Am Aktienmarkt hat sich die schönste aller Welten eingefunden. Es gibt schlicht keine Unsicherheiten mehr, die die Anleger vor dem Aktienkauf zurückhalten. Risiko ist an der Börse zu einem Fremdwort geworden. Kriege sind ein Grund, um Rüstungsaktien zu kaufen. Schwache Konjunkturzahlen ein Grund, auf sinkende Zinsen zu hoffen. Was auch immer in der Welt geschieht, die Kurse steigen. Der DAX unterstreicht diese Stärke mit einem klaren Wochenplus.
Der DAX liegt im Wochenvergleich an der Spitze. Mit einem Kursgewinn von knapp drei Prozent führt er vor den US-Indizes. Ein Grund ist hier ein Kapitalzufluss aus dem US-Markt. Seitdem die USA vermehrt imperialistisch auftreten, die Schulden dem Land um die Ohren fliegen und die US-Politik wenig verlässlich auftritt, entscheiden sich vermehrt Investoren, ihr Geld lieber im DAX anzulegen.
DAX, Tageschart, Stand 25.261 Punkte
Die DAX-Rallye ist am Laufen. An allen fünf Tagen der letzten Handelswoche legte der Index etwas hinzu. Mit dem Ausbruch aus einer längeren Seitwärtsphase (hier) gab es charttechnisch einen zusätzlichen Kaufgrund für die Anleger. Sie interpretieren diese Veränderung im Chartbild als Grund für eine Trendfortsetzung und erwerben sofort Aktien.
Obwohl der deutsche Leitindex müde sein müsste – der DAX steigt jetzt die siebte Handelswoche in Folge –, ist von Schwäche bisher nichts zu sehen. Der Aktienmarkt zeigt sich stark. Dafür braucht es keinen fundamentalen Grund, wie Leser dieses Blogs wissen, sondern nur Käufer, die bereit sind, mehr Geld für eine Aktie auszugeben als andere Besitzer vor ihnen. Die Aktienkurse steigen. In der Folge steigt auch der DAX, und weil der Index das tut, zieht der Aktienmarkt mehr Aufmerksamkeit auf sich, was wiederum für neue Nachfrage nach Aktien sorgt.
Dennoch gibt es Risiken am Aktieninvestment, z. B. schwaches Wirtschaftswachstum diesseits und jenseits des Atlantiks. Besonders der Wandel der USA von einer Schutzmacht zu einer Imperialmacht bringt gerade viele Grundpfeiler des Finanzmarktes ins Wanken, denn wo kein Vertrauen ins Rechtssystem besteht, fehlt die Basis für ein Finanzinvestment.
Wie sich gerade bei Venezuela gezeigt hat: Völkerrecht wird nicht mehr respektiert. Die Macht des Stärkeren zählt. Doch damit nicht genug – die USA wollen sich in weitere Länder einmischen und haben es auf Grönland abgesehen. Sie wollen es sich einverleiben, egal wie sehr Dänemark oder Europa protestiert.
Obwohl das neue Auftreten der USA für Kopfschütteln sorgt, wollen sich die Anleger bisher damit nicht befassen bzw. halten sich bei ihren Wertpapierkäufen nicht zurück. Investoren denken in der Regel mit ihrem Depot. Ist dieses im Plus, ist die Welt in Ordnung (obwohl es das nicht ist).
Damit kommen wir zum DAX-Ausblick: Derzeit profitiert der DAX deutlich von einem Kapitalzufluss aus dem US-Raum, der zudem zu einem charttechnischen Ausbruch geführt hat, und zusätzlich von einem allgemein sehr freundlichen Börsenumfeld. Die Kurse steigen wie von selbst. Die Stärke am Aktienmarkt ist außergewöhnlich, sodass von einer Korrektur bisher nichts zu erkennen ist.
In der neuen Handelswoche ist daher zunächst einmal von einer Fortsetzung des laufenden Anstiegs auszugehen. Stück für Stück schiebt sich der Index nach oben. Das Kursziel für solch eine Bewegung ist als Folge des Ausbruchs aus dem Seitwärtskanal bei 25.680 Punkten ableitbar. Ein kurzzeitiges Überschießen ist möglich.
Es scheint so zu sein, als wolle der Aktienmarkt unbedingt das Tempo hochhalten. Wo kaum jemand seine Aktien verkaufen will, müssen die Käufer mehr für die wenigen angebotenen Papiere bieten. Die Kurse steigen. Eine Börseneuphorie ist zwar nicht zwingend ableitbar, aber die Unbekümmertheit der Marktteilnehmer ist deutlich zu erkennen, was in unserer Betrachtung riskant ist. Für den Moment jedoch zeigt sich keine Schwäche am Aktienmarkt.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
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