Die Anleger hängen weiter an den Lippen des US-Präsidenten Trump. Wohlwissend, dass nicht alles, was er sagt, auch stimmt. Dennoch wollen sie ihm glauben. Das liegt in der Natur des Anlegers, der ständig an das Gute glauben will. An gute Profite natürlich, der Krieg im Iran ist ihm weniger von Interesse, es sei denn, es dient dem Zweck, Gewinne zu erzielen. So auch gestern Abend, als Trump den Anlegern ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellte.
Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. An der Börse kann der Glaube Kurse springen lassen. Wenn der gepeinigte Anleger (stark steigende Ölpreise) Dinge hören will, die seinen Schmerz lindern, ist ihm alles recht. Und wenn dann ein großer blonder Mann im Scheinwerferlicht den Anlegern zuruft, dass der Iran-Krieg bald sein Ende finden wird, geht es den Marktteilnehmern sofort besser.
Der Aktienmarkt reagiert sehr positiv auf diese Marktbeeinflussung. Trump wollte die Anleger beruhigen, und die Marktteilnehmer ließen das auch zu. So ist der Kursanstieg gestern Abend (Nachbörse) und heute diesem Effekt zuzuordnen.
DAX, Tageschart, Stand 24.045 Punkte
Interessant ist natürlich, dass niemand außer Trump etwas Genaues weiß. Es gibt weder offizielle Vermittlungsbemühungen noch eine Aussicht auf Frieden. In diesem Zusammenhang passt die sehr starke Marktreaktion nicht recht ins Bild.
Der DAX begann den gestrigen Morgen knapp unter der Marke von 23.000 Punkten infolge der Sorge vor einem stark steigenden Ölpreis. In allergrößter Not – ein Bruch wichtiger Marken war bereits erfolgt – setzten starke Käufe ein, die den Index bis zum Handelsschluss wieder in neutrales Terrain hoben.
Am gestrigen Handelstag half die Hoffnung auf einen bald sinkenden Ölpreis (eventuell Freigabe der strategischen Reserven) zu einem starken Kursverlauf am Aktienmarkt. Heute ist es die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges. In beiden Fällen ist sehr viel Hoffnung bereits in den Kursen drin.
Durch diese Zwischenrallye erreicht der DAX heute die 24.000-Punkte-Marke (gestern noch 1.000 Punkte tiefer). Dieses Tempo ist enorm. In erster Linie will niemand eine Rallye verpassen. Wie zu Artikelbeginn formuliert: Es geht an der Börse um Gewinne, und da will der Anleger investiert sein, wenn das Kriegsende kommuniziert wird.
Ob nun ein Kriegsende bevorsteht, ist jedoch ungewiss. 1.000 DAX-Punkte sind jedoch eingepreist, und nun heißt es Daumendrücken. Der Index konnte sich mit dem gestrigen Kraftakt innerhalb des wichtigen Seitwärtskanals halten. Das ist positiv zu werten. Heute kann sich der Index zurück zur Mitte des Trendkanals bewegen.
Je nach Interpretation der Marktlage ist der Index entweder auf dem Weg zur oberen Begrenzungslinie bei 24.560 Punkten, da der Seitwärtskanal Unterstützung (unten) und Widerstand (oben) ist und diese Marken anziehend wirken. Wenn der aktuelle Anstieg nur ein Abprall nach dem Erstkontakt der unteren Begrenzungslinie ist, sollte der Index bereits morgen wieder den Weg nach Süden einschlagen und erneut die Marke bei 23.330 Punkten testen.
Anleger wollen mit sich spielen lassen, und der medienerfahrene US-Präsident weiß, welche Knöpfe er drücken muss. Am gestrigen Tag gab es besonders viel „Hopium“ für die Anleger. Erst spielte er den hohen Ölpreis herunter, und später sprach er über das baldige Ende des Iran-Kriegs. Beides elektrisierte die Marktteilnehmer. Jetzt muss sich irgendetwas davon bewahrheiten. Ansonsten haben die Anleger sich in die Irre leiten lassen.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
P.S.: Verfolgen Sie den DAX-Trend. Mit dem Indikatoren-Trading (mehr erfahren).




