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Der Aktienmarkt steigt unaufhörlich. Auch die letzten Zweifler erkennen hier einen Zusammenhang zwischen dem Geldrucken der Zentralbanken und der steigenden Preise für Wertpapiere. Anleger haben jede Furcht vor einem Investment in Aktien abgelegt. Ganz im Gegenteil, je riskanter umso besser. Der Heißhunger kennt keine Grenzen. In der neuen Woche steht ein Realitätscheck an, denn zum ersten Mal nach der Coronakrise werden Unternehmenszahlen veröffentlicht.

Bereits nach der Finanzkrise 2008 begannen die Zentralbanken der Welt, die Märkte mit einer neuen Welle billigen Geldes zu fluten. Man muss wissen, dass die sogenannten Währungshüter ständig Geld drucken, mal mehr und mal weniger. Die Zentralbanken sind auch schuld an der Immobilienkrise in den USA gewesen (mehr erfahren), die dann zur Finanzkrise 2008 geführt hat. Immer war die Absicht der Zentralbanken eine gute, nämlich einen größeren Schaden von der Wirtschaft abzuhalten. Dies klingt zwar löblich, ist jedoch völlig ungemessen, da die Unternehmen sich selbst helfen müssen.

Dazu gehört es, Risiken zu minimieren, Schulden zu vermeiden und Investitionen anzuschieben. Wer in der Wirtschaft nicht vorausschauend handelt, der muss in der Krise die Segel streichen. Doch genau das passiert seit vielen Jahren nicht mehr. Immer neue Stützungsmaßnahmen vonseiten des Staates und der Zentralbanken halten kaputte Unternehmen auf den Beinen (man spricht von Zombi-Unternehmen) und behindern gleichzeitig die gesunden Unternehmen bei ihrer Entwicklung.

DAX, Tageschart, Stand 12.633 Punkte

Wenn Unternehmen, die an der Börse gelistet sind, immer wieder gestützt werden, weil man ihnen über Umwege Geld zukommen lässt (Abkaufen der riskanten Unternehmensanleihen, günstige Finanzierungskonditionen) dann glauben die Anleger bald, dass diesen Firmen mit einem Sicherheitsnetz ausgestattet sind und folglich ihrem Investment nichts zustoßen kann. Sie kaufen deren Aktien zu jedem Preis. Besonders an den Börsen sind solche Unternehmen bei Kleinanlegern beliebt, denn sie erzielen die höchsten Kursgewinne.

Überlegt man nun, dass die ganze Welt Geld druckt, von Amerika bis Australien, dann wird schnell klar, warum die Börsenkurse Krisen schnell aufholen und vehement nicht nachgeben wollen. Niemand will seine Papiere verkaufen, während ständig neue Käufer auftauchen. Doch dieser Heißhunger nach Aktien nicht natürlich nicht umsonst zu haben. Wer heute Wertpapiere zu überhöhten Preisen kauft, der wird in der Zukunft noch heulen. Wen es treffen wird, das ist bisher nicht bekannt, doch irgendwer bezahlt die Börsenparty. Das war schon immer so.

Der DAX rutschte letzte Woche kurzzeitig in die Gefahrenzone, als der Aufwärtstrend (lila Linie) kurzzeitig aufgegeben wurde. Bis zum Ende der abgelaufenen Woche gelang dem Index eine Zurückeroberung, u. a., weil der Technologieindex Nasdaq weiter Rekorde bricht. In der neuen Woche gilt es nun erneut die angesprochene steigende Trendlinie zu beachten. Solange der Index über 12.480 Punkten notiert, bestehen Anstiegschancen bis 12.913 Punkte.

Short Signal ID 2712

Anders hingegen, wenn der Index nachzugeben droht. Insbesondere die völlig überhitzte Lage an den US-Börsen lässt die Marktteilnehmer verzweifeln, die zwischen verrückter Bewertung und schnellen Kursgewinnen hin- und hergerissen sind. Sollten sich Anleger kurzzeitig zu Gewinnmitnahmen entschließen, dann ist mit zügig sinkenden Kursen zu rechnen. Der Startschuss fällt an der Preismarke bei 12.480 Punkten. Fällt der deutsche Leitindex unter diese Marke, dann sollte sich eine Korrekturbewegung entfalten können. Das Kursziel wäre in diesem Fall mit 11.950 Punkten anzugeben.

Markteilnehmer haben wieder einmal mit einer Übertreibung an den Börsen zu kämpfen. Wohl wissend, dass die aktuellen Bewertungen fern der Realität sind, machen doch viele mit und befeuern somit den Anstieg bei Aktien und Indizes. Besoders die Entwicklung an den US-Börsen ist völlig außer Rand und Band geraten. Womöglich kann die bevorstehende Berichtssaison die Anleger auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Im Verlauf der Woche veröffentlichen wir neue DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Das bedingungslose Grundeinkommen (mehr erfahren)

 

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