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Die Gamestop-Aktie ist nur noch ein Schatten der vergangenen Tage. Sie ist von 480 USD auf 50 USD zurückgefallen. Die aufgebrachte Menge der Kleinanleger hält jedoch weiterhin an ihren Aktien fest und glaubt an eine Wiederaufnahme der Kursrallye. Je länge die Privatanleger warten, umso tiefer fällt der Kurs. Anders als von vielen angenommen, ist die Börse kein Ort um risikolos Gewinne einzufahren. 3 Lehren lassen sich aus der Entwicklung bei Gamestop-Aktie ziehen.

Es waren heiße Wochen im Januar 2021, als sich die Menge der Kleinanleger auf die Gamestop-Aktie stürzte. Plötzlich so schien es, ließen sich Aktienkurse einfach durch Absprachen zum Anstieg bewegen. Die Masse erkannte eine Macht, von der sie lange Zeit nichts wusste. Sie glaubte an die Möglichkeit, sich mit den Großen der Börse anlegen zu können. Das Selbstwertgefühl wurde gestärkt und ein Gefühl der Unbesiegbarkeit wurde geweckt. In solchen Momenten wird die Saat für das nachfolgende Unheil gelegt, nur das wissen die Wenigsten.

Gamestop, Tageschart, Stand: 50,31 USD

Ein Kursverlauf, wie im obigen Chartbild, findet sich im letzten Jahr besonders häufig. Man spricht aufgrund des Aussehens von einem Tannenbaum-Chart. Das liegt an dem großen Interesse der Kleinanleger an der Börse. Sie sind häufig dabei, wenn es steil rauf und dann ebenso steil wieder abwärtsgeht.

Sie lassen sich von Kursanstiegen in einer Aktie mitreißen, die dann in Foren entsprechend gepusht wird. Die Aktie steigt und lockt dadurch noch mehr Käufer an. Der Anstieg beschleunigt sich. Es geht erst einmal steil rauf. Doch irgendwann ist die Mehrzahl der Kaufwilligen investiert. Wenn dann Anschlusskäufer wegbleiben, dann fällt der Aktienkurs, da Gewinne mitgenommen werden. Geht es noch weiter runter, werden Stoppkurse ausgeführt. Der Verkaufsdruck nimmt zu. Werden die Verluste ständig mehr, werfen einige das Handtuch und verkaufen ebenfalls. Die Aktie sinkt tiefer.

Seien Sie einen Schritt weiter!

Kleinanleger können aus der Kursentwicklung bei der Gamestop-Aktie einige wichtige Lehren ziehen.

  1. Ohne Bewertung kein Aktienkauf

Jede Aktie hat einen ungefähren Wert. Einfach ausgedrückt, ein Unternehmen hat einen Fuhrpark, Lagerbestände, Immobilien, Geschäfte und anderes Kapital. Diese Zahlen stehen in der Bilanz. Teilt man diese Summe durch die Anzahl der Aktien, dann erhält man einen ungefähren Preis, den diese Aktie unter normalen Umständen kosten kann. Mit etwas Optimismus kann man ein paar Dollars draufschlagen (für die zukünftigen Gewinne). Aber bei Gamestop haben die Anleger sich überhaupt nicht für eine Bewertung interessiert und das ist gefährlich. Man kauft dann blind eine Aktie, die sich dann als überteuert herausstellt.

 

  1. Emotionen verführen zu Fehlern

An der Börse weckt eine Massenbewegung zunächst ein traumhaftes Gefühl. Alle zusammen setzen sich für eine Aktie ein. Alle zusammen lassen den Kurs ansteigen. Alle gemeinsam gewinnen. Euphorie macht sich breit. In solch einer Situation ist der Anleger immun gegen Ratschläge, die nicht euphorisch sind. Alle Hinweise auf Risiken werden ignoriert, da zunächst der Kursanstieg ihnen recht gibt. Doch Aktien unter solchen Gemütszuständen zu kaufen, ist brandgefährlich. Der Anleger verliert den Boden unter den Füßen und ist bereit, Preise für eine Aktie zu bezahlen, die er unter normalen Umständen niemals bezahlt hätte. Erst wenn er wieder einen klaren Kopf hat, bemerkt er den Fehler.

 

  1. Gewinne sichern und Verluste gering halten

An der Börse gibt es Gewinner und Verlierer. Die Annahme der Wallstreetbets- und der Robinhoodanleger, dass die Masse der Kleinanleger gemeinsam gewinnen würde ist ein grober Fehler. Sie ist der Unerfahrenheit der Marktteilnehmer zuzuordnen. An der Börse gewinnen nicht alle, sondern ein Anleger gewinnt auf Kosten eines anderen Anlegers. All diejenigen die 400 USD für eine Gamestop Aktie bezahlt haben, haben das neue Auto, den Urlaub oder die neue Küche eines anderen Anlegers bezahlt. Sie gaben ihr Geld gegen die teuren Wertpapiere. Umso mehr kommt es bei der Aktienanlage drauf an, Gewinne abzusichern und Verluste klein zu halten. Wer eine Gamestop-Aktie für 400 USD gekauft hat, der wäre heute froh, wenn er bei 350 USD die Reißleine gezogen hätte. Abwarten ist an der Börse keine Lösung, besonders nicht, wenn man hochspekulative Aktien handelt.

 

An der Börse, auch wenn es manchmal sehr einfach aussieht, hat niemand etwas zu verschenken. Es geht immer ums Geld und da ist sich jeder der Nächste, trotz aller gemeinsamer Schwüre. Umso wichtiger ist es daher in der Zukunft die Fehler von heute nicht zu wiederholen.

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Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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