An der Börse schwindet die Einseitigkeit. „Long-only“ ist vorbei. Der DAX schafft es nicht mehr, die 25.000-Punkte-Marke zu überwinden. Mit jeder weiteren Woche des Stillstands auf diesem Niveau steigt die Unsicherheit. Die plötzlichen Kurseinbrüche nehmen zu. Bisher können die Käufer solche Kursrückgänge kontern, doch der Index ist müde. Für den weiteren Verlauf geben die folgenden Chartmarken wertvolle Hinweise.
Wieder ist eine Woche zu Ende gegangen, an der sich der DAX abmühte und letztendlich wieder scheiterte. Zum Wochenschluss bleibt ein kleines Plus von 0,7 % übrig. Viel wichtiger ist jedoch die Wochenkerze (hier), denn im Wochenverlauf war der DAX schon einmal bis 25.239 Punkte gestiegen und dann schwer unter Druck geraten.
Dadurch sieht die Wochenkerze aus wie ein Doji (kleiner Kerzenkörper, langer Docht), der die Unsicherheit im Markt mit dieser Kerzenform ausdrückt. Damit ist die vierte Handelswoche abgeschlossen, in der der DAX die 25.000-Punkte-Marke nicht überwinden kann. So langsam setzt sich der Gedanke fest, dass diese Hürde zu schwer für den Index ist.
DAX, Tageschart, Stand 24.914 Punkte
Langsam dreht sich die Meinung im Markt. Hatte in den letzten Jahren alles die Kurse bewegt, was nach Künstlicher Intelligenz und deren Vorteilen klang, ist das jetzt anders. Mit jeder neuen Erfolgsmeldung bei der Entwicklung von KI kommen Unternehmen aus allen Branchen unter Druck, weil Anleger Angst haben, dass KI die Geschäftsgrundlage dieser Branchen entziehen könnte. Künstliche Intelligenz ist nicht mehr Segen, sondern Fluch für die Börse geworden.
Wie üblich nach einer langen Rallye-Phase wollen Anleger zunächst nicht glauben, was das Auge sieht. Der DAX kann zwar nicht mehr zulegen, dennoch will Kapital investiert werden, sodass dauerhafte Kursrückgänge ausbleiben. Doch irgendwann haben die Käufer genug, das Geld ist ausgegeben, und dann sind die Verkäufer in der Mehrheit. Nachdem die SAP-Aktie als Zugpferd des DAX ausgefallen ist, ist es jetzt nur eine Frage der Zeit, dass auch die Siemens-Energy-Aktie unter Druck geraten wird.
Der DAX wurde am Donnerstag schwer abverkauft (mehr erfahren). Um 400 Punkte ging es in einem Atemzug abwärts. Die Wucht der Verkaufswelle lässt auf größere Adressen schließen, die ihre Positionen abgeladen haben. Am Freitag kam es zu einer kleinen Gegenreaktion, ohne dass der Schaden ungeschehen gemacht werden konnte.
Im obigen Chartbild ist der DAX nun wieder in den gelben Seitwärtskanal zurückgefallen. Damit ergeben sich für die neue Woche klare Parameter: Auf der Oberseite deckelt weiterhin die Begrenzung bei 25.010 Punkten. Solange der Index diese Hürde nicht überwinden kann, sind steigende Kurse kein Thema.
Der Ausblick lässt naheliegenderweise auf sinkende Kurse schließen. Wahrscheinlich ist, dass der DAX nachgibt und den Preisbereich bei 24.550 Punkten erreicht. Unterhalb der blauen Unterstützungslinie fällt der Index auch bis 24.400 Punkte. Interessant dabei: Der DAX wäre in diesem Fall wieder in den ehemaligen, monatelang andauernden Seitwärtskanal zurückgefallen, was klar als Schwäche interpretiert werden wird.
In den USA wird die Leistung der Regierung zunehmend durch den Stand der Börsenindizes bewertet. US-Präsident Trump lässt keine Chance aus, bei der er nicht auf einen Dow-Stand von 50.000 Punkten hinweist. Dass dies ein Fehler ist und den Blick auf die wirklich wichtigen Dinge verhindert, ist offensichtlich.
Mit einer US-Inflationsrate von 2,4 % im Januar 2026 (Dezember 2025 noch bei 2,7 %) ist die US-Notenbank auf dem richtigen Weg, die Inflationsrate in die Nähe von 2 % zu führen. Sie macht ihren Job, auch wenn US-Präsident Trump dies ganz anders sieht und den Fed-Chef ins schlechte Licht stellt. Es gilt weiterhin: Die USA sind auf dem Weg in eine Rezession. Eine Handvoll Firmen, die mit KI viel Geld verdienen und Rekordhöhen bei den Aktienkursen erreichen, können nicht über die gesamtwirtschaftliche Lage hinwegtäuschen (mehr erfahren).
Anleger müssen sich an der Börse vermehrt mit schwierigen Umständen beschäftigen. Der Aktienmarkt wird zunehmend ruppig. Die Zeiten, in denen die Börsenkurse nur nach oben liefen – „Long-only“ und „Buy the Dip“ –, sind vorbei.
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