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Immer wenn sich der DAX etwas nach Norden hervorwagt, kommt der nächste Rückschlag. In diesem Fall verdirbt das US-Unternehmen Snap die Anlegerlaune. Wieder gibt ein Aktienkurs nachbörslich um zweistellige Prozentzahlen nach. Es sollte die Marktteilnehmer nicht mehr verwundern, aber die Geschäfte laufen nicht rund. Es ist nur eine Frage der Zeit, welches Unternehmen als nächstes seine Prognosen kappt und damit der Realität ins Auge blicken muss. Verschreckte Investoren zögern nicht lange und verkaufen ihre Aktien.

Sah es zu Wochenbeginn kurzzeitig wieder positiv für den deutschen Leitindex aus, der DAX erreichte die Kursmarke bei 14.200 Punkten, so fällt der Index heute wieder in die Nähe der hart umkämpften Marke bei 14.000 Punkten zurück. Die Käufer sind unsicher, wie weit sie eine Gegenbewegung tragen könnte. Denn entgegen mancher Anlegerhoffnung holen die Börsen nur Luft in Form einer Korrekturbewegung (welches weiterhin ein Potenzial bis 14.800 Punkte hat). Doch so richtig wollen sich die Käufer nicht durchsetzen. Das liegt vor allem an der unruhigen Zukunft.

DAX, Stundenchart, Stand 14.042 Punkte

Viel zu spät schwenkt auch die Europäische Zentralbank um und bereitet die Finanzmärkte auf eine Zinswende vor. Im dritten Quartal soll es mit den ersten Zinsschritten losgehen. Diese sind zwar minimal, was jedoch bisher niemanden beunruhigt. Zumindest konnten die Bankaktien von diesen klaren Bekenntnissen der Währungshüter profitieren und stiegen stark an. Bei einem höheren Zinsniveau fällt mehr Fleisch (mehr Marge) für die Bankunternehmen ab, so die Hoffnung der heutigen Aktienkäufer.

Damit Aktienkurse über einen Zeitraum ansteigen können, braucht es eine positive Grundstimmung. Erst kommt die Kauflaune und später die fundamentale Untermalung. Doch derzeit will beides nicht gelingen. Anleger meiden Aktien, was mit der Aussicht auf eine konjunkturelle Abkühlung verständlich ist. Die Geschäftstätigkeit der Unternehmen gibt nach, was die zukünftigen Gewinne schrumpfen lassen sollte. Auch das ist kein Grund, sich durch ein Aktieninvestment an dieser Entwicklung zu beteiligen.

Im obigen Chartbild zeigt sich, warum der DAX im Bereich bei 14.200 Punkten Schwierigkeiten hatte, voranzukommen. Eine fallende Trendlinie (rot) und eine Widerstandslinie (lila) stellen sich einem weiteren Anstieg in den Weg. Bei einer ängstlichen Stimmung am Parkett realisieren Anleger zügig ihre Gewinne und wechseln erst einmal an die Seitenlinie. Der Anstieg endet abrupt.

Der DAX kämpft heute sofort zu Handelsbeginn mit der Marke bei 14.000 Punkten. Fällt der Index unter diese runde Marke, dann sollte er auch bis in den Bereich bei 13.864 Punkten zurückfallen. An dieser Stelle stützt eine steigende Trendlinie. Es wird darauf ankommen, ob sie überzeugte Käufer zum Aktienkauf animieren kann.

Sehr volatiles Signal (ID 3243)

Fällt der DAX auch unter 13.864 Punkte zurück, dann trübt sich das Börsenbild weiter ein. Dann schwindet die Hoffnung auf eine Korrekturbewegung. Der Abwärtstrend würde sich verfestigen und vermehrt Anleger zum Ausstieg aus ihren Positionen drängen, bevor Verluste noch größer werden. Nur ein Sprung über den Widerstandsbereich bei 14.200 Punkten würde die Ausgangslage für die Optimisten verbessern.

Aus Sicht der Käufer ist gerade Sand im Börsengetriebe. Der Aktienmarkt kann sich von seinen Fesseln (Rezessionssorgen, Zinswende, Inflation, Krieg in Europa und nun jetzt auch schwache chinesische Konjunktur) verständlicherweise nicht lösen. Ohne das billige Geld der Zentralbanken, die über Jahre die Aktienkurse angehoben haben, wird es keine dauerhaft steigenden Börsenkurse mehr geben. Zu sehr sind Aktienbewertung und fundamentale Grundlage voneinander entfernt.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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