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Delivery Hero ist in den DAX aufgestiegen. Die Medien berichten unermüdlich über diese Entwicklung. Doch die Freude über die DAX-Aufnahme täuscht über die schwache Unternehmensentwicklung hinweg. Bisher wurde kein Geld verdient. Bei manchen Marktbeobachtern gehen jetzt die Warnlampen an. Einige hinterfragen bereits das Geschäftsmodell. Bisher haben sich die Anleger nur auf den Aktienkurs fokussiert und da ist die Party vorüber.

Die Aufnahme in den DAX ist für Delivery Hero eine Möglichkeit, die Bekanntheit zu steigern. Mehr Investoren könnten sich mit diesem Unternehmen beschäftigen und auch Privatanleger könnten Aktien erwerben wollen. Doch der Aktienkurs ist nur eine Seite der Medaille. Das Geschäftsmodell muss auch funktionieren und da wird es kritisch. Delivery Hero liefert Essen aus. Es sitzt sozusagen zwischen dem hungrigen Kunden und dem kochenden Restaurant. Da es sich um ein Portal handelt, verlangt es Gebühren für die Vermittlung und Lieferung. Manch ein Beobachter fragt sich, ob es in der Wirtschaft tatsächlich solch ein Geschäftsmodell braucht. Und rechtfertigt es eine Milliardenbewertung?

Delivery Hero, Tageschart, Stand 94,20 Euro

Im Coronatief hat die Aktie noch 50 Euro gekostet. Jetzt ein halbes Jahr später wurde kurzzeitig auch der Preisbereich bei 100 Euro erreicht. Die Anleger sind aus dem Häuschen. Nicht zu vergessen ist hierbei, dass der Gesamtmarkt angestiegen ist. Die Flut hat somit viele Aktien nach oben getragen, ohne dass dies eine Errungenschaft einer besonderen Unternehmensentwicklung ist.

Final kam es noch einem zu einem Aufbäumen, nachdem bekannt wurde, dass die Deutsche Börse das Unternehmen Wirecard gegen Delivery Hero austauschen könnte, was sich dann auch bestätigt hat. Doch nun hat der Wechsel satt gefunden und die Story ist vorüber. Manch ein Anleger, auch diejenigen, die sich erst kürzlich zum Aktienkauf entschlossen haben, hofft dennoch auf eine Fortsetzung des Preisanstiegs.

Hier sollten besonders Privatanleger Vorsicht walten lassen. Denn Delivery Hero hat von der Sondersituation Corona profitiert. Menschen mussten zu Hause bleiben, haben Restaurants gemieden, und haben dadurch öfter Essen bestellt. Dieser Zustand wird nicht immer andauern. Der Aktienkurs hat eine starke Bewegung schon hinter sich. Wer jetzt noch auf Kursgewinne hofft, der spielt mit dem Feuer.

Im obigen Chartbild ist zu erkennen, dass die technische Lage brenzlig ist. Sobald der Aktienkurs unter 92 Euro (Tageschluss) fällt, sollte sich eine Abwärtsbewegung entfalten. Das erste Kursziel lautet dann 82 Euro. An diese Unterstützungslinie könnten Schnäppchenjäger einige Aktien nachfragen. Doch diese Nachfrage sollte den Kurs nicht lange stützen können.

Ein Kursrutsch unter 81 Euro würde eine neue Verkaufswelle in Gang setzen. In diesem Fall erkennen immer mehr Anleger, dass alte Hochs nicht mehr erreicht werden können. Manche werden Gewinne realisieren, andere ihre Verluste begrenzen wollen. Die Verkäufe nehmen dann stark zu und lassen den Aktienkurs deutlich sinken. Das zweite Kursziel lautet 57 Euro, was sich tatsächlich sehr krass anhört. Käme es doch fast einer Kurshalbierung gleich.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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