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An der Börse dominiert gerade der Stillstand. Der DAX bewegt sich weder vorwärts noch zurück. Die einen wollen nicht und die anderen Marktteilnehmer können nicht, wäre eine Interpretation der derzeitigen Marktlage. Nach den starken Kursgewinnen der letzen Monate ist die Luft nun raus. Anleger müssen sich jetzt zügig entscheiden, wie sie mit ihren Aktien umgehen wollen. Dunkle Wolken ziehen auf. Für eine Fortsetzung des Anstiegs der letzten Monate bleibt kaum noch Zeit.

Wie lange werden die Marktteilnehmer dieses aktuelle Kursniveau noch verteidigen können? Der DAX notiert hoch, weil die Euphorie der Anleger für steigende Aktienkurse gesorgt hat. Sie haben den Einbruch im Rahmen der Coronakrise als Chance interpretiert und nun will niemand der Erste sein, der seine Aktien womöglich zu früh verkauft. Diese Einstellung gilt für Privatanleger und institutionelle gleichermaßen, weshalb im Allgemeinen die Investition an der Börse als „alternativlos“ bezeichnet wird. Und weil viele Käufer diese Haltung teilen, steigenden die Kurse, nicht weil die Wirtschaft wächst.

DAX, Stundenchart, Stand 12.912 Punkte

In der Wochenendanalyse „DAX-Ausblick: Zweite Welle kommt“ wurde auf die Risiken im Chartbild hingewiesen. Besonders wurde der Bruch der lange Aufwärtstrendlinie hervorgehoben, der weitere Kursanstiege unwahrscheinlich macht. Anleger sollen daher Vorsicht walten lassen.

Zu Wochenbeginn zeigte sich der deutsche Aktienmarkt wieder einmal erstarrt. Den ganzen Handelstag (Montag) bewegte sich der DAX kaum von der Stelle. Schon seit einigen Wochen ist solch eine Tagesentwicklung zu beobachten. Zu Handelseröffnung findet sich etwas Volatilität im Markt. Es wird gekauft und verkauft und Aktien wechseln den Besitzer. Nach der ersten Handelsstunde legt sich dann eine Lethargie über das Marktgeschehen. Käufer halten sich zurück und Verkäufer warten ab.

An der Börse ist Abwarten jedoch auch keine Lösung. Anleger sollten nicht die Augen vor der schwachen wirtschatlichen Entwicklung, vor allem vor den aufziehenden Wolken, verschließen. Nur weil in der laufenden Berichtssaison die niedrigen Erwartungen übertroffen wurden, bedeutet das noch lange kein zurück zur Normalität. Schon bald werden die Marktteilnehmer die aufkommende Unsicherheit im Rahmen der US-Wahlen einpreisen wollen. Über Gewinnmitnahmen sollen die Anleger daher nachdenken, denn nur ein realisierter Gewinn ist auch einer.

In einem Marktumfeld, welches sich durch Stillstand kennzeichnet, fängt eine Bewegung erst langsam an. Sie entwickelt sich dann zu einer Lawine. Der Grund ist naheliegend. Wenn der erste Stein ins Rollen kommt, dann bewegen sich die anderen Anleger (Herdentrieb). Immer mehr Marktteilnehmer beginnen zu handeln. Passive Produkte (wie z.B. ETFs), die an die Entwicklung eines Basiswertes gekoppelt sind, geraten ebenfalls in Bewegung. Daher sind die aktuellen Stunden als die Ruhe vor dem Sturm zu bezeichnen.

Short Signal ID 2752

Der Blick auf den Stundenchart zeigt die derzeitige technische Lage. Der DAX notiert an der wichtigen Preismarke bei 12.913 Punkten. Dem Index läuft die Zeit davon, sofern ein Ausbruchsversuch gestartet werden soll. Nur wenn ein Sprung über diese Linie gelingen würde (besser die lila Linie bei 12.963 Punkten), nur dann könnte im Rahmen eines letzten Aufbäumens der Markt final nach Norden tendieren. Diese Anstiegsbewegung hätte die Widerstandslinie bei 13.300 Punkten als Ziel. Dort würde der Index abprallen und dann für eine längere Zeit (Unsicherheit wegen US-Wahlkampf) sinken.

Anders hingegen in der Version, dass der DAX nicht über die Widerstandslinie bei 12.913 Punkte hinauskommt. In diesem Fall würden sich sinkenden Kurse sofort durchsetzen. Es käme zu schnellen Gewinnmitnahmen, die die Aktienkurse drücken werden. Das erste Ziel sinkender Notierungen lautet 12.430 Punkte. Nach einer kurzen Pause auf dieser Kursebene würde die Abwärtsbewegung weitergehen und das Hauptziel bei 11.950 Punkten ansteuern.

Für steigende Kurse läuft dem DAX die Zeit ab. Es muss den Käufern jetzt schnell ein Ausbruch gelingen, damit sich steigende Kurse durchsetzen können. Solch eine Aufwärtsbewegung würde sinkende Kurse zeitlich verschieben, jedoch nicht aufheben.

Im Verlauf der Woche veröffentlichen wir neue DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

 

start-trading Team

P.S. Eine Kettenreaktion in der Wirtschaft droht (mehr erfahren).

 

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