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Die Anleger schauen überrascht auf die DAX-Tafel. Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich stark. Damit steigt die Zuversicht an der Börse. Die Hoffnung der Anleger beruht auf der Abnahme des Inflationsdrucks aufgrund einer schwächeren Weltkonjunktur. Man meint, das Gröbste an der Börse überstanden zu haben. Gleichzeitig jedoch steht die Erholungsbewegung auf wackligen Füßen, was die Prognose für die kommende Woche verkompliziert.

Die Freude über die größte Leizinserhöhung in der Geschichte der EZB hat bis zum Freitag Nachmittag gehalten. Endlich wird auch in Europa gegen die Inflation gekämpft, so die medialen Begleiterscheinungen. Für die Marktteilnehmer offenbar ein Zeichen von Stärke. Der DAX ließ sich nicht lange bitten und stürmte über die 13.000 Punkte Marke. Je lauter die Warnungen vor weiteren Leitzinserhöhungen wurden, je mehr die Sorge vor einer abkühlenden Weltkonjunktur geäußert wurde, umso deutlicher stiegen die Aktienkurse diesseits und jenseits des Atlantiks.

DAX, Tageschart, Stand 13.088 Punkte

Waren es zum Beginn der letzten Woche Eindeckungskäufe vor der Leitzinsanhebung der EZB, die zu einem DAX-Anstieg führten, so hat sich der Kursanstieg jetzt verselbständigt. Weil die Kurse nicht mehr sinken wollen, kommen Anleger an der Seitenlinie jetzt in Zugzwang und beeilen sich ebenfalls Aktien zu kaufen. Der Anstieg ging weiter. Ein weiterer Grund, warum die Aktienindizes so außer Kontrolle geraten sind, mag auch an dem großen Verfallstag am kommenden Freitag liegen. Dann laufen Kontrakte und Optionen auf Indizes und Aktien aus, sodass große Marktteilnehmer eigene Ziele verfolgen und die Kurse entsprechend ausrichten wollen.

Die Analyse der aktuellen DAX-Situation gestaltet sich unter den genannten Umständen verständlicherweise kompliziert. Umso wichtiger ist es nun für die Anleger, die Chartmarken im Auge zu behalten, die Hinweise für die weitere Kursbewegung geben werden. Entscheidend ist die rote Linie bei 13.130 Punkten, wie das obige Chartbild zeigt. Sie ist die Schlüsselstelle für die kommende Woche und sollte daher genau beobachtet werden.

Verbleibt der DAX zu Wochenbeginn unter dieser Marke bei 13.130 Punkten, dann sollte der Index sofort wieder nach Süden abdrehen. Das ist die favorisierte Variante, da der Kursanstieg der letzten Woche als eine Gegenbewegung gewertet wird. Der Haupttrend ist weiterhin abwärts.

Kann der DAX über 13.130 Punkte ansteigen, besonders wenn sich die Marktteilnehmer auf den Verfallstag am Freitag fokussieren (auch Hexensabbat genannt), dann kann es zu einer Fortsetzung des Kursanstiegs bis in den Bereich bei 13.560 Punkten kommen. Ein Hoch in diesem Bereich sollte erst einmal nicht verteidigt werden können. Es kommt dann auf den Rücklauf an.

Ohne einen Ausbruch aus dem fallenden Trendkanal sollte der Index nach dem Erreichen des Preisbereiches bei 13.560 Punkten wieder nachsinken und den Ausbruchsbereich bei 13.130 Punkten testen wollen. Hier wird es dann spannend. An der roten Linie werden Käufer warten, da sie ihre Chance zum Einstieg in den Aktienmarkt wahrnehmen wollen. Dieses Vorhaben muss dann gelingen, wenn der Optimismus beibehalten werden soll. Solange der DAX oberhalb dieser Schlüsselmarke verbleibt, wird er sich nach Norden orientieren wollen.

Short Signal ID 3322

Fällt der DAX bei seinem Rücklauf unter 13.130 Punkte zurück, dann wird der Ausbruch über die rote Linie als Fehlausbruch gewertet werden. In diesem Fall werden die Anleger nicht lange zögern und sich schnell von ihren Wertpapieren trennen. Unterhalb dieser Schlüsselmarke sollte der Index bis in den Bereich bei 12.825 Punkten und später bis 12.600 Punkte sinken.

Noch ist die Inflation weiterhin ein Problem. Bisher spekulieren die Anleger auf einen Peak, also einen Hochpunkt, ab dem der Druck nachlassen sollte, doch bisher ist der Markt einen Beweis schuldig. Diese Erwartungshaltung ist riskant. Gleichzeitig verdüstert sich die Konjunktur, weshalb die Wachstumsprognosen gesenkt werden. Ein schwächeres fundamentales Umfeld trifft auf einen Markt, der sich mit Aktien eindecken will. Das passt gerade gar nicht zusammen. Anleger sollten sich in der nächsten Handelswoche in Geduld üben und nichts vorwegnehmen.

Wir verfolgen den DAX-Verlauf und veröffentlichen neue Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S: Eine Reise durch die Welt des Geldes (mehr erfahren)

 

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