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An der Börse geht es gerade besonders heiß her, denn es wird die weitere Richtung des DAX entschieden. Ein neues Jahrestief, und damit eine Bestätigung des Abwärtstrends, wollen die Käufer mit aller Kraft verhindern. Seit zwei Tagen folgen auf einen schwachen Handelsbeginn stark steigende Kurse und das trotz Leitzinserhöhung der US-Notenbank FED. Versuchen die Marktteilnehmer das Unvermeidliche zu verhindern?

Die letzten beiden Tage dominierte am Aktienmarkt das Thema US-Leitzinsanhebung. Gestern Abend wurde eine Anhebung um 0,75 Prozentpunkte beschlossen. Schnell reichten die Medien diese Information durch die Welt. Obwohl die Investoren diesen Zinsschritt erwartet hatten, kam es an der Börse dennoch zu einer starken Volatilität und dann zu einem heftigen Abverkauf. Was war geschehen?

DAX, Wochenchart, Stand 12.692 Punkte

Entgegen der medialen Kommunikation geht es den Marktteilnehmern nicht um den Zinsschritt allein (weil bereits erwartet), sondern um das, was die FED im weiteren Verlauf des Abends zu sagen hatte. Zum einen will sie diesen Weg der aggressiven Zinsschritte weitergehen und die Inflation besiegen, das hat den Anlegern gar nicht geschmeckt.

Und dann war da noch eine wichtige Nachricht, die ebenso von großer Bedeutung ist, jedoch zunächst unterging. Lange hatten die FED-Mitglieder die Marktteilnehmer beruhigen wollen, indem sie die US-Wirtschaft kräftiger darstellten, als sie in Wirklichkeit ist. Die FED senkte ihre Wachstumserwartung für das vierte Quartal 2022 von zuvor (viel zu hohen) 1,7 % auf den realistischen Wert von nur noch 0,2 Prozent.

Damit ist diesseits und jenseits des Atlantiks klar, dass nicht nur die US-Wirtschaft in eine Rezession rutschen wird. Daher auch der Schreck für den DAX heute früh (nicht wegen der Leitzinsanhebung). Doch ebenso wie am gestrigen Tag kamen starke Käufe sofort nach Eröffnung rein, um ja keinen dauerhaften Verkaufswillen aufkommen zu lassen. Der Kursanstieg des deutschen Leitindex trotz desolater Rahmenbedingungen passt nicht ins Bild und legt die Vermutung nahe, dass hier ein Abrutschen des DAX unter 12.500 Punkte verhindert werden soll.

Short Signal ID 3330

Der Blick auf den obigen Wochenchart zeigt den riskanten Bereich, an dem der Index sich bewegt. Noch vor dem Bereich bei 12.380 / 12.400 Punkten wollen die Käufer die Marktteilnehmer beruhigen, indem sie das Marktgeschehen positiv gestalten. Bei steigenden Kursen lässt der Verkaufswille der Anleger nach. Diejenigen, die mit Verkaufsabsichten in den Tag gegangen sind, werden beruhigt.

Wenn der DAX von seinem Tief ca. 200 Punkte zulegen und dieses Plus auch zum Schluss des Handelstages halten kann, dann sieht die Tageskerze positiver aus, sodass etwas Zuversicht an den Aktienmarkt zurückkommt. Dennoch ändern steigende Börsenkurse nichts an dem Rezessionsrisiko, welches in den kommenden Monaten die Märkte und die Wirtschaft beschäftigen wird.

Die Wochenkerze ist erst mit dem Abschluss des morgigen Handels (Freitag) abgeschlossen, sodass sich noch Veränderungen ergeben können. Anleger sollten nicht vorschnell urteilen. Am Wochenende werfen wir wieder einen Blick auf das kurzfristige Bild und formulieren einen Ausblick auf die neue Woche. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S: Diese Trendpfeile kennen die DAX-Richtung (mehr erfahren)

 

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