulegen, werden Leitzinsen nicht sinken (wie sich das Börsenteilnehmer seit Monaten wünschen und eingepreist haben), vielleicht sogar steigen, um die Inflation zu bekämpfen. In der Folge werden Finanzierungen teurer als ursprünglich geplant, und manch KI-Projekt wird nicht mehr verwirklicht werden. Ein Großteil des Kursanstiegs der Siemens-Energy-Aktie beruht auf der Hoffnung der Anleger, dass KI-Projekte viel Energie benötigen werden. Das ist zwar richtig, aber ob all die Rechenzentren auch gebaut werden, wenn sich die Parameter verändern, das ist die spannende Frage.
Die Siemens-Energy-Aktie hat im Bereich bei 170 Euro einen ersten Widerstandsbereich ins Chartbild eingebrannt (doppelte Linien). Die aktuelle Wochenkerze zeigt den ersten Kursrückgang aufgrund des Iran-Kriegs und die schnelle Erholung. Nun gilt es zu bewerten, wie es mit der Siemens-Energy-Aktie weitergeht. Nach dem ersten Schreck könnten die Marktteilnehmer Vorsicht walten lassen und Gewinne realisieren wollen. Diese Annahme bekommt an Bedeutung, solange kein neues Hoch mehr erklommen werden kann.
Durch den ersten Kursrückgang ist nun eine Korrekturphase möglich, die die laufende Rallye unterbricht. Nachgebende Kurse haben den Aufwärtstrend in der Bildmitte zum Ziel. Die Siemens-Energy-Aktie sollte demnach den Preis von 130 Euro erreichen. An dieser Stelle wird sich entscheiden, ob die Vorsicht nach dem ersten Schreck berechtigt ist. Ein Bruch der Aufwärtstrendlinie würde das Blatt für die Anleger wenden.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
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