Der DAX feiert den in der Nacht vereinbarten zweiwöchigen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran mit einem 1.000-Punkte-Sprung. Diejenigen Anleger, die schon letzte Woche den Mut hatten, Aktien zu kaufen, haben einen ordentlichen Gewinn gemacht. Und obwohl die Börsenparty ausgelassen ist, könnte der Höhepunkt zunächst erreicht sein. Gewinnmitnahmen sollten trotz der positiven Grundstimmung nicht überraschen.
US-Präsident Trump feiert die Öffnung der „Straße von Hormus“, obwohl die Meerenge vor dem Krieg frei war. Solch eine Verworrenheit kann man sich nur in den USA ausdenken. Die Marktteilnehmer an den Börsen kennen dieses Vorgehen, wenn einmal jährlich das Schuldenlimit heraufgesetzt wird. Die USA feiern sich selbst für das eigene Versagen.
Der Waffenstillstand ist für zwei Wochen angesetzt, doch es würde nicht verwundern, wenn man zuvor schon eine finale Einigung finden würde. Trump hat den Iran-Krieg verloren und ist jetzt leicht zu einem Deal zu bewegen, wenn er sich gesichtswahrend aus der Region zurückziehen kann.
DAX, Tageschart, Stand 23.973 Punkte
An der Börse ist das Thema Iran-Krieg abgehakt. Sicher, die Folgen der Öl- und Gas-Knappheit werden zu spüren sein, Lieferketten wurden in Mitleidenschaft gezogen, was Zeit braucht, um sich zu normalisieren. Die Inflation wird anziehen.
Da jedoch die Kurse die Nachrichten und die Haltung der Anleger bestimmen, ist mit dem Erreichen der 24.000-Punkte-Marke das Schlimmste überstanden. Geht es sofort weiter hinauf? Vermutlich nicht.
Wie im obigen Chartbild zu erkennen ist, ist der DAX zurück in seinem Seitwärtskanal, den er im Jahresverlauf nach oben und dann nach unten verlassen hat. Damit sind alle Marktteilnehmer aus ihren Positionen gekegelt worden, die sich trendfolgend auf einen Ausbruch (oben) oder Einbruch (unten) eingestellt hatten.
Mit dem satten Kursplus zum Handelsstart hat die Börse die gute Nachricht über den Waffenstillstand verarbeitet. Wer jetzt aufsteht und Aktien kaufen möchte, wird sich wahrscheinlich wundern, dass die Kurse keinen Druck mehr nach oben haben.
Der DAX sollte im Bereich bei 24.000/24.100 Punkten nicht mehr vorankommen. Naheliegend sind nun Gewinnmitnahmen auf den schnellen Profit. Der Index sollte – nach einem Stillstand auf dem aktuellen Niveau, in dem Marktteilnehmer versuchen, sich zu sortieren – nachgeben und den Preisbereich bei 23.300 Punkten ansteuern.
Alles, was sich jetzt innerhalb des Trendkanals abspielt, ist zunächst als positiv zu werten. Sofern der DAX den Preisbereich bei 23.300 Punkten verteidigen kann, sollte es zu einer Aufwärtsbewegung kommen, die den Index bis 24.500 Punkte ansteigen lassen sollte.
Die Welt nimmt einen großen Atemzug. Für einen Moment war die Spannung auf dem Höhepunkt, und es schien, als sei ein Happy End nicht möglich, denn die Fronten schienen verhärtet. Das Warten bis zur letzten Minute des Ultimatums kennt man aus Kinofilmen. Die USA sind die Meister des Schauspiels.
Es wird nun darauf ankommen, ob die Regierungen in der Welt die Wucht der Nachwehen gut abfedern können. Das Geld, das jetzt (zu viel) an der Tankstelle ausgegeben wird, fehlt für den Konsum an anderer Stelle. Inflation wird sichtbar werden. Für die Börsen gilt es, zunächst den Waffenstillstand zu feiern und Gewinne zu realisieren.
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Mit freundlichen Grüßen
Ihr
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