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Mit dem Börsengang von Curevac ist auch das Emissionsfieber wieder ausgebrochen. Manch ein Anleger fühlt sich in diesen Momenten in die Zeit des Neuen Marktes zurückversetzt. Unternehmen drängten an die Börse und die Anleger rissen ihnen die Wertpapiere aus der Hand. So wie jetzt auch. Der Aktienkurs von Curevac hat bereits 400 % zum Ausgabepreis zugelegt. Manch einen Käufer hält es dennoch nicht mehr auf seinem Platz. Ob ein Aktienkauf sinnvoll ist?

Manchmal passt es mit dem Börsengang. Der Zeitpunkt ist ideal und das Produkt passt genau, was will das Herz mehr? Zumindest das des Unternehmens und das der Banken, die den Börsengang begleitet haben, schlägt viele Takte höher. Wurden die neuen Aktien zu 16 USD ausgegeben, notierte der erste Kurs bei 44 USD und stieg am Freitag bis 55,90 USD an. Heute geht der Anstieg weiter. Die US Börsen haben zwar noch nicht geöffnet, aber in Deutschland werden schon 80 Euro bezahlt. Verrückt!

Curevac, 5-min-Chart, Stand 68,46 Euro

Das Unternehmen forscht an einem Mittel gegen das Coronavirus. Das klingt natürlich nach einem glänzenden Produkt, weil die ganze Welt händeringend auf solch ein Mittel wartet. Wenn dieses Ziel gelingen würde, dann könnte jedes Land der Erde damit beliefert werden. In den Augen der Anleger sieht man ein Leuchten und selbstredend die Gewinne schon mal ausrechnen. Daher verwundert der Kurssprung erst einmal nicht.

Jetzt sind 80 Euro für eine Curevac Aktie ein satter Preis. Ob dieser gerechtfertigt ist, wird sich zeigen müssen. Anleger sollten bedenken, dass diese Papiere für 16 USD an den Mann gebracht wurden. Dies bedeutet, dass dies als fairer Wert von den Parteien erachtet wurde, die den Börsengang durchgeführt haben. Schnell sollten die Warnlampen angehen. Haben sich die Fachleute so sehr verschätzt oder aber ist die Gier der Käufer so stark?

Wer heute Curevac Aktien für fast 80 Euro erwirbt, der braucht jemand anderen der bereit ist, mehr dafür hinzulegen. So funktioniert die Börse. Jemand kauft Wertpapiere, in der Hoffnung, diese für einen höheren Preis weiterzuverkaufen. So funktioniert auch ein Börsengang. Bei einem Initial Public Ofenring (IPO), so wird der Börsengang auch genannt, geht es allein darum, die Wertpapiere des Unternehmens zu Geld zu machen (mehr erfahren).

An der Börse darf jeder zu jederzeit Wertpapiere erwerben. Niemand hält ihn davon ab. Der Markt fragt nicht danach, ob der Preis einer Aktie zu hoch ist, sondern ob der Käufer ausreichend Geld hat, diese zu bezahlen. Solange die Käufer in der Überzahl sind, steigen die Aktienkurse, doch das ist nicht immer der Fall. Bei diesem Wert ist der Kurs sehr schnell und sehr stark gestiegen. Das Tempo erscheint zu hoch, um eine Fortsetzung zu initiieren.

Mit dem bisherigen Kursverlauf des Tages erkennen die Marktteilnehmer, dass die Verkaufsbereitschaft oberhalb von 75 Euro stark zunimmt. Damit ist eine Marke gesetzt worden. Jetzt gilt es, für die Aktionäre ihren Gewinn einzutüten. In Kürze ist mit Gewinnmitnahmen zu rechnen. Wenn dieser Wert dann unter Verkaufsdruck gerät, was bei Preisen unter 63 Euro eintreten würde, dann sollte es rasant runtergehen. Plötzlich würde eine Mehrzahl der Anleger auf die Verkaufsseite wechseln. Der Aktienkurs würde dann in einem Atemzug bis 43 Euro sinken.

Mögliche Käufer solten sich von dem rasanten Kursanstieg nicht blenden lassen. Die Party könnte schon vorüber sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Verstehen Sie Geld? (mehr erfahren).

 

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