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Es ist noch gar nicht lange her, da habe sich die Anleger an den Börsen Sorgen um die Lufthansa Aktie gemacht. Diese fiel gefährlich in Richtung null Euro und nur ein beherztes Eingreifen des Staates (Rettungspaket) konnte eine Stabilisierung erwirken. Wenige Wochen später trifft es den nächsten DAX-Wert, nämlich Wirecard. Auch hier stürzt der Aktienkurs ungebremst Richtung null Euro. Anleger sollten sich vermehrt Gedanken um Unternehmenspleiten machen, denn sie sind näher als man denkt.

Ganz aktuell meldet BMW den Abbau von 6.000 Stellen, der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt 62 seiner 172 Häuser und beschließt damit das Beschäftigungsende für tausende Mitarbeiter. Bei Daimler sorgen sich 10.000 Mitarbeiter um ihre Positionen. Continental spekuliert über den Abbau von 20.000 Stellen in den nächsten Jahren. Diese Liste könnte sich immer weiter fortführen lassen. Ihre Bedeutung ist deshalb hervorzuheben, weil sich die Wirtschaft in einem großen Wandel befindet. So wie es ist, wird es nicht weitergehen. Interessanterweise denken die Investoren genau das Gegenteil, wenn sie von der Börse reden, dort soll es stramm weiter nach Norden gehen. Und das bei diesen Rahmenbedingungen.

DAX, Stundenchart, Stand 12.330 Punkte

In der abgelaufenen Woche mussten die Wirecard Anleger einen Schock verdauen. Kostete ihre Aktie noch zu Beginn der Woche um die 100 Euro, waren es am Ende derselben nur noch 24 Euro. Das Unternehmen konnte die versprochene Bilanzpressekonferenz nicht abhalten und blieb den Investoren die Jahreszahlen für 2019 schuldig. Verschreckte Anleger zogen die Reißleine und verkauften ihre Anteile. So schnell kann es mit dem Depot abwärtsgehen an der Börse. Es ist ein schwieriges Pflaster und für viele Privatanleger ist der Wirecard Kursabsturz wohl ein Grund mehr, sich für eine längere Zeit von Aktien abzuwenden.

Obwohl sich die Wirtschaft in einer Rezession befindet, viele Branchen in einem Wandel stehen und eine nicht geringe Zahl der Unternehmen diesen auch nicht schaffen werden, sehen die Anleger die Zukunft scheinbar positiv. Der DAX als Indikator drängt nach Norden und hat schon einmal an der 13.000 Punkte Marke geschnuppert. Doch in der kommenden Woche könnte sich der Trend ändern. Hoffnung ist nämlich das Eine, z. B. getrieben durch billiges Geld der Zentralbanken, was die Kurse treibt. Das Andere sind die fundamentalen Daten. Ein Unternehmen kann durch das billige Geld eine Pleite verzögern, es verkauft aber auch nicht mehr. Es investiert auch nicht mehr. Das führt zu einer Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit und zu noch schlechteren Absatz- und Umsatzzahlen.

Im obigen Chartbild prallt der DAX an der Widerstandslinie bei 12.430 Punkten zum wiederholten Male ab. Dieser Rückschlag sollte nun vermehrt Anleger zum Rückzug aus ihren Positionen bewegen (Widerstandszone zu stark). Eine beginnende Abwärtsbewegung verfolgt das erste Kursziel bei 12.050 Punkten. Sollte an dieser Stelle die Mehrheit der Anleger, da von plötzlichen Sorgen geplagt, weiter ihre Aktien verkaufen wollen, dann ist unterhalb dieser Marke mit dem Heranlaufen an den Preisbereich bei 11.900 Punkten zu rechnen.

Short Signal ID 2687

Sollte es dem DAX im Wochenverlauf unerwarteterweise gelingen über den Widerstandsbereich bei 12.430 Punkten zu springen, Notierungen oberhalb von 12.450 Punkten wären als Indiz ausreichend, dann ist mit einem massiven Kursanstieg zu rechnen, da es dann zu starken Marktreaktionen kommen wird. Sofortiges Anstiegspotenzial bis 12.850 Punkte würde sich dann ergeben. Es gilt unbedingt, diese wichtige Marke im Auge zu behalten.

Anleger sollten derzeit sehr genau unterscheiden, was ihnen der Aktienmarkt vorgaukelt und was die Tatsachen sind. Ganz aktuell hat die Ratingagentur Moody’s die Bewertung Unternehmens Wirecard auf Ramschniveau (B3) abgestuft und wir reden hier von einem DAX-Unternehmen. Die kommende Zeit der wirtschaftlichen Talfahrt wird Stellenkürzungen und Pleiten mit sich bringen (hier der Ausblick) . All diese Leute, die dann ihren Arbeitsplatz verloren haben, werden dann weniger Geld für den Konsum zur Verfügung haben, und sich die Produkte der Unternehmen nicht kaufen können. Diese Zurückhaltung wird sich dann in den Absätzen der Börsenunternehmen negativ auswirken, was wiederum den Aktienkurs in Mitleidenschaft ziehen sollte. Diese Gefahr wird von den Marktteilnehmern derzeit (noch) ignoriert.

Im Verlauf der Woche veröffentlichen wir neue DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Warum gibt es kein Schulfach Geld (mehr erfahren) ?

 

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