Signale

Die Zuversicht der Anleger ist ungebrochen. Der DAX erreichte gestern den Preisbereich bei 23.000 Punkten. Man hoffe auf Frieden im Iran-Krieg, so die Marktmeinung. Und damit man auch an dem möglichen Frieden verdient, sind die Wertpapierkäufer schnell zur Stelle gewesen und fragen Aktien nach. Die Kurse stiegen. Doch es gibt eine Unbekannte in diesem Szenario: Es gibt keinen Beweis für Verhandlungen.

Die kurzzeitige Stabilisierung des deutschen Aktienmarkts – und die damit einhergehende Pause im Abverkauf – beruht allein auf einigen Posts von US-Präsident Trump. Das ist schon alles. Etwas Konkretes gibt es nicht. Die USA hätten gute Gespräche mit dem Iran geführt (mit wem genau?), bei 15 Punkten eines Friedensplans (welche Punkte sind das?) sei man sich einig und er sei zuversichtlich, dass der Krieg bald enden werde. Im Grunde will sich Trump für das Beenden eines Krieges feiern lassen, den er selbst begonnen hat. Verrückt!

Wichtig hierbei ist, dass es von iranischer Seite fortlaufend Dementis gibt. Der Iran sagt, es habe nie Verhandlungen gegeben. Nun muss der Börsenanleger entscheiden, wie er mit dieser Situation umgeht.

DAX, Wochenchart, Stand 22.692 Punkte

Je länger der Iran-Krieg andauert, umso schlechter für die USA, die offensichtlich keine Ideen haben, wie sie weiter vorgehen sollen. Die Kosten des Krieges und die Folgen für Wirtschaft und Bürger geraten außer Kontrolle. Daher erscheinen die Aussagen zu angeblichen Iran-Verhandlungen von US-Präsident Trump als eine Verzweiflungstat. Er versucht zu retten, was nicht zu retten ist.

Und obwohl seine Situation ausweglos ist, glauben ihm die Börsen zunächst. Besonders die Handelscomputer, die so programmiert sind, dass sie bei marktbewegenden Nachrichten sofort kaufen oder verkaufen. Der 1.200-Punkte-Anstieg des DAX bei Verkündung einer Feuerpause spricht Bände.

Doch die menschlichen Anleger spielen nicht mehr mit. Nachdem eine Aufwärtsreaktion (mehr erfahren) erfolgte, stagnierte der Markt. Am gestrigen Handelstag konnte man diese Marktverfassung gut beobachten.

Oberhalb von 22.900 Punkten ist die Luft für den DAX dünn. Der Spurt gestern bis in den Bereich bei 23.000 Punkten war eine gute Gelegenheit für ein Short-Trading-Signal (mehr erfahren).

Nachhaltige Käufe sind an den Börsen zunächst nicht zu erwarten. Unternehmen erkennen die Schwäche am Gesamtmarkt und sehen ihre Aktienkurse dahinschmelzen (z. B. SAP-Aktie). Auffällig ist die Zunahme von Aktienkaufprogrammen. Unternehmen wollen so die Nachfrage nach eigenen Aktien erhöhen und gleichzeitig ein Signal an mögliche Käufer senden.

Mit der gestrigen Aufwärtstendenz zeigt der DAX im obigen Wochenchart nur einen Rücklauf an die Bruchstelle des viel beachteten Seitwärtstrends. Bei 23.079 Punkten war Schluss. Am heutigen Vormittag geht es bereits wieder abwärts, und der Index startet den Handel bei 22.740 Punkten.

Short Signal ID 4153

Ohne eine echte Einigung zwischen dem Iran und den USA wird es auch keine Beruhigung an den Aktienmärkten geben. Steigende Kurse sind Gelegenheiten, um aus dem Markt herauszukommen und Positionen abzubauen. Manche nutzen diese Gelegenheit. Solange der DAX nicht oberhalb von 23.300 Punkten notiert, ist der Blick nach Süden zu richten. Das große Kursziel lautet 21.400 Punkte.

Der Aktienmarkt wandelt sich. Mit Hoffnungen allein lässt sich kein Geld mehr verdienen. Das war in der Vergangenheit einmal anders, als man auf den großen Erfolg von Künstlicher Intelligenz oder die vielen Leitzinssenkungen hoffte, die den Börsen Liquidität zukommen lassen sollten. Die heiße Luft bei KI entweicht, und die Zentralbanken haben bereits angekündigt, mit Leitzinserhöhungen zu reagieren, sobald die Inflation zunehmen wird – wovon auszugehen ist. Es sollte nicht verwundern, wenn sich die Hoffnungen der Anleger auf wirkliche Verhandlungen mit dem Iran ebenfalls in Luft auflösen sollten.

Wir verfolgen die weitere Entwicklung und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S.: Wohin tendiert der DAX?
Mit dem Indikatoren-Trading (mehr erfahren) den Index im Blick behalten.