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Der DAX-Anstieg nach dem Korrekturtief bei 14.816 Punkten geht viel zu schnell. Nach den Eindrücken aus dem Marktumfeld sollen die Anleger auf eine Jahresendrallye hoffen. Es ist auch schon fast zur Gewohnheit geworden, dass die Kurse zum Jahresende steigen müssen. Niemand will deshalb ein mögliches Kursplus in den kommenden Wochen verpassen. Doch dieses Jahr sind die Vorzeichen anders, was den Plan der Anleger durchkreuzen könnte.

Am Aktienmarkt sind derzeit besonders viele Parameter in Bewegung. Anleger machen sich Gedanken um eine schwächelnde Wirtschaft. Zumindest sollten sie das. Die Konjunkturdaten sagen klar, wohin die wirtschaftliche Richtung geht. Sie kühlt nämlich ab. Trotzdem steigen zunächst die Aktienkurse, was zwar überraschend ist, aber die Gier nach Kursgewinnen fällt stärker aus als die Angst vor Kursrückgängen. Wieder einmal sollen es die großen Zentralbanken richten. Solange das Geld weiter üppig fließt, solange können die Kurse auch nicht sinken, lautet die Schlussfolgerung der Aktienkäufer. Doch diesmal könnte es anders sein.

DAX, Tageschart, Stand 15.542 Punkte

Entgegen den vergangenen Jahren kämpfen die Zentralbanken mit den Folgen ihrer desolaten Geldpolitik. Sie haben ungeniert zu viel Geld aus der Luft erzeugt (mehr erfahren) und nun sind die Nebenwirkungen nicht mehr zu leugnen. Interessanterweise haben sowohl die US-Notenbank FED als auch die europäische Zentralbank EZB versucht, die Inflation zunächst herunterzuspielen. Doch in den letzten Monaten hat sie sich verfestigt. Wieder einmal lagen die FED und die EZB mit ihrer Marktinterpretation falsch. In Deutschland liegt die Inflationsrate sowohl im August (3.9) als auch im September (4.1) bei ca. 4 %. In den USA ist man bereits über 5%. Die Inflation ist in der Realwirtschaft angekommen und bedrängt das Leben der Bürger.

Die Zentralbanken müssen nun handeln. Sie müssen Anleihekäufe zurückfahren und die Zinsen heraufsetzen, um die Inflation zu bremsen. Doch was machen die sogenannten Währungshüter, sie zögern, und das ist besonders gefährlich. In der Türkei lässt sich gerade verfolgen, wie eine falsche Geldpolitik zu einem Wirtschaftseinbruch und zu dem Verlust der Kaufkraft einer Währung führt. Noch wollen die Anleger in Nordamerika und in Europa diese Risiken nicht wahrhaben. Sie hoffen auf eine Jahresendrallye.

Der DAX hat in der letzten Woche den Kursbereich bei 15.600 Punkten erreicht. Das ist ein sattes Kursplus, wenn man sich ansieht, dass der Index noch kürzlich bei 14.816 Punkten notiert hat. Im Bereich von 15.600 Punkten sollte dem Index erst einmal die Kraft ausgehen. Zu überhitzt ist der Markt, als dass eine direkte Fortsetzung des laufenden Anstiegs zu erwarten wäre. Zudem werden in der neuen Woche Quartalszahlen bei den DAX Unternehmen vorgelegt. Hier sollte sich dann zeigen, dass die Anleger zu viel Optimismus in die Aktienkurse eingepreist haben. Manche Erwartungen könnten enttäuscht werden.

Short Signal ID 3098

Der DAX sollte, solange er unter 15.600 Punkten verbleibt, kurzzeitig nachgeben. Dabei ist das Kursziel einer Korrekturbewegung die lila Unterstützungslinie bei ca. 15.320 Punkten. An dieser Stelle wird sich dann zeigen, ob sofort wieder Käufer bereitstehen. Fällt der DAX unter die fallende blaue Trendlinie zurück (ca. 15.280 Punkte) dann wird es riskant. Doch das ist zunächst Plan B.

Anleger nehmen eine mögliche Jahresendrallye bereists vorweg. Die Aktienkurse sind in den letzten Wochen stark angestiegen, obwohl sich die Rahmenbedingungen deutlich eintrüben. Unter den gegebenen Umständen sollte der DAX dieses Tempo nicht fortführen können. Die Zentralbanken können dieses Jahr nicht mit dem Gelddrucken weitermachen, wie das in den vergangenen Jahren der Fall war. Somit besteht die Gefahr, dass die Jahresendrallye dieses Jahr ausfällt.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S: Geld aus der Luft: Wie funktionieren Geld & Wirtschaft? (mehr erfahren)

 

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