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An der Börse wird ständig versucht, die Marktteilnehmer bei Laune zu halten, auch wenn die tatsächliche Lage eine andere ist. Positiv eingestellte Anleger kaufen gerne Aktien und das lässt auch den DAX ansteigen. Solch eine Vorgehensweise findet sich auch in der Politik, die ständig über Wachstum redet. Dort geht es ebenfalls um Stimmungsmache. Im Frühjahr wurde noch ein starkes Wachstum fürs kommende Jahr in Aussicht gestellt, doch diese Prognose muss jetzt gekappt werden. Auch für den Aktienmarkt könnte sich die Realität als schmerzhaft herausstellen.

Als im Frühjahr die Coronapandemie ausbrach, da wusste kaum jemand, wie die Zukunft aussehen wird. In dieser Phase der Unsicherheit brachen zunächst die Börsenkurse ein. Kaum zu glauben, dass der DAX bis auf 8.300 Punkte gesunken war. Schnell begann die Maschinerie der Mut machenden Worte. Für die Investoren an den Finanzmärkten wurde schnell eine v-förmige Erholung in Aussicht gestellt. Es sollte also genauso schnell wieder zurück zur Normalität gehen, wie der Einbruch vonstatten ging. Die Staaten halfen den Unternehmen mit Milliarden und unterstrichen diese Erwartungshaltung. Auch bei den Regierungen fehlte nicht der Hinweis auf ein zu erwartendes Wirtschaftswachstum, das sich im kommenden Jahr einstellen würde. Woher dieser Optimismus kam, bleibt ein Geheimnis. Kein Geheimnis ist jedoch, dass die Politik blühende Landschaften malen muss, um die Bürger bei Laue zu halten. Nur dann trägt dieser sein Geld in die Autohäuser und in die Läden und konsumiert (mehr erfahren).

DAX, Tageschart, Stand 12.645 Punkte

Der Wunsch solch positiver Aussagen ist naheliegend: Verkaufen die Unternehmen gut, dann steigern sie (hoffentlich) den Umsatz, machen mehr Gewinn und lassen daran die Aktionäre mitverdienen (Dividende). Der Staat profitiert natürlich ebenfalls, nämlich durch Steuereinnahmen. Es kommt jedoch häufig nicht so, wie man sich das wünscht. Gerade am Wochenende musste der Wirtschaftsminister Altmaier seine Wachstumsprognose für 2021 zurücknehmen. Der Wirtschaft geht es also doch nicht so gut, wie das in den Medien verkündet wurde. Alle Gebete bezüglich einer schnellen Erholung sind nun Makulatur. Dabei hatten die Virologen rechtzeitig bezüglich einer zweiten Welle zum Herbst gewarnt.

An der Börse geht es ebenfalls vornehmlich um das Schüren einer positiven Erwartungshaltung. Ob diese später eintreffen wird, ist zunächst einmal nicht von Belang. Hauptsache, die Anleger kaufen Aktien. So wurde im Frühjahr nach dem Coronaausbruch sofort von einer schnellen Erholung der Wirtschaft gesprochen. Und je lauter diese hoffnungsvollen Worte die Runde machten, umso schneller beeilten sich die Anleger, Aktien zu kaufen. Der DAX stieg deutlich. Über die Sommermonate kam es tatsächlich zu einer Erholung der Wirtschaft, die sich jetzt wieder zum Ende neigt.

Der DAX kann nach dem Kontakt der 12.400 Punkte Marke in der ersten Reaktion nach oben zurückprallen. Dieser Aufwärtsimpuls neigt sich gerade dem Ende zu, denn die Kraft der Gegenreaktion schwindet. In der neuen Woche kann es zunächst kurzzeitig noch zu steigenden Kursen kommen. Meist ist das auf nachlassende Infektionszahlen zurückzuführen, die am Anfang der Woche gemeldet werden. Dabei ist das einfach nur technisch bedingt, da nicht alle Gesundheitsämter am Wochenende Zahlen melden. Dennoch könnten Anleger solch eine Beruhigung der Infektionszahlen positiv aufnehmen.

Short Signal ID 2813

Ein möglicher Kursanstieg zu Wochenbeginn trifft schon im Bereich 12.750 – 12.800 Punkten auf einen starken Widerstand (hellblaues Rechteck). Diese Zone sollte von den Anlegern besonders gut beobachtet werden, denn ein Ausbruch über diesen Preisbereich (DAX > 12.820 Punkten) würde dem Index Freiraum auf der Oberseite verschaffen. Sinkende Kurse würden dann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Solange der deutsche Aktienindex DAX unterhalb von 12.820 Punkten, und damit innerhalb des sinkenden Trendkanals, verbleibt, sind bald wieder sinkende Kurse wahrscheinlich. Sobald die Verkäufer wieder übernommen haben, sollte es rasant abwärtsgehen. Dabei sollten zuerst die Unterstützungslinie bei 12.450 Punkten und später das letzte Verlaufstief bei 12.350 Punkten angesteuert werden.

Die Aussichten bleiben ja trüb, daran ändert die starke Gegenreaktion des DAX in der abgelaufenen Woche nichts. Durch die zweite Welle der Coronapandemie treten sowohl die Nachbarländer als auch die Konsumenten aus dem Inland auf die Bremse. Da ist schlicht kein Platz für Optimismus.

Wir werden in der neuen Woche neue Analysen veröffentlichen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. So funktioniert das Indikatoren-Trading (mehr erfahren)

 

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