Signale

In der neuen Handelswoche treten die Zentralbanken auf den Plan und werden mit ihren Handlungen die Börsen beeinflussen. Bisher handelt es sich um turnusmäßige Sitzungen, doch angesichts der Kursverluste an den Börsen werden die Rufe nach einer außerplanmäßigen Leitzinssenkung immer drängender. Die Zentralbanken sind nicht für die Rettung der Börsen zuständig, dennoch hoffen die Anleger, denn sie haben noch immer nicht verstanden, dass es nicht allein um niedrige Zinsen geht.

Solange es an den Börsen gut lief, war die Laune der Marktteilnehmer gut. Man klopfte sich gegenseitig auf die Schulter und rechnete schon einmal aus, wie hoch die Gewinne ausfallen würden, wenn der DAX jenseits der 25.000-Punkte-Marke notieren wird.

Es kam bekanntlich anders. Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs hagelt es Verluste. Der DAX ist der 23.000-Punkte-Marke nah, und nun gilt es, den Atem anzuhalten, denn die Aufgabe des aktuellen Kurs-Bereiches sollte größere Verluste mit sich bringen.

DAX, Tageschart, Stand 23.447 Punkte

DAX im Seitwärtskanal mit Chartbild

Um diese Börsenverluste geht es vermutlich in der nächsten Woche. Im Moment ist Öl besonders teuer, der Preis bei ca. 100 US-Dollar, und da verlieren alle. Die Unternehmen und die Verbraucher. Die einen müssen ihre Produkte verteuern, und die anderen kaufen weniger ein.

Damit dieser Kreislauf sich löst, müssten in der Meerenge „Straße von Hormus“ wieder die Tanker passieren. Zwar gibt sich US-Präsident Trump erneut optimistisch, dass sein Militär die Durchfahrt gewährleisten wird, aber so wirklich überzeugend ist diese Kommunikation bisher nicht. Passend dazu: Offenbar hat der US-Präsident seine Position überdacht. Nun ruft er besonders die Europäer zur Verantwortung. Sie würden das meiste Öl brauchen und hätten selbst keines (die USA schon). Daher soll Europa für die sichere Durchfahrt der Meerenge sorgen. Die Sache ist daher kompliziert.

In solch einer Notsituation ist der Wunsch der Anleger nach einer Zentralbank-Intervention besonders groß. In der nächsten Woche werden viele der großen Zentralbanken ihre Sitzungen abhalten und über ihre Leitzinsen entscheiden.

Während die Anleger auf sinkende Leitzinsen hoffen – sie wünschen sich billiges Geld, das dann den Unternehmen (für Investitionen) und den Verbrauchern (für Konsum) zugutekommen soll, sodass am Ende wieder die Aktienpreise profitieren, so wie das viele Jahre der Fall war. Die Ausweitung der Geldmenge (mehr erfahren) der US-Notenbank Fed hat direkte Auswirkungen auf den Verlauf der US-Börsen gehabt.

Die Lage hat sich jetzt verändert. In einem Umfeld der Teuerung noch zusätzlich die Leitzinsen zu senken würde Öl ins Feuer gießen. Zentralbanken sind gefordert, Leitzinsen anzuheben, um die Teuerungstendenzen (teures Öl verteuert fast alle Produkte) zu bremsen. Obwohl Anleger auf niedrige Leitzinsen hoffen, müssten sie froh sein, wenn Fed oder die EZB die Leitzinsen nicht anheben.

Das obige Chartbild zeigt, wie es um den DAX steht. Die Lage ist kompliziert. Der Markt ist nicht bereit, die neuen Realitäten (wirtschaftliche Abkühlung, aufkommende Inflation) anzuerkennen. Der Kursverlauf am Freitag war außergewöhnlich und zeigt, dass noch Käufer vorhanden sind und diese nicht aufgegeben haben.

DAX Trading mit Indikatoren

Den DAX besser handeln

Wenn die Woche mit einer Beruhigung des Ölpreises unterhalb von 100 US-Dollar einhergeht, kann der DAX erfreulich darauf reagieren. Anleger stehen in den Startlöchern, um ein Kriegsende bzw. die Durchfahrt durch die Meerenge zu feiern. Für die Käufer spricht ebenso die Woche der Zentralbanken, denn Anleger wollen positiv denken und sind gewillt, Aktien zu erwerben. Solange der DAX nicht unter 22.927 Punkte rutscht, besteht die Chance, dass eine erneute Kaufwelle den Aktienmarkt erfasst.

Anders hingegen, wenn diese Marke nicht verteidigt wird. In dem Fall erübrigen sich alle Hoffnungen auf der Oberseite. Anleger erkennen dann, dass der Seitwärtskanal Geschichte ist und aufgegeben wurde. Übergeordnet wird der konjunkturelle Schaden erst in den kommenden Monaten in den Statistiken erscheinen, egal wie sehr die Aktienanleger heute die Daumen drücken.

Am Aktienmarkt schwinden die Kräfte der Käufer. Die enormen Tagesgewinne am Freitag wurden wieder verkauft. Das ist ein Schwächesignal. Jetzt können nur noch die Zentralbanken helfen, so die Meinung der Marktteilnehmer. Man erhofft sich Hilfe durch die Währungshüter. Diese werden vermutlich den Anlegern ihre Grenzen aufzeigen und nicht mit einer lockeren Geldpolitik reagieren. Enttäuschung wird die Folge sein.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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