Signale

Die SAP-Aktie beruhigt sich auf niedrigem Niveau, nachdem ein Abverkauf für Trübsal und Kursverluste gesorgt hatte. Diese Beruhigung ist gefährlich, denn die allgemeine Schlussfolgerung des Marktes wird sein, dass hier eine Bodenbildung stattfindet und der Anleger müsste jetzt einsteigen. Dieser Schein trügt. Die andere Interpretation lautet: Kaum jemand interessiert sich für die Aktie, auch wenn der Preis niedrig ist.

Wer bereits SAP-Aktionär ist, ist von dem Tritt gegen das Schienbein (der Kursrückgang) zunächst verwundert. Die Software-Aktie sollte eigentlich weiter steigen, so der Anleger-Wunsch, doch der Stimmungsumschwung bei Künstlicher Intelligenz (KI) hat die Laune verdorben. Was passiert, wenn die KI viele Softwareanwendungen überflüssig macht bzw. selbst erstellen kann? Wie lässt sich Geld verdienen, wenn die Kunden Anpassungen selbst erledigen können?

Sicher, eine Software wie die von SAP wird nicht sofort verschwinden, doch die allgemeine Sorge ist im Markt, und da reagieren manche Marktteilnehmer schnell und ziehen sich aus verschiedenen Branchen (in Not) zurück.

SAP, Wochenchart, Stand 173,64 Euro

SAP-Aktie mit Chart und Ausblick

Entscheidend dabei ist, dass der Kursrückgang nicht gekauft wird. Der Preis für die SAP-Aktie notiert seit drei Wochen im Bereich von 170 Euro, und das Kaufinteresse ist gering. Es fehlt an Nachfrage. Niemand glaubt im Moment, dass der Kurs davonlaufen wird, und beeilt sich daher nicht.

Dieses Jahr fiel die Aktie von 200 Euro auf 170 Euro, noch im Sommer letzten Jahres betrug der Preis 260 Euro für eine Aktie. Auf dem Weg nach unten schwingt ständig Hoffnung mit. Und immer wenn der Anleger glaubt, jetzt komme die Trendwende, bleibt sie aus.

Auch jetzt ist dem Schein nicht zu trauen. Die Hoffnung auf eine Bodenbildung steht auf dünnen Brettern. Alles entscheidend ist der Bruch der Kreuzunterstützung bei 210 Euro gewesen. Da wurde eine Unterstützungslinie (schwarz) unterschritten und gleichzeitig der lange Aufwärtstrend (grün) verlassen. Das ist ein Signal von Schwäche.

Die echte Trendwende war der beschriebene Bruch, nämlich die Aufgabe des Aufwärtstrends. Seitdem zeigen die Trendpfeile nach Süden (mehr erfahren) – da hilft kein Hoffen und kein Daumendrücken.

Zur Sorge um KI kommt hinzu, dass der Cloud-Bereich schwächelt, und das ist eine Geldmaschine für SAP. Es gibt schon einen Grund, warum manche Marktteilnehmer frühzeitig ihre Aktien verkauft haben. Anleger müssen sich mit neuen Gegebenheiten zurechtfinden.

Short Signal ID 4126

Bereits der Bereich bei 180 Euro zeigt sich aktuell als Widerstandslevel. Ein Sprung darüber kann kurzeitig für Entspannung sorgen und den Weg für einen Anstieg bis 200 Euro ermöglichen, ohne das negative Bild für diesen Wert zu verändern. Wirkliche Entspannung gibt es erst, wenn der Aktienkurs wieder oberhalb von 210 Euro notiert.

Nach Analyse des Charts ist der Abverkauf nicht zu Ende. Die Stabilisierung ist nur eine vorübergehende Phase. Schon bald sollten sich die Verkäufer bei dieser Aktie durchsetzen können. Ein Unterschreiten von 159 Euro ist hierfür ein Signal, nämlich für die Wiederaufnahme der Abwärtsbewegung. Das Kursziel lautet weiterhin 130 Euro.

Es ist an der Börse verständlich, dass Anleger das Positive erhoffen und sich somit einen Kursanstieg wünschen, an dem sie partizipieren können. Zumindest bei der SAP-Aktie trügt der Schein jedoch. Das Kaufinteresse ist zu gering, als dass eine Rallye beginnen könnte. Naheliegender ist eine Fortsetzung des Kursrückgangs.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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