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Am Mittwoch Abend war dieser besondere Moment, der die Anleger plötzlich euphorisch werden ließ. Sie fühlen sich in die guten alten Zeiten zurückversetzt, als im Rahmen der Leitzinserhöhung die US-Notenbank den Investoren verkündete, was sie hören wollten. Keine wilden Leitzinsanhebungen werde es geben und behutsames Herunterfahren der Bilanzsumme war die Message, die so gut an den Börsen ankam. Die Indizes stiegen deutlich. Doch die Worte waren zu schön, um wahr zu sein.

Es gibt an der Börse das Smartmoney und das Dumbmoney. Das Smartmoney sind die klugen Marktteilnehmer, diejenigen, die sich keinen Honig um den Mund schmieren lassen, so wie das die FED am Mittwoch Abend versucht hat. Sie sehen die steigenden Kurse und nutzen die Gelegenheit ihre Aktienpositionen zu veräußern. In der Zukunft wird es klüger sein, weniger Aktien zu besitzen. Das Dumbmoney hingegen wird als dummes Geld verstanden. Hierunter fallen die vielen unerfahrenen Marktteilnehmer, die sich auf die Worte von Unternehmenslenkern, Politikern und auch Währungshütern verlassen wollen. Sie lassen sich an der Nase herumführen und kaufen Aktien meist zu sehr ungünstigen Momenten. So wie an dem berühmten Mittwoch Abend.

DAX, Tageschart, Stand 13.674 Punkte

Die Konjunktur rast auf eine Rezession zu. Daran besteht kein Zweifel. Die Mischung aus Marktsättigung, Angebotsmangel, steigenden Kosten, niedrigeren Margen und Inflation, die aus dem Ruder gelaufen ist, ebnen den Weg in die Stagflation (mehr erfahren).

Für die Aktienmärkte sind die Aussichten trüb. Umso erstaunlicher war der überraschende Effekt am Mittwoch Abend, als die Börsenindizes so steil anstiegen. Beim DAX verlief diese Kursrallye nachbörslich. Der schwarze Donnerstag begann daher auch mit einer riesigen Kurslücke. Der deutsche Leitindex erklomm zum Handelsstart den Kursbereich bei 14.300 Punkten.

Doch genau als sich die Anleger für den Aktienkauf entschieden hatten, da stockte der Anstieg. Die Verkäufer zeigten ihre wahren Absichten und reduzierten ihre Aktienpositionen. Das sogenannte Dumbmoney war noch über die Aussagen der US-Notenbank erfreut und daher mit dem Wertpapierkauf beschäftigt, sodass sie die Absichten des Smartmoneys nicht erkannten. Jeder Kursrückgang wurden von den Privaten als Kaufgelegenheit interpretiert, während die Profis aus dem Markt drängten.

So nahm das Unheil am Donnerstag letzter Woche seinen Lauf. Der DAX eröffnete den Handelstag am Tageshoch und schloss am Tagestief. Dabei verlor der Index 400 Punkte am Stück. Zurück blieb eine große rote Tageskerze im Chartbild. Dieser heftige Rückschlag hat nun die letzten Optimisten von den Börsen verscheucht. Diese klare Marktmeinung zu den Worthülsen der US-Notenbank zeigt, wohin die Kurse in der Zukunft gehen werden, nämlich abwärts.

Short Signal ID 3233

Wie das obige Chartbild verdeutlicht, trüben sich die Aussichten für den DAX weiter ein. Mit dem Rückfall unter die fallende Trendlinie und dem Unterschreiten der Unterstützungslinie bei 13.864 Punkten wurde für klare Verhältnisse gesorgt. Solange die jetzige Widerstandslinie bei 13.864 Punkten nicht wieder zurückerobert werden kann, sollte es mit dem DAX nach Süden gehen. Weiterhin ist das zweite Kursziel bei 13.350 Punkten offen, welches jetzt zügig erreicht werden sollte. Sollte der Druck an dieser Stelle weiterhin hoch sein, dann bietet sich zusätzlich die Kursmarke bei 13.100 Punkten an.

Am Aktienmarkt macht sich Ernüchterung breit. Die Leitzinsen werden steigen müssen, damit die Inflation kontrolliert werden kann. Dabei gibt es eine einfache Regel, die in den Medien und in den Aussagen der Zentralbanken zu wenig vorkommt. Um die Inflation wirklich zu bekämpfen, müssen die Leitzinsen höher als die Inflationsrate sein. So einfach ist das. Beachten Sie hierzu unseren Buchtipp „Verstehen Sie Geld?“ (mehr erfahren).

Ein höheres Zinsniveau entzieht dem Aktienmarkt Kapital, was in der Regel mit sinkenden Aktienkursen einhergeht. Je früher die Anleger diesen Zusammenhang verinnerlichen, umso besser für ihre Anlageentscheidungen.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S: Mit dem DAX-Trend zu mehr Erfolg (mehr erfahren)

 

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