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Über Nacht gab es einen herben Rückschlag für die Aktienmärkte. Der DAX notiert deutlich im Minus. Investoren an den Finanzmärkten realisieren gerade das Dilemma, in dem sie stecken. Die Zentralbanken verteilen zwar Geld mit der Gießkanne, doch immer mehr Stimulation lässt schlussfolgern, wie schlecht es tatsächlich um die Wirtschaft steht. Anleger fallen jetzt zurück auf den Boden der Tatsachen und realisieren, dass die Lage schlimmer ist, als sie angenommen haben.

Immer, wenn die Notenbanken sprechen, hören Investoren genau hin. Fast immer wünschen sie sich niedrige Zinsen, Ankaufprogramme und damit billiges Geld. Auch gestern Abend, als die US-Notenbank FED sprach, war die erste Reaktion der Marktteilnehmer positiv. Sie entsprach nämlich ganz den Erwartungen der Anleger. Über Nacht jedoch wuchs die Erkenntnis, dass wenn die Zinsen lange niedrig bleiben werden, die erhoffte Erholung (die Börsen haben viel vorweggenommen) doch nicht so eintreffen wird, wie sich das manch ein Anleger vorgestellt hat.

DAX, Stundenchart, Stand 12.244 Punkte

Ein Börsengeschäft ist eine Wette. In der Finanzwelt wird diese Tatsache häufig mit Anzug und Krawatte seriöser und komplizierter ausgedrückt, doch letztendlich bleibt es eine Wette in die Zukunft. Bei einem Münzwurf würde man Kopf oder Zahl wählen und am Aktienmarkt legt man sich auf steigende oder fallende Kurse fest (mehr erfahren).

Der DAX ist in den letzten Monaten um unglaubliche 50 % gestiegen und das in der schlimmsten Krise der letzten Jahrzehnte. Anleger haben gewettet, dass sich die Wirtschaft schnell erholen wird. Volle Einkaufszentren, neue Autos, neue Smartphones, die Reiselust der Deutschen und was sonst alles noch positiv ausgemacht wurde. Die Aktienkurse haben all diese Entwicklungen bereits vorweggenommen.

Heute erkennen die Investoren nun, dass billiges Geld keinen Mehrwert schafft. Unternehmen müssen einkaufen, produzieren und verkaufen. Und dies gestaltet sich, nach der konjunkturellen Bewertung der US-Notenbank FED, kompliziert, weshalb sie sich gezwungen sieht, die Leitzinsen sehr lange niedrig zu halten. Ansonsten wären Pleitewellen die Folge. Man verhindert sozusagen das Schlimmste, aber besser wird die Lage trotzdem erst einmal nicht.

Short Signal ID 2676

Der DAX eröffnet den Handelstag deshalb schwach. Lange haben die Marktteilnehmer keine Kurslücke nach Süden im Chartbild mehr gesehen. Nachdem am Morgen der Preisbereich bei 12.170 Punkten verteidigt werden konnte, kommt es zu etwas Zuversicht im Markt. Käufer trauen sich Aktien zu erwerben und lassen den Index leicht ansteigen. Ein erster Widerstandsbereich ist bei 12.330 Punkten zu finden. Ein weiterer bei 12.430 Punkten. Diese Aufwärtsbewegung sollte sich als eine Korrekturbewegung herausstellen und nicht von Dauer sein. In Kürze sollte es wieder abwärtsgehen und der Preisbereich bei 12.060 Punkten angesteuert werden.

Mit dem Herausfallen aus dem steigenden Trendkanal ist der DAX neu zu bewerten. Der unbändige Drang weiter zu klettern hat einen Dämpfer erhalten. Diese Entwicklung passt zum Technologieindex Nasdaq-100, der an einer markanten Marke nicht mehr vorankommt. Die Marktteilnehmer werden mit einem Schlag wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Im Verlauf der Woche veröffentlichen wir neue DAX-Einschätzungen. Lassen Sie sich informieren. Nutzen Sie unseren Newsletter (hier eintragen).

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

P.S. Geld schafft keinen Mehrwert (mehr erfahren)

 

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